2019 ist Klaus Mertens „als der ideale Vermittler für Johann Sebastian Bachs Kantaten- und Passionstexte“ mit der Bach-Medaille der Stadt Leipzig ausgezeichnet worden. Jetzt genossen viele Gäste seines langjährigen Fanklubs in der Versöhnungskirche in Waldshut das Konzert, sie waren sogar aus Nürnberg angereist. Klaus Mertens sagte vor dem Beginn: „Ich bin sehr gerne hier in Waldshut, es ist wie heimkommen.“

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Mit Trude Klein, der ehemaligen Bezirkskantorin, verbindet ihn seit 1989 eine enge Freundschaft. „Mit dem heutigen Programm möchten wir das Weihnachtsfest noch ein wenig nachklingen lassen“, moderierte Bezirkskantor Matthias Flierl, „wir freuen uns, wenn Sie alle hier mitsingen bei „Ich stehe an Deiner Krippen hier“, aus dem „Schemellis musikalischen Gesangbuch“ von Johann Sebastian Bach, Leipzig 1736.“ Er begleitete Klaus Mertens durch die Stücke an der Marc-Garnier-Orgel.

Klaus Mertens wurde beim Stück „Quia fecit mihi magna“ von Johann Sebastion Bach von Matthias Flierl an der Truhenorgel begleitet.
Klaus Mertens wurde beim Stück „Quia fecit mihi magna“ von Johann Sebastion Bach von Matthias Flierl an der Truhenorgel begleitet. | Bild: Karin Wichert

Zu allen zarteren Stücken aus Bachs „Orgelbüchlein“ von 1708 bis 1717, zum Beispiel „In dulci jubilo“, wechselte er an die Truhenorgel. Die Stimmung wurde feierlich, warm, fast besinnlich. Unterstützt wurde das Ambiente durch den mit mehr als 100 Strohsternen geschmückten Weihnachtsbaum im Hintergrund. Abgestimmt auf das Stück wurden die Register der Orgel jedes Mal angepasst. Mal erklang sie melodisch sanft und begleitend, mal ertönte sie wie ein Blasinstrument, wenn eine Variation von Pfeiftönen Oktaven wechselnd laut und mit viel Luft den Kirchenraum füllten. „Mich macht es stolz, daß ich alle Bach-Kantaten singen kann und einspielen durfte. Das ist eine große Besonderheit in meiner Karriere. Bachs Kompositionen sind voller Geheimnisse und Entdeckungen“, erläuterte Klaus Mertens. Es ist ihm ein Anliegen wertvolle, ungehörte oder lange verschollene Werke wieder zum Klingen zu bringen.

Beliebtes Stück

Neben Ton Koopman arbeitete er mit nahezu allen bedeutenden Dirigenten der sogenannten Alten Musik zusammen. In der Arie „The Messiah“ von Georg Friedrich Händel sang er kraft- und ausdrucksvoll auf Englisch. Das Werk gehört zu den populärsten der geistlichen Musik des christlichen Abendlands. Es ist ein Oratorium auf Bibeltexte in einer englischen Zusammenstellung von Charles Jennens.

Klaus Mertens sang langsam und huldvoll Weihnachtslieder von Peter Cornelius. Matthias Flierl begleitete ihn am Bechstein Flügel.
Klaus Mertens sang langsam und huldvoll Weihnachtslieder von Peter Cornelius. Matthias Flierl begleitete ihn am Bechstein Flügel. | Bild: Karin Wichert

Nach der Pause wechselte Matthias Flierl an den Bechstein Flügel. „Dieser Flügel ist über 100 Jahre alt. Er wurde in den letzten Wochen Dank eines erfahrenen Klaviermeisters und einigen Fördergeldern sehr gut renoviert“, freute er sich. Herausragend klang es im „Präludium für Klavier“ von Max Reger. Nachdenklich und langsam, fast traurig, ließ Klaus Mertens die „Mörike Lieder“ von Hugo Wolf erklingen. Mitsingen durf ten dann die Zuhörer im Stück „Hör der Engel helle Lieder“, was mit einem lang anhaltenden, intensiven Beifall endete. Zwei Zugaben mit Werken von Beethoven waren das Geschenk beider Musiker als Ausklang für das Konzert.