Waldshut-Tiengen – Die Kolpingbrücke ist eine der am meisten befahrenen Straßenstücke in Waldshut. Die beiden Auffahrtsrampen der Bundestraße aus Richtung Tiengen und Dogern leiten die Autofahrer über die Brücke in das Stadtgebiet jenseits der Bahn zu den Einkaufsmärkten, Schulen und Wohngebieten. Der Rückweg über die Brückenstraße ist dabei ein logischer. Im Gemeinderat wurde am Montagabend eine umfängliche Sanierung der Kolpingbrücke im kommenden Jahr beschlossen – die vorliegende Kostenschätzung liegt bei 1,2 Millionen Euro.

Erhebliche Mängel am Bauwerk

In der turnusmäßigen Hauptprüfung 2015 wurden erhebliche Mängel am Brückenbauwerk festgestellt. Mit einer Gesamtbenotung von 3,3 schnitt die 47 Jahre alte Brücke in puncto Tragfähigkeit, Zustand des Bauwerks und Verkehrssicherheit nur durchschnittlich ab. Unter anderem sei die Abdichtung der Brückenoberfläche undicht, „Wasser tritt dabei in die Brückensubstanz ein, das führt zu einer sichtbaren Korrosion“, erklärte Theo Merz, der Leiter des städtischen Tiefbauamts. Die Kolpingbrücke dient ebenfalls als Eisenbahnüberführung der Gleisanlagen auf der Hochrheinstrecke, die Bahn beanstandete schon vor einiger Zeit die undichten Fugen an der Brückenunterseite.

26. Juli bis 8. September gilt als Zeitraum

Nicht nur die Brücke ist in Waldshut sanierungsbedürftig. Die Auf- und Abfahrtsrampen zur Brücke, die jedoch zum Eigentum des Bundes gehören, stehen seit geraumer Zeit im Wartestand für eine Ausbesserung. Das Regierungspräsidium Freiburg teilte dem städtischen Tiefbauamt nun mit, dass die Arbeiten an den Auf – und Zubringern im kommenden Jahr beginnen sollen. „Wir wollen deshalb in einer Gemeinschaftsmaßnahme mit dem Bund die Instandsetzung der Kolpingbrücke im nächsten Sommer starten“, sagte Merz, der als genauen Zeitraum die Sommerferien, 26. Juli bis 8. September, nannte. Sowohl das Regierungspräsidium als auch das städtische Tiefbauamt wollen das Ingenieurbüro Breinlinger Ingenieure GmbH aus Tuttlingen für die beiden Bauprojekte beauftragen.

Verkehrschaos soll verhindert werden

Mit der gemeinsam koordinierten Aktion von Stadt und Bund soll ein Verkehrschaos im Stadtgebiet verhindert werden, Einschränkungen im Verkehr wird es jedoch geben. „Wir können nicht sagen, ob es zu einer Vollsperrung oder einer Teilsperrung kommt, dafür ist es noch zu früh“, sagte Merz.

Neben Maßnahmen zur Abdichtung und Ausbesserung der Substanz soll ein Schwerpunkt auf einer verbesserten Verkehrsicherheit für Fußgänger liegen. Sylvia Döbele (SPD) monierte den Zustand der Gehwege, diese seien durch den Belag für Fußgänger zu rutschig. Merz erklärte, dass im Rahmen der Arbeiten sowohl eine griffige Oberfläche angedacht sei als auch eine Erhöhung der Brückengeländer auf 100 Zentimeter.

Daten zur Kolpingbrücke

Die Kolpingbrücke wurde im Jahr 1970 erbaut, ein Jahr später folgte die Inbetriebnahme. Der Überbau besteht aus einer Hohlplatte mit Stahlbeton. Die Gesamtbreite beträgt 15,50 Meter,die Gesamtspannweite liegt bei 55,40 Metern.