Wohin mit alten Büchern? Bei den meisten Leuten landen die oft teuer eingekauften Werke nach einigen Jahrzehnten einfach im Altpapier. Dies hat für viele verständlicherweise einen bitteren Beigeschmack. Eine Alternative bietet Inge Rathberger in Zusammenarbeit mit einigen anderen Freiwilligen in der Buchkammer in der Waldshuter Gartenstraße. Hier kann jeder kostenlos alte Bücher abgeben, die er nicht mehr braucht, die aber zu schade zum Wegwerfen sind. Die Bücher werden dann von den ehrenamtlichen Helfern grob nach dem Genre sortiert und können dann ebenfalls kostenlos von neuen Interessenten wieder mitgenommen werden.

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Das Konzept hat man sich in Lörrach abgeschaut: „Ich war früher oft mit meinen Kindern in einer der drei Bücherkammern im Landkreis Lörrach und fand das großartig. So etwas wollte ich auch für Waldshut“, erklärt Inge Rathberger. Deshalb habe sie sich gemeinsam mit einigen anderen engagierten Bürgern an das Landratsamt gewandt, wo der Vorschlag angenommen wurde. Seit 2006 gibt es die Buchkammer in Waldshut nun schon.

An zwei Tagen geöffnet

Die Miete zahlt das Amt für Abfallwirtschaftsamt, die anfallende Arbeit übernehmen Ehrenamtliche. Das Konzept geht auf und findet Anklang. An den zwei Öffnungstagen (Mittwoch von 16 bis 18 Uhr und Samstag von 10 bis 12 Uhr) fänden teilweise bis zu 30 Personen ihren Weg in die Buchkammer. Diese befindet sich etwas versteckt im ersten Obergeschoss des Großgaragen-Betriebsgebäudes auf dem Badenwerkgelände (Gartenstraße 3 bis 9). „Bei schlechtem Wetter ist der Andrang meistens größer“, sagt die 59-Jährige.

Die Buchkammer Waldshut umfasst ein breites Sortiment an Büchern, vor allem Werke aus den 60er und 70er Jahren.
Die Buchkammer Waldshut umfasst ein breites Sortiment an Büchern, vor allem Werke aus den 60er und 70er Jahren. | Bild: Moritz Eckert

Das Sortiment sei sehr vielfältig. Von Kinder- über Geschichtsbücher bis hin zu Romanen sei für jeden etwas dabei. Inge Rathberger erklärt: „Der Großteil ist aus den 1960er und 1970er Jahren und stammt aus Haushaltsauflösungen und Umbauten.“ Stammkunden seien besonders ältere Leute, aber auch Schulklassen seien schon da gewesen: „Die Leute kommen aus dem ganzen Landkreis.“

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Die Stadtbücherei ist dabei grundsätzlich keine Konkurrenz für die Buchkammer: „Wer neue Bücher will, geht zur Bücherei, und wer ältere Bücher bevorzugt, kommt zu uns.“ Mittlerweile kann man nicht nur Bücher, sondern auch Spiele, CDs, DVDs, Schallplatten und andere Medien abgeben.

Auch Stammkunden helfen mit

Die Arbeit der Ehrenamtlichen kann man mit einer Spende in die Kaffeekasse honorieren, doch das ist laut Inge Rathberger kein Muss: „Ich freue mich einfach, wenn jemand ein passendes Buch für sich findet.“ Eine Stammkundin packt sogar immer selbst mit an: „Die Dame kommt um 10 Uhr, wenn wir samstags öffnen und hilft dann bis 12 Uhr Bücher zu sortieren oder was sonst an Arbeit anfällt.“

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