Geräucherte Forellen gehören zu den Spezialitäten des Fischerfestes, das alljährlich vom Sportfischerverein Waldshut am Albbrucker Dreispitz veranstaltet wird, zuletzt vor zwei Wochen, am 30. Juni. Diesmal gab es jedoch keine Forellen. Schuld daran war, so lautete vor Ort die Erklärung des Vereins, eine Verschmutzung der vereinseigenen Fischgewässer. Auf Anfrage dieser Zeitung beim Umweltamt des Landratsamtes gab Pressesprecher Michael Swientek Auskunft.

Tote Fische im Mühlbach, die aufgrund einer Gewässcherverschmutzung verendeten.
Tote Fische im Mühlbach, die aufgrund einer Gewässerverschmutzung verendeten. | Bild: Sportfischerverein

Am 26. Juni ging über die Polizei die Anzeige einer Gewässerverunreinigung im Mühlbach bei Kiesenbach ein. Bei den Fischteichen am Mühlbach wurde daraufhin von der Feuerwehr Albbruck die Wasserzufuhr aus dem Mühlbach ersetzt durch das Zuführen von Frischwasser aus dem Hydranten. Die polizeilichen Ermittlungen zur Ursache sind noch im Gang.

Das könnte Sie auch interessieren

Am 27. Juni ging bei der Feuerwehr Albbruck und der Polizei die Meldung über Benzin im Haldenbach in Birndorf ein. Das Landratsamt, Amt für Umweltschutz, wurde ebenfalls informiert und war am Schadensort. Die Feuerwehr legte Ölsperren im Haldenbach, der weiter bachabwärts in den Mühlbach fließt. Im Ortsbereich Birndorf wurden Drainagen und Ableitungskanäle abschnittsweise abgesperrt, gespült und das Öl-Wasser-Gemisch von einer Fachfirma abgesaugt und entsorgt. Ursache war ein Unfall beim Betanken eines privaten Heizöltanks. Auch hier sind die polizeilichen Ermittlungen zum Unfallhergang und den Verantwortlichkeiten im Gang.

Lehmiges Erdmaterial im Mühlbach

Am 28.  Juni erhielt das Landratsamt Waldshut eine Meldung über tote Fische und eingetrübtes Wasser unterhalb der Kiesenbacher Wasserfälle im Mühlbach. Die Vor-Ort-Ermittlungen des Landratsamtes ergaben als Ursache einen Eintrag von lehmigem Erdmaterial im Oberlauf des Mühlbachs durch weidende Rinder und eine defekte Drainageleitung. Die Reparaturarbeiten sind im Gang.

Das könnte Sie auch interessieren

Gerd Albietz, Vorsitzender des Sportfischervereins, schickte Fotos vom Zustand des Baches am 26. Juni: der Bach eine trübe Brühe. Albietz beschreibt die Situation so: „Wir und unser Mitpächter Wolfgang Rotzinger aus Albbruck konnten am 27. Juni keine lebendigen Fische mehr im Bach entdecken.“ Weiter stellte er fest: Es handelt sich nicht um Benzin, sondern um Heizöl. „Am 28. Juni benachrichtigten wir das Landratsamt über tote Fische“, so Albietz. Ob die Fehleinleitung durch lehmiges Erdmaterial verursacht wurde, könne und wolle er nicht bewerten. Ob aber Lehm im Bach anfange zu schäumen, dass müssten andere beurteilen.

Bauamtsleiter bestätigt zwei Vorfälle

Über die Vorgänge am Mühlbach habe er auch den Landesfischereiverband informiert. In der Sitzung des Albbrucker Gemeinderates am vergangenen Montag erklärte Bauamtsleiter Rainer Fechtig, dass es zwei Vorfälle gegeben habe. Der erste habe dazu geführt, dass die Fische verendet seien, hier werde noch ermittelt. Im zweiten Fall sei bei einer Anlieferung von Brennstoff Heizöl abgeflossen und erst ins Erdreich und dann in den Bach gelangt.

Das könnte Sie auch interessieren