Die Aktionsgemeinschaft Tiengen hat mit der Wahl von Zara Tiefert-Reckermann zur neuen Vorsitzenden nicht nur einen Generationenwechsel vollzogen. Die 38 Jahre alte Kunsthistorikerin, die in den beiden Familienbetrieben Tiefert und Reckermann (Immobilien) arbeitet, legt gleich richtig los. Bereits am kommenden Montag will sie mit möglichst vielen Mitgliedern in einem Innvoationslabor Ideen entwickeln, wie die Innenstadt von Tiengen belebt werden kann. Geleitet wird die Veranstaltung von Bernhard Behringer aus Waldshut. Zara Tiefert-Reckermann trat in der vergangenen Woche die Nachfolge von Christa Bader an, die 17 Jahre lang die Geschicke des Gewerbevereins geleitet hat.

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Bevor die Mutter eines Sohnes anfangen wird, „die großen Fußstapfen“, die ihr Christa Bader hinterlassen habe, auszufüllen, stand die Vorgängerin selbst noch einmal mit Mittelpunkt der Hauptversammlung. Nachdem Jürgen Wiener, Leiter der Ortspolizeibehörde, das geplante Parken via App vorgestellt hatte, gab Bader einen Überblick über das Engagement der Aktionsgemeinschaft, das jetzt folgerichtig in dem geplanten Innovationslabor mündet.

Tiengen 4.0

So habe man die Werbung vereinheitlicht und konzentriert, der Arbeitskreis „Tien­gen 4.0“ sei für Filme über Aktionen in Tiengen auf Instagram verantwortlich, die Homepage sei neu gestaltet worden und die erste Tiengener Stadtputzete sei ein toller Erfolg gewesen. Ebenso wie das 20. Weihnachtsgewinnspiel von Aktionsgemeinschaft, Werbe- und Förderungskreis Waldshut und SÜDKURIER Medienhaus im vergangenen Jahr.

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Baders Blick ging indes nicht nur zurück, sondern auch zielgerichtet nach vorne. So setze sie auf eine gute Lösung mit der Verwaltung, wenn der Parkplatz am Sulzerring endgültig nach Baubeginn des dort geplanten Geschäftshauses „Klettgau-Carree“ wegfalle. Christa Bader: „Das werden zwei schwierige Jahre.“ Im Auge behalten will die Aktionsgemeinschaft auch die Aktualisierung des Zentrenkonzepts durch die Stadtverwaltung und gab sogleich auch ein wichtiges Ziel selbst vor: „Lebenswerte Innenstädte brauchen Frequenz.“ Bader zeigte sich aber überzeugt davon, dass mit etwas gutem Wille ein gutes Ergebnis erzielt werden könne.

Lob für gute Zusammenarbeit

Die Überarbeitung des Zentrenkonzepts, also der Regeln, was außerhalb der Innenstädte auf der sogenannten grünen Wiese verkauft werden darf, griff auch Christian Straub mit einer ähnlichen Intention in seinem Grußwort auf. Überhaupt lobte der Vorsitzende des Werbe- und Förderungskreises Waldshut die sehr gute Zusammenarbeit über die Grenzen der beiden Kernstädte hinweg. Die Herausforderungen seien oft die selben. So die Erreichbarkeit, das Parken und die Bagatellgrenze für die Rückerstattung der Mehrwertsteuer bei Einkäufen von Schweizer Kunden. Christa Bader über das „leidige Thema Erreichbarkeit“: „Wir brauchen vernünftige Schilder am Ortseingang und ein Leitsystem.“ 

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Einen weiten Blick in die Zukunft richtete bei der Hauptversammlung der Aktionsgemeinschaft Tiengen Harald Ebi in seiner Funktion als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Schmittenau (IGS). Neben einer „guten Zusammenarbeit“ der drei Gewerbevereine der Doppelstadt warf er sogar die Frage auf, ob „wir in Zukunft noch drei Gewerbevereine brauchen?“. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Doppelstadt durch das geplante Zentralkrankenhaus im Westen und die Überplanung den Lauffenmühle-Areals im Osten (Lauchringen) in die Zange genommen werde.