Waldshut-Tiengen Waldshuter Klinikchef zeigt Verständnis für Gewerkschaftsforderung

Vor dem Spital Waldshut versammeln sich Mitarbeiter von Spitäler Hochrhein GmbH, Stadtverwaltung und Landratsamt, um für mehr Gehalt zu demonstrieren. Klinik-Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt begrüßt die Forderungen, nimmt aber zugleich Krankenkasse und Bundesregierung in die Pflicht.

Die Welle der Warnstreiks im Öffentlichen Dienst hat gestern Nachmittag auch Waldshut-Tien-gen erreicht. Mehrere Dutzend Mitarbeiter von Spitäler Hochrhein GmbH, Stadtverwaltung und Landratsamt waren dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und hatten sich vor dem Haupteingang des Waldshuter Krankenhauses versammelt.

<strong>Protest mit Pfeifen und Fahnen:</strong> Die Gewerkschaft Verdi hatte zur Protestaktion zur Tarifrunde 2018 im Öffentlichen Dienst aufgerufen. Einige Dutzend Beschäftigte aus Spital, Stadtverwaltung und Landratsamt hatten sich vor dem Haupteingang des Waldshuter Spitals mit Fahnen und Trillerpfeifen versammelt, um an der Protestkundgebung teilzunehmen. Bild: Claus Bingold
Protest mit Pfeifen und Fahnen: Die Gewerkschaft Verdi hatte zur Protestaktion zur Tarifrunde 2018 im Öffentlichen Dienst aufgerufen. Einige Dutzend Beschäftigte aus Spital, Stadtverwaltung und Landratsamt hatten sich vor dem Haupteingang des Waldshuter Spitals mit Fahnen und Trillerpfeifen versammelt, um an der Protestkundgebung teilzunehmen. Bild: Claus Bingold

Klinik-Geschäftsführer Hans-Peter Schlaudt zeigte unterdessen Verständnis für die Gehaltsforderungen der Gewerkschaften, nimmt aber gleichzeitig Krankenkassen und Bundesregierung in die Pflicht.

Sechs Prozent mehr Gehalt

Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr pro Monat. Eine Forderung, die auch beim Arbeitgeber der Streikenden auf Verständnis und Zustimmung stößt. Aber mit deutlichen Einschränkungen. So erklärte Spitalchef Hans-Peter Schlaudt gestern in einer Pressemitteilung: „Grundsätzlich begrüße ich die Forderung.

Forderung des Klinikchefs

Allerdings muss sichergestellt sein, dass die Krankenkassen diese zusätzlichen Kosten auch von Beginn an finanzieren.“ Und warum? Weil, so Schlaudt weiter, „unsere Pflegekräfte sind körperlich wie mental jeden Tag in einem Maße gefordert, dass dies eine Anpassung der Gehälter verdient“. Zusätzlich ringe man gerade im grenznahen Raum mit einem unterschiedlichen Gehaltsniveau.

Bundesregierung in der Pflicht

Schlaudt: „Eine attraktive Bezahlung unserer Mitarbeitenden ist ein wesentlicher Aspekt, um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung erhalten zu können. Nur so kann es gelingen, den erforderlichen Personalbedarf in seiner Grundstruktur unabhängig von den Behandlungsfällen finanziell abzusichern.“ Dies könne jedoch nur funktionieren, „wenn die Bundesregierung ihr Wahlversprechen einlöst und die Pflegepersonalkosten außerhalb der Systematik des DRG-Systems bezahlt und dabei auch regionale Besonderheiten berücksichtigt werden“.

Mit Fahnen und Pfeifen

Mit Fahnen und Trillerpfeifen machten die Streikenden vor dem Waldshuter Spital auf ihre Forderungen aufmerksam. In ihren Ansprachen umrissen die Gewerkschaftssekretäre Ingo Busch, Roland Blanke und Deniz Zenyin die Forderungen der Gewerkschaft für die Tarifverhandlungen. Den Verdi-Forderungen schloss sich auch Michael Herzog von der katholischen Arbeitnehmerseelsorge in seiner Ansprache an.

Das Abrechnungssystem

Das DRG-System ist ein Abrechnungssystem, bei dem stationäre Krankenhausbehandlungen, weitestgehend unabhängig von der Verweildauer des Patienten, über Fallpauschalen abgerechnet werden. "DRG" steht dabei für "diagnosis-relatedgroups". Im DRG-System werden stationäre Behandlungsfälle zu Gruppen (DRGs) zusammengefasst und einem Relativgewicht zugeordnet. Die Zuordnung eines Falles zu einer Fallpauschale erfolgt aufgrund verschiedener Kriterien (Hauptdiagnose, Nebendiagnose, Prozeduren, Patientenalter, Beatmungsstunden, etc.) durch eine einheitliche Software.

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