Als „Triebfeder des Lebens in Tiengen“ bezeichnete Oberbürgermeister Philipp Frank die Aktionsgemeinschaft Tiengen bei deren Hauptversammlung. Jede Stadt brauche Menschen wie die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft, die übers Jahr verteilt zig Veranstaltungen wie aktuell die Kindertage, die Hoorige Mess’ zur Fasnacht, das Jazzfest Tiengener Sommer und das Erntefest, um nur einige zu nennen, auf die Beine stellen.

„Es ist für mich eine Freude zu sehen, wie vielfältig die Veranstaltungen sind und dass sie so gut angenommen werden“, sagte auch Bürgermeister Joachim Baumert, der die Entlastung des Vorstands vornahm, die einstimmig erfolgte. Baumert zeigte sich beeindruckt, dass die Arbeit im Verein auf viele Schultern verteilt wird. „Dort wo viele etwas machen, kommt Großes dabei raus“, sagte er.

Generationswechsel ist im vollen Gang

Bei der Hauptversammlung im vergangenen Jahr hatte die Aktionsgemeinschaft Tiengen mit der Wahl von neun Beiräten, die sich verstärkt um bestimmte Themenbereiche kümmern sollen, bereits einen Generationswechsel eingeleitet. Bei der jüngsten Sitzung wurde diese Entwicklung nun fortgesetzt. Nikola Kögel steht künftig als zweite Geschäftsführerin dem langjährigen Geschäftsführer Kurt Reckermann unterstützend zur Seite.

Das zusätzliche Amt wurde durch eine Satzungsänderung, die die Mitglieder einstimmig annahmen, neu geschaffen. Kögel wurde für zwei Jahre gewählt, Reckermann für eines, obwohl er bei der letztjährigen Hauptversammlung seinen baldigen Rücktritt angekündigt hatte. „Ich freue mich sehr, dass Kurt sich bereit erklärt hat, das noch mal ein Jahr mit mir zu machen“, sagte Kögel.

Jutta Rüd und Jürgen Banholzer scheiden aus dem Vorstand aus

Einen Wechsel gab es beim Amt der stellvertretenden Vorsitzenden. Jutta Rüd, seit 2002 Vizechefin, hatte aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert. „Aber ich werde weiterhin bei Aktionen mitmachen“, versprach die Frisörmeisterin und freute sich, dass mit Alexander Wagner ein Nachfolger gefunden wurde. Wagner ist 26 Jahre alt und Mitinhaber des Geschäfts "Der Weinladen" in der Hauptstraße. Der ausgebildete Sommelier kommt aus Wutöschingen. In Abwesenheit gewählt wurde der 43-jährige Bankbetriebswirt Mike Schinkel für Schriftführer Jürgen Banholzer, der nicht mehr kandidiert hatte.

Die Datenschutzgrundverordnung wurde als zusätzlicher Paragraf in die Satzung aufgenommen. „Das Thema kann vermutlich keiner mehr hören“, merkte die Vorsitzende Christa Bader dazu an. Da die Aktionsgemeinschaft Tiengen auf ihrer Homepage jedoch keine personenbezogenen Fotos veröffentliche, habe der Verein weniger zu berücksichtigen als beispielsweise ein Sportverein, fügte Bader hinzu.

Die Vorsitzende las den Kassenbericht vor. Der Verein erwirtschaftete ein kleines Plus. „Unser Geschäftsführer Kurt Reckermann hat die Kosten im Griff gehabt“, sagte Bader und dankte Kassiererin Inge Nowas für ihre Arbeit: „Es sind eine Vielzahl an Belegen, die verbucht werden müssen“, so Bader. Kassenprüfer Erich Bercher bescheinigte „nicht nur eine ordentliche, sondern eine sehr gute Kassenführung“.

Oberbürgermeister wirbt um Unterstützung für das Klettgau-Carree

Oberbürgermeister Philipp Frank äußerte sich bei der Hauptversammlung zum geplanten Geschäftshaus Klettgau-Carree am Sulzerring. „Wenn das Projekt nicht kommt, wäre das nicht gut für Tiengen“, sagte er und warb damit um Unterstützung, nachdem es in der Versammlung zuvor kritische Nachfragen zur Parkplatzsituation gegeben hatte. Wie berichtet, äußerten Geschäftsleute aus Tiengen Bedenken, dass es mit dem Wegfall des öffentlichen Gratis-Parkplatzes trotz Bau einer Tiefgarage unter dem Klettgau-Carree zu wenige Parkplätze geben könnte. Philipp Frank sagte, dass das Klettgau-Carree „eine Herkulesaufgabe“ sei. „Das sieht man von außen gar nicht, was da für Arbeit drin steckt.“

Das Stadtoberhaupt überreichte bei der Aktionsgemeinschaft Tiengen die Staufermedaille, eine der höchsten Auszeichnungen des Landes Baden-Württemberg, an Kurt Reckermann, worüber wir noch ausführlich berichten werden. Grußworte überbrachten an diesem Abend Margarete Lenz vom Werbe- und Förderungskreis Waldshut und Harald Ebi von der Interessengemeinschaft Schmittenau.