Tiengen – Teddybären, Puppen, Autos – wenn Mädchen und Jungen Spielzeug-Fachgeschäfte besuchen, kommen sie aus dem Staunen meist gar nicht mehr heraus. Und genau das liebt Klara Maier an ihrem Beruf am meisten. In wenigen Wochen wird sie mit ihrem Geschäft Max Fritz in der Tiengener Hauptstraße die Inhaberin des einzigen Spielwaren-Fachgeschäftes in der Stadt sein. Denn das Traditionshaus May gibt Vedes Spiel + Freizeit in der Waldshuter Kaiserstraße für ein Unterwäsche-Fachgeschäft auf.

Blickt man über die Stadtgrenzen hinaus, fällt auf, dass es in der Region nur wenige Spielwaren-Fachgeschäfte gibt. Neben Max Fritz in Tiengen gibt es in Lauchringen noch den Holzwurm. Andere Fachgeschäfte hingegen halten sich in der Doppelstadt etwa aus den Sparten Drogerie, Sport, Schmuck und Elektro. Doch woran liegt es, dass Spielwaren-Fachgeschäfte so selten sind? Klara Maier weiß die Antwort: „Zum einen sind die Margen bei uns nicht so hoch. Wir müssen beim Einkauf genau darauf achten, zu welchem Preis wir Ware kaufen.“ Hinzu komme, dass es ständig Neuerungen bei Spielwaren gibt. „Wir schaffen es kaum, unsere Ware zu verkaufen, dann kommen schon wieder Neuheiten auf den Markt“, erklärt sie. Ein Problem dabei sei, dass die Ware, die nicht verkauft wurde, bei den meisten Produzenten nicht wieder zurück gegeben werden könne. „Also bleibt man auf der Ware sitzen“, informiert Maier. Um immer auf dem neusten Stand zu sein, fährt Klara Maier regelmäßig auf Spielzeug-Messen. Meist nimmt sie ihre Tochter Susanne Maier und ein Mitarbeiterinnen mit. Klara Maier: „Wir schauen dort, was sich für unser Geschäft anbietet.“

Bei Klara Maier testen aber auch die ganz Kleinen die Spielsachen wie beispielsweise ihr Enkelsohn. „Da sehen wir direkt, wie etwas bei den Kindern ankommt“, sagt die 62-Jährige. Über Jahrzehnte hinweg ein Dauerrenner sei übrigens das Gesellschaftsspiel „Mensch ärgere Dich nicht“, weiß die Spielzeug-Fachfrau. Im Unterschied zu Geschäften, in denen Spielsachen nur im Randsortiment angeboten werden, seien bei Klara Maier die Verkäuferinnen speziell ausgebildet im Bereich Kinderspielwaren, sagt Klara Maier. Dazu gehören unter anderem auch Eisenbahnen, bei denen die Beratung besonders intensiv sein kann.

Die Beratung ist es laut Maier auch, die Spielzeug-Fachhändlern einen klaren Vorteil zum Internethandel und zu Nicht-Fachgeschäften verschafft. Die Geschäftsfrau: „Unsere Kunden schätzen das sehr. Außerdem können sie die Spielsachen bei uns anfassen und teilweise testen. Haben wir etwas einmal nicht vorrätig, können wir es natürlich auch bestellen“, sagt Maier, die das Geschäft seit 1978 leitet. Immer mehr involviert sie auch ihre Tochter Susanne Maier, die vielleicht irgendwann einmal das Geschäft ihrer Mutter übernehmen wird.