Tiengen – Kurz vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag, 24. September, haben die CDU Waldshut-Tiengen und die Junge Union Südbaden für den Bundestagskandidaten Felix Schreiner aus Lauchringen noch einmal kräftig die Werbetrommel gerührt. Mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte die CDU einen Spitzenpolitiker in die Region geholt, der weit über 500 Gäste anzog – so viele wie bei keiner vorherigen Wahlveranstaltung im Kreis Waldshut.

Unter den Gästen in der Tiengener Stadthalle waren unter anderem zahlreiche CDU-Mitglieder, darunter Bundestagsabgeordneter Thomas Dörflinger, der frühere Landtagspräsident Peter Straub, Ex-MdB Werner Dörflinger, sowie Waldshut-Tiengens Oberbürgermeister Philipp Frank und zahlreiche Bürgermeister der Kreis-Gemeinden.

Einen Tag nach seinem 75. Geburtstag kam Finanzminister Schäuble zur Wahl-Unterstützung Felix Schreiners in die Region. Als Geburtstagsständchen spielte die Tiengener Stadtmusik beim Einzug Schäubles in die Stadthalle das Badnerlied – Schäuble ist in Freiburg geboren und ist im badischen Hornberg im mittleren Schwarzwald aufgewachsen.

In seiner rund einstündigen Rede sprach Schäuble etliche Themen an, die der CDU am Herzen liegen. Beispielsweise sprach er über den Terror in Deutschland und Europa, vor dem man selbst bei solchen Wahl-Veranstaltungen wie in Tiengen nicht sicher sei. "Deshalb brauchen wir Polizei, Sicherheitskräfte und -behörden." Zudem müsse es eine bessere und enge Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen in Europa aber auch Russland geben. Einige Minuten widmete Schäuble auch dem Thema Flüchtlinge. So halte er es für richtig, verfolgten Menschen zu helfen. Allerdings dürfe das Asylrecht nicht missbraucht werden, beispielsweise aus wirtschaftlichen Gründen, weshalb der Status einiger Länder als sicher eingestuft werden müsse. Dazu müsse es Kooperationen mit den Herkunftsländern geben. Und auch am Türkei-Abkommen will Schäuble festhalten, weil es den Schleppern den direkten Weg nach Europa versperre. Diese Äußerung unterstützte das Publikum mit Applaus.



 

Als Finanzminister sprach er auch über Steuern, die er nicht erhöhen wolle, aber auch nicht senken. Denn: "Man muss Reserven bilden." Schäuble weiter: "Stellen Sie sich vor, wir hätten 2015 gesagt, wir haben kein Geld für Flüchtlinge und müssen irgendwo kürzen. Dann wäre das Thema noch schwieriger geworden." Wieder lauter Applaus für Schäuble.



Die letzte halbe Stunde hatten dann die Bürger das Wort und konnten Wolfgang Schäuble ihre Fragen stellen. So ging es zum einen um einen möglichen Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei, dazu Schäuble: "Ich war nie ein Anhänger für eine vollwertige Mitgliedschaft der Türkei in Europa." Dennoch ist Schäuble dagegen, die Verhandlungen im Alleingang abzubrechen. Eine Besucherin aus Lauchringen fragte Schäuble, weshalb Familien bereits vor der geburt eines Kindes finanziell benachteiligt seien. Weiter fragte sie, weshalb das Versicherungsproblem bei Hebammen noch nicht gelöst sei. "Was kann man tun?", wollte sie von Schäuble wissen. Er informierte, dass Familien künftig durch eine Erhöhung des Kindergeldes und des Steuerfreibetrags für Kinder deutlich entlastet werden sollen. Zur Hebammenproblematik sagte er, dass diese Berufsgruppe, wie auch Krankenpfleger, deutlich höher entlohnt werden müssen.

In Schäubles viel beklatschtem Vortrag, immer wieder aufgelockert durch scherzhafte Anmerkungen, verdeutlichte er vehement, wie wichtig es sei, dass Deutschland sich weiterentwickelt und nicht stehenbleibt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dafür investiere die Bundesregierung Millionen von Euros. 

Kurz bevor Wolfgang Schäuble am Ende der Veranstaltung weiterreiste, überreichte ihm Felix Schreiner zum Geburtstag einen Korb voller hiesiger Leckereien wie Bier, Wein und Marmelade.

Das sagen die Besucher:

"Ich finde es interessant, dass Politiker bei so einer Veranstaltung ganz anders reden als sonst – menschlicher und persönlicher. Mein Wunsch ist, dass beide Politiker aus Lauchringen in den Bundestag einziehen. Ich habe schon vor vier Wochen Briefwahl gemacht, um mich nicht beeinflussen zu lassen von den Versprechen jetzt im Wahlkampf."Markus Flum, 49, Lauchringen
"Ich finde es interessant, dass Politiker bei so einer Veranstaltung ganz anders reden als sonst – menschlicher und persönlicher. Mein Wunsch ist, dass beide Politiker aus Lauchringen in den Bundestag einziehen. Ich habe schon vor vier Wochen Briefwahl gemacht, um mich nicht beeinflussen zu lassen von den Versprechen jetzt im Wahlkampf."Markus Flum, 49, Lauchringen | Bild: Dana Coordes

"Die Rede fand ich interessant, man konnte gut folgen. Für sein Alter hat Wolfgang Schäuble eine ziemlich coole, trockene Art. Mit seinem Humor hat er auch die Jüngeren gepackt. Schade war, dass Felix Schreiner, der Kandidat hier aus dem Wahlkreis, nicht so viel zu Wort gekommen ist."Björn Probst, 25, Tiengen
"Die Rede fand ich interessant, man konnte gut folgen. Für sein Alter hat Wolfgang Schäuble eine ziemlich coole, trockene Art. Mit seinem Humor hat er auch die Jüngeren gepackt. Schade war, dass Felix Schreiner, der Kandidat hier aus dem Wahlkreis, nicht so viel zu Wort gekommen ist."Björn Probst, 25, Tiengen | Bild: Dana Coordes

"Die Veranstaltung war wirklich gut. Ich war auch bei dem Auftritt von Günther Oettinger und finde es toll, dass die Politiker so frei reden. Sie haben das Partei-Programm wirklich verinnerlicht, sonst könnten sie es so nicht rüberbringen. Wen ich am Sonntag wähle, wusste ich schon vor der Veranstaltung."Martina Maier, 28, Lauchringen
"Die Veranstaltung war wirklich gut. Ich war auch bei dem Auftritt von Günther Oettinger und finde es toll, dass die Politiker so frei reden. Sie haben das Partei-Programm wirklich verinnerlicht, sonst könnten sie es so nicht rüberbringen. Wen ich am Sonntag wähle, wusste ich schon vor der Veranstaltung."Martina Maier, 28, Lauchringen | Bild: Dana Coordes