Trotz Gummistiefel bleiben so manche Kinderfüße an diesem Vormittag nicht trocken. Die 16 Teilnehmer des Fez-Angebots Ökomobil stehen in der Wutach und suchen nach kleinen Tierchen. Unter dem Motto „Wilder Fluss“ wollen sie gemeinsam mit Klaus Goldmann vom Regierungspräsidium, der mit dem Ökomobil angereist kam, herausfinden, was der Fluss als Lebensraum für kleine Tiere hergibt. Neben dem Ökomobil bietet Fez auch dieses Jahr viele weitere Angebote, die sehr gut angenommen werden. Zum ersten Mal gehört auch das Ganztagsangebot Sommer-Erlebniswochen in der Stadthalle Tiengen dazu. Inklusive diesem Ganztagsprogramm nutzen insgesamt 200 Kinder die Fez-Angebote.

Die Sommer-Erlebniswochen in der Stadthalle Tiengen sind das neue Ganztagesprogramm der Stadt in den Ferien. Hierbei sind die Kinder sportlich.
Die Sommer-Erlebniswochen in der Stadthalle Tiengen sind das neue Ganztagesprogramm der Stadt in den Ferien. Hierbei sind die Kinder sportlich. | Bild: Verena Wehrle

Gestartet ist das Kinderferienprogramm Ferien zu Hause (Fez) am vergangenen Montag, zur Mitte der Ferienzeit. Die Kinder beim Ökomobil erforschen den Fluss. „Ich habe einen Loch im Gummistiefel“ sagt ein Mädchen und entscheidet sich für einen Köcher mit längerem Stab, damit sie nicht mehr im Wasser stehen muss. Doch auch die anderen Kinder haben die Höhe des Wassers unterschätzt und haben schon bald nasse Füße. Klaus Goldmann, der das „rollende Naturschutzlabor“ mitgebracht hat, nimmt das gelassen. Er will den Kindern ihre heimische Natur näher bringen. Sie können die Tierre selbst fangen und anschließend werden sie im Ökomobil unter den Stereolupen genauer betrachtet. „Dann können die Kinder sehen wie die Tiere an ihr Leben im Wasser angepasst sind, etwa durch Stromlinien oder Saugnäpfe“, erklärt Goldmann. Alle machen begeistert mit.

Die Sommer-Erlebniswochen in der Stadthalle Tiengen sind das neue Ganztagesprogramm der Stadt in den Ferien. Hierbei sind die Kinder sportlich.
Die Sommer-Erlebniswochen in der Stadthalle Tiengen sind das neue Ganztagesprogramm der Stadt in den Ferien. Hierbei sind die Kinder sportlich. | Bild: Verena Wehrle

Nur ein paar Meter weiter in der Stadthalle Tiengen geht es sportlicher zu. Hier bietet die Stadt Waldshut-Tiengen zum ersten Mal mit den Erlebnis-Sommerwochen ein Ganztagsprogramm für Kinder von sieben bis 15 Jahren. „Wir haben es eingeführt, weil wir einfach den Bedarf gesehen haben“, sagt Silke Padova, die Leiterin des Kinder- und Jugendreferats. „Es ist für viele Eltern nicht leicht, sechs Wochen Ferien zu überbrücken“, fügt sie hinzu. Gerade hier in der Region sei dies für viele Eltern ein Problem, vor allem für jene, die in der Schweiz arbeiten und weniger Urlaub haben. Für das Ganztagsangebot arbeitet die Stadt mit dem österreichischen Team von „XundinsLeben“ zusammen, die das Ferienprogramm inklusive Betreuer und der kompletten Ausrüstung gestalten. Es startete mit einer Erlebnis-Sportwoche, darauf folgt eine Erlebniswoche „Wald und Wiese“. 25 Kinder nehmen an dem Ganztagsprogramm von 8 bis 17 Uhr teil. Silke Padova zeigt sich zufrieden. Der Probelauf der Erlebniswochen sei kostendeckend. „Die Kinder sind sehr begeistert und am Abend sehr erschöpft“, sagt Mona Ditter von „XundinsLeben“. Der positive Nebeneffekt: Sie würden am am Abend früh ins Bett gehen.

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Bei Fez lege man in diesem Jahr besonders Wert auf die Bewegung der Kinder und ein gesundes vollwertiges Mittagessen, so Padova. Und der Fokus sei auf ein regionales Angebot gelegt worden, welches einen großen Nutzen für die Kinder habe. Rund 40 Vereine, Firmen und Privatpersonen bieten 50 verschiedene Programmpunkte an. „So lernen die Kinder auch die Vereine vor Ort kennen“, sagt Padova. Insgesamt sei sie sehr zufrieden mit der Belegung der Angebote. 155 Kinder nutzen die Fez-Programmpunkte, viele seien ausgebucht, bei manchen gebe es sogar eine lange Warteliste. Die längste Warteliste mit der doppelten Teilnehmerzahl gibt es bei der Schnitzwerkstatt, die die Holzwerkstatt aus Gurtweil zum ersten Mal anbietet. Deshalb wird die Werkstatt ein zweites Mal angeboten. Sehr beliebt mit einer langen Warteliste sei auch das Comiczeichnen, das es ebenfalls zum ersten Mal gibt, das jedoch nicht wiederholt werden kann. Auch Kampfsport sei sehr gefragt, so Padova.

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Sie sei auch erfreut über die hohe Anzahl an Gastgebern und Betreuern, einige von ihnen seien schon seit 40 Jahren dabei. Auffällig sei, dass in diesem Jahr sehr viele junge Betreuer mit dabei sind. Auch wenn alle Angebote gut belegt seien, gebe es vereinzelt noch freie Plätze, zu denen sich Kinder noch anmelden können.

Beim Fez-Programm Ökomobil untersuchen Kinder die Tiere aus der Wutach. Bilder: Verena Wehrle
Beim Fez-Programm Ökomobil untersuchen Kinder die Tiere aus der Wutach. | Bild: Verena Wehrle

Vom 2. bis 6. September folgt die Kinderspielstadt Fezitty in der Stadthalle Tiengen. Daran nehmen 80 Kinder teil, hierfür gibt es eine Warteliste. Auch wenn Fez insgesamt ein Erfolg sei, wolle man es stetig weiterentwickeln. Dafür hat Silke Padova bereits mit Eltern über ihre Bedürfnisse gesprochen. „Wir wollen es Jahr für Jahr optimieren, sodass es zum einen für die Fachkräfte gut gesteuert werden kann, zum anderen die Eltern ihre Kinder weiterhin gut versorgt sehen und zum anderen die Kinder gleichzeitig erleben und lernen können“, sagt Padova.

Hier sind noch Plätze frei

  • Geo-Caching im Wildgehege: Nicht im Programmheft und nachträglich hinzugekommen ist Geo-Caching im Wildgehege am Montag, 26. August von 12 bis 17 Uhr. Die Kinder suchen mit ihren GPS-Geräten einen kleinen Schatz, werden anschließend Würstchen grillen und Stockbrot backen.
  • Mädelstag: Kleidung aufpeppen, Wellness, kochen und vieles mehr sind die Themen für den ersten Mädelstag bei FEZ. Dieser findet statt am Freitag, 30. August, von 10 bis 15 Uhr im Jugendzentrum Tiengen.
  • Schach: Schachspielen ist eine große Herausforderung. In diesem Spiel erhalten Kinder die Möglichkeit, durch erfahrene Mitglieder des Waldshut-Tiengener Schachclubs ein paar Tipps über verschiedene Eröffnungen, Varianten und Kombinationen zu bekommen und auszuprobieren. Schließlich gilt die Devise „Übung macht den Meister bzw. die Meisterin“. Freitag, 30. August, von 14 bis 16.30 Uhr im Aufenthaltsraum des Hochrhein-Gymnasiums.
  • Schnupperkurs Karate: Die Teilnehmer bekommen einen kleinen Einblick in die vielseitige Sportart Karate vom Karate-Club Waldshut. Der Schnupperkurs findet statt am Donnerstag, 29. August, von 14 bis 17 Uhr in der Hochrhein-Sporthalle Waldshut.
  • Anmelden und registrieren kann man sich unter (www.fez-waldshut.de) oder telefonisch unter 07751/83 3 1 53 oder 07741/83 3 5 20. Sämtliche Angebote
    bei Fez sind inklusiv, das heißt, sie
    richten sich auch an Kinder mit Handicap.