Eine illustre Runde fand sich im Rheinischen Hof ein, um gemeinsam mit Hans Studinger das Stammtischjubiläum der Alt-Stradträte zu feiern. Der Stammtisch trifft sich gewöhnlich im Eschbacher "Ochsen" und besteht seit fünf Jahren. Dazu gab es ein Essen, das Studinger anlässlich seines 90. Geburtstages spendierte. Gekommen waren fast 30 geladene Gäste, unter ihnen die beiden "Vertreter der GroKo", die Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) und Felix Schreiner (CDU), Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Philipp Frank, sein Amtsvorgänger Martin Albers, Rita Mosel, Manfred Beck und Eberhard Niethammer, ehemaliger OB von Rheinfelden. In der Runde saßen auch Marina Schlosser, Wolfgang Hauser, Günter Heinrich, Hansjürgen Bannasch, Adolf Bornhauser und Karl Schleith.

Oberbürgermeister Philipp Frank meinte bei der Begrüßung, es sei für ihn gar nicht so leicht, den Stammtisch zu besuchen, "denn da wird man kritisch beäugt, wie man sich als zugereister OB so durchstrampelt". Trotzdem sei es für ihn eine Ehre gewesen, von Hans Studinger, "einem wandelnden Stadtgedächtnis", eingeladen worden zu sein. Die Begegnungen mit ihm habe er immer geschätzt, und jetzt habe er sogar eine handgeschriebene Einladung bekommen. Er hoffe aber, dass er die Runde wieder ungeschoren verlassen könne und heiße Themen außen vorgelassen werden.

"Wir beginnen mit einem Salat", kündigte Hans Studinger an. "Auch deswegen, weil mich meine liebe Frau mahnt, täglich Salat zu essen", daran wolle er sich auch heute halten. Später berichtete er: "Ich bin am Beginn einer neuen Karriere." In einem ersten Schritt sei er bei der Awo zum Kassenprüfer avanciert. Stolz sei er darauf, alle seine Einladungen von Hand geschrieben zu haben, und zwar so, dass es jeder auch lesen könne. Dann hielt er eine Nachlese zu seinem 90. Geburtstag im vergangenen Jahr: "Der Jahrgang 27 wurde 90", rezitierte er. Die 9 gelte von alters her als Zahl der Vollkommenheit, "damit hat für mich die Weisheit endgültig die Oberhand gewonnen".

Nach dem Hauptgericht, einem deftigen Wurstsalat, dankte er den treuen Stammtischbesuchern. "Wir haben die Runde damals ins Leben gerufen, ohne die Absicht, eine Nebenregierung bilden zu wollen." Für einige Ehrengäste hatte er Geschenke parat, eingerahmte Bilder. Die überreichte er an Richard Wagner, Alt-Stadtrat von Tiengen, an Rita Schwarzelühr-Sutter und an Martin Albers, der sogar zwei Bilder bekam: "Eines von Tiengen und natürlich ein größeres von Waldshut."