Unter diversen Hashtags wie #strickenmachtglücklich finden sich auf Instagram zuhauf Fotos junger Menschen, die ihre Handarbeiten mit der digitalen Welt teilen. Da werden Bilder von großen und kleinen Maschen, bunten Wollknäulen und halbfertigen Strickjacken gepostet.

Die Vorstellung von der Großmutter, die am Kachelofen sitzt und Handschuhe, Schals und Pullover für die Enkel strickt, ist demnach völlig überholt. Stricken ist eben wieder in.

Das beweist auch eine Ausstellung, die derzeit in Schaffhausen zu sehen ist. In den ehemaligen Hallen der ersten Kammgarnspinnerei der Schweiz spürt das Museum zu Allerheiligen der Erfolgsgeschichte der "Schaffhauser Wolle" in der gleichnamigen Ausstellung nach.

Sachen gibt's: Der 9. Juni ist der internationale Stricktag

Für den internationalen Stricktag – den gibt es tatsächlich – am 9. Juni hat sich das Museum etwas ganz Besonderes ausgedacht. Die Künstlerin Madame Tricot wird ihre sogenannte Knitting-Art-Installation eröffnen. Von der Wurst über den Schweinskopf bis zur Käseplatte – alles ist täuschend echt gestrickt.

Fisch- und Käseplatte – alles aus Wolle. Madame Tricot stellt ab 9. Juni ihre Kunst in Schaffhausen aus.
Fisch- und Käseplatte – alles aus Wolle. Madame Tricot stellt ab 9. Juni ihre Kunst in Schaffhausen aus. | Bild: Daniel Ammann

Echt sind auch die Schafe, die an jenem Tag vor den Augen der Besucher geschoren werden. Ihre Wolle wird dann an Mitmach-Stationen, wie es in der Ankündigung des Museums heißt, gesponnen und gefärbt.

Auf den ersten Blick mag es verwundern, warum das Thema Wolle ausgerechnet im Frühsommer auf der Agenda steht. Regelmäßige Leser des Bauernkalenders aber wissen: Rund um den 11. Juni ist mit der Schafskälte zu rechnen. Wenn die Tage wieder kühler werden sollten, ist ein Wollpulli – am besten ein selbstgestrickter – gar nicht zu verachten.

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