Einer prägenden Persönlichkeit der Waldshuter Nachkriegszeit, dem im Alter von 92 Jahren gestorbenen Adolf Bornhauser, bezeugte bei der Trauerfeier am Freitag in der Liebfrauenkirche eine große Trauergemeinde ihren Respekt. Neben die Trauer über den Tod des vielseitig engagierten Mitbürgers stellte sein alter Freund Pfarrer Klaus Fietz, „die Freude darüber, dass wir ihn haben durften“.

Wie viel der Altgemeinderat, Ehrenamtler, Traditionspfleger, Handwerksmeister, Unternehmer und Familienmensch in dieses Leben hineingepackt hatte, davon zeugten die Nachrufe eines Abgeordneten, des Oberbürgermeisters und von vier Vereinssprechern bei der Trauerfeier für Adolf Bornhauser, der sich vor allem um die Wiederbelebung der alemannischen Fasnacht nach dem Weltkrieg große Verdienste erworben hatte.

"Immer für eine Überraschung gut gewesen"

„Wir sagen Dankeschön für eine schöne Zeit mit Dir“, sagte Narro-Zunftmeister Stephan Vatter in der gut gefüllten Pfarrkirche. Der Vorgänger, der auch den Ausbau der Unterkunft für die Zunft im Oberen Tor mit initiiert hatte, habe die Waldshuter Fasnacht nach dem Krieg „zum dem gemacht, was sie heute ist, und darauf sind wir stolz“. Der Altnarr sei immer für eine Überraschung gut gewesen, schloss Vatter verschmitzt, diesmal habe er am Neujahrsmorgen diese Welt „in aller Ruhe verlassen“. Der alleinlebende Witwer war völlig unerwartet in seinem Haus in der Friedrichstraße gestorben, am gleichen Tag noch war er mit Narrenfreunden verabredet.

Joachim Schneider von den Ehemaligen dankte dem Toten für die Wiederbelebung der Junggesellenschaft 1468 unter den schwierigen Bedingungen der Nachkriegszeit. Der stellvertretende Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Thomas Pesch, zeichnete das langjährige und vielseitige Engagement Bornhausers, dessen Vater bei einem Löscheinsatz sein Leben gelassen hatte, für die Hilfsorganisation nach: von der Leitung des ersten Löschzuges in den Fünfzigerjahren bis zur Mitgründung des Musikzuges St. Florian. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenabzeichen in Silber war eine von vielen Auszeichnungen für Bornhauser, dessen Urne auf dem alten Friedhof in der Kilian-Straße zur letzten Ruhe gebettet wurde.

"Ein Stück Stadtgeschichte"

„Unglaublich vital“ hatte Oberbürgermeister Philipp Frank den hochbetagten Altstadtrat bis zuletzt erlebt. Er bezeichnete Adolf Bornhauser als eine Institution und ein Stück Stadtgeschichte. Das Stadtoberhaupt erinnerte an den Anekdotenreichtum in Gesprächen der letzten Jahre. Frank dankte dem Verschiedenen „für alles, was er für diese Stadt getan hat“.

René Leuenberger, als Landschaftsvertreter bei der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ein Nachfolger Bornhausers, verneigte sich vor dem „Urgestein“ und seinem Einsatz in 24 Jahren als Narro-Zunftmeister und zwölf Jahren als Landschaftsvertreter.

Felix Schreiner, Bundestagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der CDU, nahm Abschied von einem Kommunalpolitiker, der 63 Jahre lang Mitglied der Union war. Nicht ohne Grund habe der Waldshuter in den 33 Jahren als Stadtrat immer ein Spitzenwahlergebnis erzielt. „Seine Stimme wird fehlen“, meinte Schreiner. Der Musikzug St. Florian gab der Feier den musikalischen Rahmen.

 

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €