Dort, wo ab Sonntag wieder der Verkehr über die Waldshuter Kolpingbrücke in südlicher Richtung rollen wird, feierten Vertreter der beteiligten Firmen und der Stadtverwaltung am Freitagmittag die erfolgreiche Sanierung. „Ich bin froh, dass die Baustelle sich dem Ende nähert“, sagte Oberbürgermeister Philipp Frank bei Grillsteak und Nudelsalat.

Von der Stadt aus seien alle Arbeiten abgeschlossen. Das Regierungspräsidium müsse noch die Stützwände der Rampen instandsetzen lassen, und das neue Farbkonzept fehle noch, so der OB. Er rechnet mit einer Fertigstellung Ende des Jahres. Wenn das Wetter nicht mitspielt, könne es auch später werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Frank dankte allen an der Baumaßnahme beteiligten Firmen und den Bürgern, die mehr als ein Jahr lang Beeinträchtigungen durch Sperrungen, Umleitungen und Staus in Kauf nehmen mussten. „Ich kann ihren Ärger zum Teil verstehen und hoffe, dass sie das Ergebnis am Schluss versöhnen wird“, so der Verwaltungschef.

Mit dem Ergebnis meint der OB eine generalsanierte und farblich neu gestaltete Brücke, die mindestens die nächsten 25 Jahre halten wird, prognostiziert Xaver Ebner, Chef der Baufirma Gero Keller aus Albbruck, die den Generalauftrag für die Sanierung hat. Hätte man allerdings jetzt nichts an der Brücke gemacht, wäre sie in zwei bis drei Jahren geschlossen worden, sagte Ebner gegenüber dieser Zeitung. „Sie war so stark beschädigt, dass sie nicht mehr sicher gewesen wäre.“

Feiern die Wiedereröffnung der Kolpingbrücke (von links) Jürgen Wiener (Leiter Ortspolizeibehörde), Oberbürgermeister Philipp Frank, Nikolaus Albiez (stellvertretender Leiter SBG-Niederlassung Waldshut) und Xaver Ebner (Baufirma Gero Keller, rechts).
Feiern die Wiedereröffnung der Kolpingbrücke (von links) Jürgen Wiener (Leiter Ortspolizeibehörde), Oberbürgermeister Philipp Frank, Nikolaus Albiez (stellvertretender Leiter SBG-Niederlassung Waldshut) und Xaver Ebner (Baufirma Gero Keller, rechts). | Bild: Juliane Schlichter

Komplett kaputt waren unter anderem die zwölf Lager, auf denen die Kolpingbrücke liegt. „Ganz gravierend war es am Gehweg an einer Stelle. Der war komplett gebrochen und dadurch nicht mehr tragfähig“, schilderte Ebner das Ausmaß der Schäden. Die gesamte Entwässerung sei ebenfalls nicht mehr funktionsfähig gewesen, was zu „schweren Schäden im Betonbereich“ geführt habe. Ein Großteil der Mängel sei erst nach Beginn der Arbeiten sichtbar geworden.

Diese „Überraschungen“, wie Xaver Ebner die zuvor verborgenen Schäden nennt, sind auch ein Grund, warum sich der Abschluss der Sanierung mehrmals verzögert hat. Zunächst sollte die Kolpingbrücke im Dezember 2018, dann im Juli 2019 wieder in beiden Richtungen befahrbar sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Dass daraus nun September wurde, liege auch daran, dass die Nachtarbeiten unterhalb der Brücke mehrmals nicht wie geplant durchgeführt werden konnten, weil Züge Verspätung hatten oder die Deutsche Bahn die Gleise für Rangierfahrten benutzte. „Außerdem war eine Spur immer in Betrieb. Wäre die Brücke komplett für den Verkehr gesperrt gewesen, hätten wir die Arbeiten in der Hälfte der Zeit geschafft“, sagte Ebner.

Eine komplette Sperrung der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung in Waldshut sei jedoch nie eine Option gewesen. Und so gab es von allen Beteiligten großes Lob für das von Jürgen Wiener, Leiter der Ortspolizeibehörde, und seinen Kollegen im Ordnungsamt ausgetüftelte Verkehrskonzept.

Das könnte Sie auch interessieren

Obwohl er für die Einbahnstraßen-Regelung „viel Gegenwind“ gespürt habe, habe sich dieses bewährt, sagte Wiener. „Die meisten Probleme hat es mit der Umleitung über die Bismarckstraße gegeben. Das hat für starken Stau auf der B 34 aus Richtung Bad Säckingen gesorgt“, erinnerte er sich. Mit der Optimierung der Ampelschaltung habe man erfolgreich gegengesteuert. Nachjustiert wurde auch bei der Einbahnstraße von der Friedrichstraße zur Einmündung der St. Blasier Straße in die B 500. Dort wurden nachträglich eine gelbe Fahrradspur aufgebracht und auf der ganzen Strecke Tempo 30 eingeführt.

Verständnis für die Verkehrsbeeinträchtigen zeigte auch Nikolaus Albiez, stellvertretender Leiter der SBG-Niederlassung Waldshut: „Wenn eine Brücke kaputt ist, muss sie saniert werden.“ Normalerweise fahren die Busse der Südbaden Bus GmbH vom Betriebshof in der Robert-Gerwig-Straße über die Kolpingbrücke zum Busbahnhof. Durch die Umleitung kamen pro Bus zwischen fünf und acht Minuten Fahrzeit hinzu. „Und das bis zu 40 Mal am Tag“, sagte Nikolaus Albiez.

Das könnte Sie auch interessieren