Für die beiden Tiengener Grundschulen beginnt ein Schuljahr des Abschieds und Umbruchs: Die Johann-Peter-Hebel-Schule und die Hans-Thoma-Schule (vormals Schule am Hochrhein Grund- und Werkrealschule) werden zum Schuljahr 2020/21 ihre Standorte tauschen. Dieses Schuljahr ist das letzte für die beiden Schulen an ihren angestammten Standorten, also der Hebel-Schule in der Schulstraße und der Thoma-Schule in der Breitenfelder Straße.

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Die Hans-Thoma-Schule

Mit insgesamt 163 Schülern und 32 neuen Erstklässlern geht die Grundschule ins neue Schuljahr. Das sind rund zehn Erstklässler weniger als vergangenes Schuljahr. Dies ist nach Aussage der beiden kommissarischen Schulleiterinnen Stephanie Pönitz und Lena Murschinski, im Rahmen der normalen Schwankungen.

Blick auf den ehemaligen Tiengener Standort der „Schule am Hochrhein“ in der Breitenfelder Straße: Hier zieht zum Schuljahr 2020/21 die Johann-Peter-Hebel-Schule“ ein, links die Pavillons.
Blick auf den ehemaligen Tiengener Standort der „Schule am Hochrhein“ in der Breitenfelder Straße: Hier zieht zum Schuljahr 2020/21 die Johann-Peter-Hebel-Schule“ ein, links die Pavillons. | Bild: Ursula Freudig

Die kommissarische Besetzung der Schulleitung war nötig geworden, weil mit der Aufgabe des Tiengener Standorts der Schule am Hochrhein zugunsten von Lauchringen, auch die Leitung dorthin zog. Beide kommissarischen Leiterinnen sind langjährige Lehrerinnen an der Grundschule und vormals auch an der Werkrealschule. Insgesamt rund 15 Lehrer unterrichten an der Thoma-Schule, eine laut Schulleitung im Großen und Ganzen zufriedenstellende Versorgung.

„Wir sind eine kleine, persönliche Schule und können uns gezielt für die Kinder einsetzen“, beschreibt Stephanie Pönitz die Unterrichtsatmosphäre. Unterrichtet wird in den zwei Pavillon-Anbauten. Da dort der Platz nicht reicht, bleibt eine vierte Klasse im Hauptbau, der bis zum Einzug der Hebel-Schule hergerichtet wird.

Die Johann-Peter-Hebel-Schule

Für 60 Erstklässler, zwölf mehr als vergangenes Schuljahr, beginnt an der Hebel-Schule der „Ernst des Lebens“. Rund 22 Lehrer unterrichten an der Schule, die insgesamt 218 Schüler zählt, ein besonderes Konzept hat und inklusiv arbeitet.

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24 Kinder mit sonderpädagogischem Bildungsanspruch sind in allen Jahrgangsstufen in Klassen integriert. Drei Sonderpädagogen sind für sie da. Rein räumlich kommt die Hebel-Schule nach Aussage des Rektors Frank Intlekofer, gerade noch so hin.

Blick auf die Johann-Peter-Hebel-Schule in der Schulstraße: Hier zieht zum Schuljahr 2020/21 die Hans-Thoma-Schule ein.
Blick auf die Johann-Peter-Hebel-Schule in der Schulstraße: Hier zieht zum Schuljahr 2020/21 die Hans-Thoma-Schule ein. | Bild: Ursula Freudig

Neu sind dieses Schuljahr Angebote für besonders leistungsstarke Schüler im Rahmen eines Projektes von Bund und Land. „Wir sind eine von 39 Schulen in Baden-Württemberg, die mitmachen“, so Intlekofer.

Frank Intlekofer, Rektor der Johann-Peter-Hebel-Schule in Tiengen, präsentiert den aktuellen Stundenplan der Schule.
Frank Intlekofer, Rektor der Johann-Peter-Hebel-Schule in Tiengen, präsentiert den aktuellen Stundenplan der Schule. | Bild: Ursula Freudig

Weitergeführt wird der im Rahmen des Ganztagsangebots letztes Schuljahr eingeführte Englisch-Unterricht ab Klasse 1, was laut Intlekofer, vielen Eltern wichtig wäre. Kooperationen, beispielsweise mit der Musikschule Südschwarzwald, sollen nach dem Umzug in die Breitenfelder Straße und dem dortigen größeren Platzangebot, ausgebaut werden. Mit Blick auf den Umzug rechnet der Rektor mit einem arbeitsreichen Jahr.

Der Standortwechsel in Tiengen

Der Standortwechsel ist Konsequenz aus der Entscheidung, die bislang auf den Standort Tiengen (Breitenfelder Straße) und Lauchringen aufgeteilte „Schule am Hochrhein“ mit Beginn des Schuljahrs 2019/20 ganz nach Lauchringen zu verlegen. Die Aufteilung hatte sich als nicht zweckmäßig erwiesen.

Auf der Grundlage eines mit allen Beteiligten erarbeiteten Konzepts, beschloss der Gemeinderat einen Standorttausch ab dem nächsten Schuljahr 2020/21: Die größere und in beengten Verhältnissen arbeitende Hebel-Schule mit Ganztagsbetrieb zieht in die Breitenfelder Straße, wo eine Mensa und Sporthalle vorhanden sind. Die Halbtags-Grundschule der ehemaligen Schule am Hochrhein, heißt ab sofort wieder wie früher, Hans-Thoma-Schule, und wird in die Schulstraße ziehen.

Vor allem in den Gebäuden in der Breitenfelder Straße sind Baumaßnahmen nötig, die teilweise schon begonnen haben und parallel zum Schulbetrieb weiter laufen werden.

Die für Schulen zuständige städtische Mitarbeiterin Brigitte Reichmann sagte zum Stand der Dinge, dass die Planungen der beiden Schulen und der Verwaltung für den Umzug begonnen haben.

„Wir als Schulträger und die Schulen werden nach Absprache mit dem Schulamt in den kommenden Monaten die Eltern der Klassen 1 bis 3 informieren, wie der Tausch und die damit zusammenhängende Wahl des Schulstandorts ab Herbst 2020 organisiert wird“, so Brigitte Reichmann.

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Nach ihrer Aussage wird der Gemeinderat sich in einer der kommenden Sitzungen mit den im Zuge des Tausches neu zu bildenden Schulbezirken beschäftigen. Zwischen den beiden Schulen soll es ein Busverkehr geben. Erste Gespräche sind hierzu nach Aussage von Brigitte Reichmann bereits erfolgt.