Ein unerwartetes Ereignis in Tiengen hat wieder einmal gezeigt, wie sparsam man doch mit dem kleinen, aber doch ziemlich bedeutungskräftigen Wort „nie“ umgehen sollte. Als am 11. März nach Jahrzehnten der beliebte Parkplatz an der Ortsdurchfahrt geschlossen wurde, weil dort das neue Geschäftshaus Klettgau-Carree entstehen soll, dachte sich gewiss so mancher Autofahrer, dass er nun wohl nie mehr sein Auto zum Nulltarif auf dem Gelände am Sulzerring werde abstellen können.

Doch das Tauziehen zwischen Stadt und Investor, das für eine kräftige Verzögerung des Baubeginns gesorgt hat, beschert dem motorisierten Publikum nun ein unerhofftes Nostalgie-Erlebnis. Weil mit Blick auf das Grundwasserproblem noch Voruntersuchungen ausstehen, zeigte Bauunternehmer Claus Schleith, der das Projekt realisiert, Sinn für Pragmatismus: Kurzerhand – schließlich wäre es doch schade um die vorläufig ungenutzte leere Fläche direkt am Stadtzentrum – ließ er die Umzäunung öffnen und gab rechtzeitig zum Heimatfest Schwyzertag einen Teil wieder zum Parken frei.

Provisorisch und auf eigene Gefahr darf am Sulzerring in Tiengen wieder geparkt werden.
Provisorisch und auf eigene Gefahr darf am Sulzerring in Tiengen wieder geparkt werden. | Bild: Gerard, Roland

Eigentlich ist es jetzt sogar noch schöner als früher: Eine Parkscheibenpflicht, wie sie auf dem einst städtischen Gelände bestand, gibt es nicht. Wie lange das Vergnügen dauern wird, ehe die Baumaschinen anrollen und das Areal in Beschlag nehmen, ist nicht bekannt. Sicher ist: Wenn irgendwann das Klettgau-Carree steht, wird man dort auch wieder parken dürfen. Schließlich gehört eine öffentliche Tiefgarage zu dem Geschäftshaus. Mit dem Gratistarif für alle dürfte es dann aber endgültig vorbei sein.

Das könnte Sie auch interessieren