"Nichts geht über einen schönen, gut gepflegten Rasenplatz, doch der Kunstrasenplatz ist eine hervorragende Alternative für den Trainings- und Spielbetrieb." Das sagt Armin Leichenauer, Präsident des FC Tiengen 08, bei dem wir uns dieser Tage nach den Erfahrungen mit dem vor drei Jahren in Betrieb genommenen Kunstrasenplatz informierten. "Der Kunstrasenplatz ist pflegeleicht und ganzjährig bespielbar und daher eine tolle Ergänzung zu unserem Rasenplatz", erzählt Leichenauer, der sehr froh darüber ist, den Rasenplatz im Langensteinstadion durch den Kunstrasenplatz entlasten zu können.

Geschäftsführer Rainer Schillinger (l.) und Platzwart Uwe Dorfmeister verlegen auf dem Kunstrasenplatz Abgrenzungen, die ab der Landesliga vorgeschrieben sind.
Geschäftsführer Rainer Schillinger (l.) und Platzwart Uwe Dorfmeister verlegen auf dem Kunstrasenplatz Abgrenzungen, die ab der Landesliga vorgeschrieben sind. | Bild: Günter Salzmann

Warum eigentlich Kunstrasenplatz? Fast jeder Fußballverein hat neben dem Hauptspielfeld einen Nebenplatz für den Trainings- und Spielbetrieb. Zum Teil waren es bisher weniger gut betreute Rasenplätze, dann Hart- und Rindenplätze, bis dann vor etwa 20 Jahren die ersten Kunstrasenplätze auf den Markt kamen. Die erste Generation dieser Plätze waren noch nicht das "Gelbe vom Ei", doch seit einigen Jahren haben Kunstrasenplätze vom Unterbau und Rasenbeschaffenheit eine Qualität, die viele Vereine – je nach geographischer und topographischer Lage – veranlasste, nur noch auf Kunstrasen zu spielen.

Plätze sind ganzjährig bespielbar

Sie haben den Vorteil, dass sie ganzjährig bespielbar sind. Rainer Schillinger, Geschäftsführer des FC Tiengen, erklärt auch warum: "Die kompakte Dämpfung im Untergrund verhindert den Frost auf dem Kunstrasen, so dass nach wenigen Stunden der Schnee schmilzt, der Platz somit auch im Winter bei Eis und Schnee bespielbar ist."

Drei Kunstrasenplätze im Stadtgebiet

Wie dem auch sei: Die Stadt Waldshut-Tiengen, dem Sport schon immer sehr aufgeschlossen, beschloss 2014 den Bau dreier Kunstrasenplätze für den VfB Waldshut, den SV Eschbach und den FC Tiengen. Wegen des benachbarten Schulzentrums sind beim FC Tiengen auch die Schulen Mitbenutzer des Kunstrasenplatzes. Im Sommer/Herbst 2015 wurden die Plätze ihrer Bestimmung übergeben und sind seitdem eine Bereicherung für Sportler, Vereine und Schulsport.

Spezialkehrmaschine saugt Granulat und Feinstaub

Hersteller der Plätze war eine Firma aus Weil am Rhein, die in dieser Woche die jährlichen Wartungsarbeiten erledigte. Mit einer Spezialkehrmaschine wurden Granulat und Feinstaub abgesaugt und lose Nahtstellen der knapp drei Meter breiten Kunstrasenbahnen neu verklebt. Nachgebessert wurden auch die Markierungen im Spielfeld, womit der Platz mit relativ wenig Aufwand den Zustand vom ersten Tag der Inbetriebnahme erhielt.

Zwei Mitarbeiter der Herstellerfirma verkleben hier etwas los gewordene Nahtstellen, der etwa drei Meter breiten Rasenbahnen.
Zwei Mitarbeiter der Herstellerfirma verkleben hier etwas los gewordene Nahtstellen, der etwa drei Meter breiten Rasenbahnen. | Bild: Günter Salzmann

"Freilich sind Kunstrasenplätze nicht ganz wartungsfrei", weiß Platzwart Uwe Dorfmeister, der jede Woche den Platz mindestens einmal mit einem großen Abzugsbesen reinigt. Daneben gilt es, aufkommendes Unkraut am Rande der Stellplatten zu entfernen. "Mehr fällt eigentlich nicht an", sagt Dorfmeister und verweist auf den Mehraufwand bei Rasenplätzen, die nicht nur gemäht und gedüngt sondern denen zuweilen auch Sand zugeführt werden muss.

Torwart erklärt die Vorteile

Dazu kommt, dass Kunstrasenplätze topfeben sind, was bei Rasenplätzen nicht immer der Fall ist. Martin Hackenberger, Torwart der ersten Mannschaft, sagt dazu: "Der Ball verspringt nicht mehr so, ist berechenbarer, was ein technisch besseres Spiel ermöglicht." Hackenberger weiter: "Für mich als Torhüter ist der Untergrund zwar etwas härter und der Ball wird bei Nässe noch schneller als auf dem Rasenplatz, aber wir sind alle restlos zufrieden mit dem Kunstrasenplatz, der eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Trainingsplatz im alten Langensteinstadion für uns ist."