Waldshut – In die Diskussion um ein neues Gerätehaus für die Waldshuter Feuerwehr kommt Bewegung – verbunden mit einem ehrgeizigen Zeitplan. Im Gemeinderat wurde am Montagabend nun ein Konzept vorgestellt, wie der Neubau umgesetzt werden könnte.

  1. Wie sehen die Varianten aus? Geht es nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung, entsteht an der Robert-Gerwig-Straße (ehemaliger Güterbahnhof) ein so genanntes Blaulicht-Zentrum. Neben Feuerwehr könnten dort auch die Polizei und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) einziehen. Eine weitere Variante schlägt vor, dass auch die Vereine und die Stadtbibliothek, die bislang im Kornhaus ihr Domizil haben, dort neue Räume bekommen. Von den Rettungskräften und der Polizei wurde in Gesprächen eine Bereitschaft zum gemeinsamen Neubau erkannt, mit den Vereinen wurde bislang nicht gesprochen.
  2. Gibt es Alternativen? In der Diskussion wurde durch Alfred Scheuble (Freie Wähler) auch ein weiterer Vorschlag angesprochen. Dieser besagt, dass die Stadtbibliothek in die Räume der Stoll-Vita-Stiftung umziehen und ein langfristiger Mietvertrag geschlossen werden könnte. Allerdings seien die Räume für die Bibliothek allein zu groß, für Vereine und Bibliothek aber wohl zu klein, erklärte Kämmerer Klaus Lang. Auch hierzu soll mit den Vereinen gesprochen werden.
  3. Was bedeutet das für das Kornhaus? Mit keinem Wort thematisiert wurde hingegen die Frage, was die große Variante, Neubau mit Vereinsräumen, für das Kornhaus bedeuten würde. Denn hier liegen bekanntlich bereits umfangreiche Sanierungspläne auf dem Tisch. Das ehemalige Waldshuter Gymnasium sollte eigentlich für rund 2,5 Millionen Euro so ertüchtigt werden, dass alle Brandschutzauflagen erfüllt werden und es somit weiter von den Vereinen, unter anderem der Stadtmusik Waldshut, genutzt werden könnte. In einer vorangegangenen Sitzung hatte Harald Würtenberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, einen Abriss des Kornhauses ins Spiel gebracht.
  4. Wie sieht der Zeitplan aus? Der Zeitplan ist ambitioniert. „Unsportlich können andere“, sagte OB Philipp Frank dazu. Die Überlegung sieht vor, dass bis Ende 2017 die Planung verfeinert wird, bis 15. Februar 2018 Anträge auf Förderung gestellt werden. 2018 soll die Bauplanung erfolgen, 2019 der Baubeginn. 2020, also bereits in drei Jahren, soll die Inbetriebnahme erfolgen.
  5. Was sagt der Gemeinderat zu dem Konzept? Der Sachstandbericht wurde zur Kenntnis genommen, ein Beschluss wurde nicht gefasst. Lediglich der straffe Zeitplan stieß letztlich auf Skepsis. Allerdings herrschte größtenteils Einigkeit, dass etwas Zeitdruck nicht schaden könne. Eugen Schupp (CDU) bezweifelte, dass der erwähnte Flächenbedarf (siehe Erklärtext) auf dem Grundstück Platz finden werde. Kämmerer Klaus Lang betonte, dass dies noch keine Planungen, nur Überlegungen seien, um planerisch einen Anfang zu machen. Claudia Hecht (SPD) und Petra Thyen (Grüne) betonten die Dringlichkeit, die betroffenen Vereine mit ins Boot zu holen und ihren tatsächlichen Raumbedarf zu erfragen, um vernünftig planen zu können. Harald Würtenberger (Freie Wähler) bemängelte die aus seiner Sicht unbefriedigende Situation. Man habe nichts erreicht an diesem Abend und bislang keine Lösung, ärgerte er sich.

  • Der Standort: Das neue Waldshuter Feuerwehrgerätehaus sollte im Waldshuter Stadtkern liegen, nicht aber in der Altstadt (wie bisher). Im Fokus hat die Stadtverwaltung nun die Freifläche an der Robert-Gerwig-Straße zwischen Rewe und dem Betriebshof der Südbadenbus GmbH.
  • Mehrfachnutzung: Das Grundstück ist 4300 Quadratmeter groß und seit 2008 im Besitz der Stadt. Für die Feuerwehr alleine erscheint es jedoch zu groß. Deshalb sollen weitere Nutzer mit ins Boot geholt werden.
  • Variante 1: Die Polizeidirektion Waldshut habe, so die Stadtverwaltung, bedingt durch einen größeren Raumbedarf, konkretes Interesse an einer Mitnutzung. Auch das Rote Kreuz könne sich vorstellen in das Blaulicht-Zentrum einzuziehen.
  • Variante 2: Wie oben, nur würde das neue Gebäude nun so groß gebaut, dass auch die Vereine sowie die Stadtbibliothek, die bislang im Kornhaus beheimatet waren, mit an die Robert-Gerwig-Straße ziehen.
  • Flächenbedarf: Die Feuerwehr rechnet mit 1000 Quadratmetern Bedarf, die Polizei mit 1400 Quadratmetern, das DRK mit 800 Quadratmetern, Vereine und Bibliothek zusammen mit 1800 Quadratmetern.
  • Kosten: Es wird mit Baukosten von 2500 Euro pro Quadratmeter gerechnet.
  • Zeitplan: Nach den ehrgeizigen Zielen der Stadtverwaltung soll das neue Blaulicht-Zentrum bereits 2020 in Betrieb gehen. (kol/dc)