Schwer trägt Christiane Maier an der blauen Tasche mit den Unterschriftenlisten für den Erhalt des Waldshuter Freibads. "Die habe ich gehütet wie meinen Augapfel", sagt die Vorsitzende des Vereins Pro Freibad Waldshut, während sie die Stufen zum Sitzungssaal im Waldshuter Rathaus hinaufsteigt. Dort übergeben Christiane Maier und ihre Mitstreiter Thomas Scheibel und Gerd Jacobshagen vom Verein die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Joachim Baumert.

Offizielles Ergebnis soll bei der Hauptversammlung verkündet werden

Wie viele Unterschriften während des Bürgerbegehrens zusammengekommen sind, möchte Christiane Maier noch nicht verraten – erst bei der Hauptversammlung des Vereins am 23. Juni. "Herr Baumert hat uns zugesichert, dass die Zahlen bis dahin geprüft werden", sagt Christiane Maier und der Bürgermeister nickt bestätigend: "Wir geben Gas", so Baumert.

Auf die Mitarbeiter der Stadtverwaltung kommt nun einige Arbeit zu, denn jede einzelne Unterschrift auf den Listen, die zwei Mappen füllen, muss überprüft werden. Zum Beispiel, ob der Unterzeichner schon 16 Jahre alt ist oder ob er Bürger der Stadt Waldshut-Tiengen ist.

"Es müsste schon viel schief gehen, wenn sie nicht reichen", sagt Maier über die Anzahl der Unterschriften, die die Mitglieder in den vergangenen vier Wochen gesammelt haben. Und Scheibel ergänzt: "Wir reichen deutlich mehr ein, als erforderlich wären."

Etwa 1300 Stimmen müssen es sein, damit der Antrag auf einen Bürgerentscheid gültig ist. Bis Samstag hatte der Verein insgesamt 1500 Unterschriften gesammelt, seitdem seien noch etliche mehr dazugekommen. "Wir waren sehr fleißig", sagt Maier stolz.

Viele Unterschriften gab es auch aus Tiengen und den Ortsteilen

Scheibel freut sich, dass nicht nur Unterschriften in Waldshut, sondern auch in Tiengen und den Ortsteilen für das Freibad abgegeben wurden. "Das finde ich ein schönes Zeichen", sagt er und fügt hinzu: "Das hat die Stadt nicht auseinandergerissen, sondern eine Verbindung geschaffen." Scheibel lobt auch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt in Sachen Bürgerbegehren: "Die Verwaltung hat von Anfang an Unterstützung signalisiert."

Die Unterschriften für die Rettung des Waldshuter Freibads sind gesammelt. Ob sie ausreichen, wird bei der Hauptversammlung des Vereins Pro Freibad Waldshut bekanntgegeben.
Die Unterschriften für die Rettung des Waldshuter Freibads sind gesammelt. Ob sie ausreichen, wird bei der Hauptversammlung des Vereins Pro Freibad Waldshut bekanntgegeben. | Bild: Juliane Schlichter

Wenn die Stadtverwaltung die Stimmen geprüft hat und das offizielle Ergebnis vorliegt, ist der Gemeinderat am Zug. Dessen Mitglieder entscheiden, ob es zu einem Bürgerentscheid über den Erhalt des Waldshuter Freibads kommt. Bürgermeister Joachim Baumert möchte der Entscheidung des Gremiums nicht vorgreifen, sagt aber, dass der Gemeinderat nur aus formalen Gründen einen Bürgerentscheid ablehnen könne. Die Stadt sehe im Bürgerbescheid die Chance, den mehrheitlichen Willen der Bürger durchzusetzen.