Der Kontakt zu einem gemeinsamen Konzert entstand 2013, wobei die Vereinschronik der musikalischen Gäste vom Tuniberg bei Freiburg das Jahr 1949 als erstes Kontaktdatum angibt. Schon damals kamen die froh gelaunten Musikanten aus der Breisgauer Weingegend nach Tiengen an den Hochrhein und ein zweites Mal in den 70er Jahren.

Mit einem "Doppelkonzert" in der hiesigen Stadthalle wurde die Freundschaft der beiden Musikvereine nun endgültig besiegelt, auch von hier fährt die Stadtmusik demnächst ins Breisgauer Tiengen.

Das Gastorchester übernahm in der Stadthalle den ersten Konzertteil und eröffnete den Abend mit dem militärisch anmutenden Stück "Fields of Honour" von Thierry Deleruyelle. Als Moderator führte Thomas Dörflinger durchs Programm und vermittelte den Gästen ein wenig geschichtliche Nachhilfe, um den Bogen zu den einzelnen Musiktiteln zu spannen.

Die Stadtmusik Tiengen brillierte ebenfalls mit temperamentvollen und dynamischen jungen Klängen.
Die Stadtmusik Tiengen brillierte ebenfalls mit temperamentvollen und dynamischen jungen Klängen.

Gleich zu Beginn begeisterten die Breisgauer, der sich vormals Tuniberger Trachtengruppe nannte, mit seiner üppigen Instrumentenbesetzung – knapp 40 Musiker sorgten für ein fulminantes Klangerlebnis. Ein Frühlingsgedicht wurde mit "Poéme Bleu" als beschwingter Reigen, der Lust auf verträumtes Schwelgen, mit Frische und Leichtigkeit, gekonnt vertont.

Das Holzregister setzte in diesem Musikstück sanfte Akzente, gerade so wie sich die zarten Triebe der Bäume im Frühling entfalten.

Nach Downtown Manhattan lud das Orchester zu einem Spaziergang ein und auch ein Ausflug nach Albanien stand auf dem Programm. Für Dörflinger eine Sensation, denn mit dem "Albanian Dance" von Shelley Hanson brachte zum ersten Mal in der Stadthalle ein Musikverein eine Komposition aus einer weiblichen Feder auf die Bühne.

Der Tuniberger Musikverein hatte sich keine simplen Stücke ausgesucht, mit großem Anspruch an die musikalische Vielfalt wurden die Ohren der Gäste verwöhnt. Mit dem Pasodoble "Paquito el Chocolatero" zauberten die Musikanten die feurige Sonne Spaniens in die Stadthalle, eine Zugabe durfte nach dieser elektrisierenden sowie kraftvollen Darbietung nicht fehlen und wurde mit überraschend modernem Pep gerne geboten.

Mit herausragenden Soloeinsätzen präsentierten die Stadtmusiker ihr Können.
Mit herausragenden Soloeinsätzen präsentierten die Stadtmusiker ihr Können.

Mit vollem Elan nahm die heimische Stadtmusik den Schwung auf und startete den zweiten Teil des Konzertes mit "Flashing winds" um direkt im Anschluss die Konzertgäste in die goldene Stadt Prag zu entführen. Matthias Beno, der Dirigent im Frack, zeigte ebenso wie sein Breisgauer Kollege Jean-Christophe Spenlé eine hervorragende Orchesterführung, ein überragendes, harmonisches Konzerterlebnis.

Mit Impressionen zu den Broadway Theatern hüpfte auch die Stadtmusik instrumental über den großen Teich und pustete die Zuhörer mit tollen Trompeten- sowie Klarinettensolos, starken Schlagzeugeinsätzen und schrillen Pfeifen schier von den Stühlen.

Mit knapp 50 Musikern kam das Orchester entsprechend soundstark zur Geltung und steigerte mit "The Groove Makers" im Samba-Takt, der groovig im Swing mündete, die Stimmung. Mit "Rock an go" gewann sie weiter an Fahrt.

Beim Finale musizierten beide Musikvereine gemeinsam.
Beim Finale musizierten beide Musikvereine gemeinsam.

Dynamische präsentierte auch die Stadtmusik ein fantastisches Blasmusik-Arrangement. Und weil gemeinsames Musizieren so viel Spaß macht, gaben beide Vereine zum Finale bei der Zugabe nochmal richtig Gas.