Ins Schwimmbad gehen oder ein Theater besuchen, ohne an den Kontostand denken zu müssen: Nicht allen Bürgern in Waldshut-Tiengen ist das möglich. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vom Verlust der Arbeitsstelle, reichen die Ursachen über Krankheit bis zu Schicksalsschlägen, die zu finanzieller Not führen und jede Altersgruppe betreffen können. Auch Armut im Alter ist nicht selten. Die Stadt will mit der Einführung eines Sozialpasses Betroffene unterstützen, schreibt sie in einer Pressemitteilung.

Oberbürgermeister Philipp Frank wird zitiert: „Wir wissen natürlich, dass unser Sozialpass – kurz: WT-Card – keine Lösung für die Ursachen von wirtschaftlichen Schwierigkeiten sein kann, aber er ist doch ein wichtiger Schritt, um genau diesen Bürgern unserer Stadt klar zu zeigen: Ihr seid uns wichtig! Wir wollen euch dabeihaben! Ihr sollt genau so die Möglichkeit haben, die Angebote unserer Stadt zu nutzen!“

Federführend ist das Kinder- und Jugendreferat unter der Leitung von Silke Padova. „Unsere WT-Card ist ein lernendes Projekt“, so die Amtsleiterin. „Wir starten und sind gespannt auf die Resonanz. Und natürlich auf weitere Einrichtungen, die finanziell schlechter gestellten Mitbürgern Unterstützung zugutekommen lassen möchten.“ Vereine und Unternehmen wurden angefragt, wer sich beteiligen möchte.

Berechtigt zum Erhalt der WT-Card sind Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld nach dem SGB II, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach SGB XII, Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz und Kinderzuschlag nach § 6 a Bundeskindergeldgesetz, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie BAföG. Wichtig: Wer die WT-Card beantragen möchte, muss in Waldshut-Tiengen wohnen und den aktuellen Bewilligungsbescheid für eine der oben genannten Leistungen vorlegen.

„Wir versuchen, den Verwaltungsaufwand für alle so gering wie möglich zu halten“, so Frank. Antragsformulare liegen in den Bürgerbüros, den Rat- und Gemeindehäusern aller Ortsteile, im Jobcenter sowie in anderen Einrichtungen aus. Ebenso wie Flyer, die genau informieren, wer berechtigt ist und was zu tun ist. Informationen, auch in anderen Sprachen, gibt es auf der Internetseite der Stadt (www.waldshut-tiengen.de). Das ausgefüllte Formular wird mit dem Bewilligungsbescheid in die Bürgerbüros oder ins Kinder- und Jugendreferat im Rathaus Waldshut gebracht.

Das Kulturamt wird Ermäßigungen auf Eintritte oder Stadtführungen geben, ebenso für Angebote der Volkshochschule. „Die Nutzung der beiden Stadtbibliotheken wird kostenlos sein“, so Kulturamtsleiterin Kerstin Simon. Beteiligt sind auch die Stadtwerke als Betreiber der Bäder und der Schifffahrt.