Frau von Kageneck, wer steht hinter dem Serviceclub Zonta Bad Säckingen?

Wir sind 21 berufstätige Frauen, die den Austausch pflegen, zusammenhalten, freundschaftlich miteinander verbunden sind und für die soziales Engagement selbstverständlich ist. Wir setzen uns für Frauen und Mädchen ein, unterstützen Benachteiligte und fördern begabte Frauen und Mädchen. Die gesellschaftliche und rechtliche Stellung der Frau hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich gebessert, es gibt noch viel zu tun.

Wer kann Clubmitglied werden?

Wir sind keine Clique, das heißt wir sind offen für alle Frauen, die entlang der Hochrheinschiene leben. Voraussetzung ist, dass sie berufstätig sind. Die Hausfrau, die von ihren Aufgaben her „Vorstand eines mittelständischen Unternehmens“ ist, ist selbstverständlich auch willkommen. Wir haben bei den Berufen einen guten Querschnitt durch die Gesellschaft. Mitglieder zahlen einen Jahresbeitrag, wirken im Rahmen ihrer Möglichkeiten bei unseren Aktivitäten mit und kommen zu unseren monatlichen Treffen in Bad Säckingen. Wer mitmachen will, wird zunächst zu einem unserer Treffen eingeladen, um zu sehen, ob es für beide Seiten passt. Per E-Mail (praesidentin@zonta-badsaeckingen.de) können Frauen Kontakt mit mir aufnehmen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied.

Was ist aktuell ein Schwerpunkt des Engagements von Zonta?

Frauenaltersarmut ist ein großes Thema, das uns sehr am Herzen liegt. Es gibt auch bei uns viele Frauen, die weniger als die Grundsicherung an Rente bekommen und oft nicht zum Amt gehen. Da es schwer ist, an ihre Adressen ranzukommen, geben wir Geld, das wir bei Aktionen sammeln, an einen hiesigen Wohlfahrtsverband. Er kann durch seine Arbeit in die Haushalte reingucken und weiß, wo Not herrscht. Er setzt dann das Geld gezielt für diese Frauen ein.

Können Sie uns einige Beispiele für Aktionen nennen?

Wir organisieren Konzerte und öffentliche Vorträge und hatten zum Beispiel einen Sektausschank in der Bad Säckinger Innenstadt. Im Mai dieses Jahr bewirteten wir zum fünften Mal beim Golfturnier Obere Alp in Stühlingen in der Hütte beim neunten Loch. Unsere selbst gebackenen Kuchen wie Zitronentorte, Schaumgebäck mit Schokolade oder Blätterteigteilchen mit Lachs sind mittlerweile so beliebt, dass sich die Leute richtig darauf stürzen.

Bekannt ist Zonta auch für sein Projekt „Power Girls“, das kürzlich beim Innovationspreis des Landkreises ausgezeichnet wurde, richtig?

Ja, 18 Jahre lang sponsern wir schon Schulen und Gruppen Selbstverteidigungskurse für Mädchen mit Bianka Neußer. Die Kurse sind gefragter denn je. Es ist schon eine Leistung, etwas über so viele Jahre aufrecht zu erhalten. Ein anderes Langzeitprojekt von uns ist Gemit, bei dem es um das Miteinander der Generationen geht. Es läuft schon sieben Jahre. Aktuell sind es die achten Klassen der Realschule Tiengen, die in ihren Wohnorten alte Menschen in Einrichtungen besuchen und Zeit mit ihnen verbringen. Damit verbunden ist ein Erste Hilfe Kurs, den sie von uns spendiert bekommen.

Wofür steht eigentlich Zonta?

Unser Name stammt aus der Sprache der Sioux-Indianer. Das Zonta-Zeichen vereint fünf indianische Symbole, die für den Geist der Zonta Clubs stehen: Inspiration, Zusammenhalt, Gemeinsamkeit, Schutz, Ehrlichkeit und Vertrauen.

Zonta International wurde 1919 in Buffalo (USA) gegründet, feiern Sie auch vor Ort dieses 100-jährige Jubiläum?

Ja, mit sechs anderen Zonta-Clubs veranstaltet der Zonta-Club Bad Säckingen am 8. September 2019 im Haus Salmegg in Rheinfelden eine große Retrospektive mit den Künstlerinnen, die den Zonta Regio-Kunstpreis bekommen haben. Wir sind einer der Zonta-Clubs, die diesen Preis für Frauen seit 20 Jahren ausloben. Der letzte wurde 2017 vergeben. Wir sind stolz, dass alle bisherigen zehn Preisträgerinnen ausstellen werden wie zum Beispiel Mechthild Ehmann und Daniela Erni.

Gibt es über das Geschlecht und die frauenspezifische Arbeit der Zonta- Clubs Unterschiede zu den männlichen Serviceclubs Lions, Rotary und Kiwanis?

Zonta-Präsidentinnen werden für zwei Jahre gewählt, Präsidenten wechseln jedes Jahr. Wir treffen uns einmal im Monat, die Männer in der Regel einmal die Woche. Sie haben Seilschaften, wir weltweit Netzwerke. Zonta hat zum Beispiel Repräsentantinnen in verschiedenen UN-Organisationen wie Unicef und arbeitet mit Einrichtungen wie der Who zusammen. Es besteht aber keine Konkurrenz zwischen den Clubs, wir ergänzen uns eher.

Was ist für Sie das Schönste am Zonta-Clubleben?

Dass wir einen so guten Zusammenhalt haben und jede durch die verschiedenen Berufe andere Sichtweisen einbringt. Man bekommt Einblicke in andere Leben, dadurch lernt man über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und erweitert seinen Horizont. Dies auch durch die Vorträge bei etwa jedem zweiten unserer Club-Treffen. Sehr beeindruckend finde ich auch die Treffen von Zonta-Clubs aus ganz Deutschland, rund 130 gibt es. Man spürt die Frauenpower und wird sich bewusst, was sie bewegen kann.

Fragen: Ursula Freudig