Tiengen Theaterabende in Tiengen: Tumult der Gefühle bei "Der letzte feurige Liebhaber"

Die Komödie "Der letzte feurige Liebhaber" des amerikanischen Erfolgsautors Neil Simon kam beim Publikum in der Tiengener Stadthalle mit ihren zahlreichen bizzaren Momenten und aberwitzigen Dialogen gut an.

Feurige Liebhaber kennt man zuhauf aus Literatur, Theater und Fernsehen. Man denke nur an Don Juan, Casanova, Clark Gable oder in jüngerer Zeit etwa Robert Redford. Jetzt hatte sich ein weiterer Möchtegern-Casanova in die Tiengener Stadthalle verirrt. Das Euro-Studio Landgraf brachte dort schwungvoll die Boulevard-Komödie "Der letzte feurige Liebhaber" des amerikanischen Erfolgsautors Neil Simon auf die Bühne.

Barney Cashman, Besitzer eines Fischrestaurants, sucht nach einer 23-jährigen braven Ehe mit seiner tugendhaften Frau Helma eine außereheliche Affäre: "Es muss doch noch mehr geben! Ich möchte meine Fantasien ausleben und hätte dann mal richtig gelebt!" Doch schon das erste Date mit der heißblütigen und fordernden Elaine – ausgerechnet in der stilvollen Wohnung seiner abwesenden Mutter – geht gründlich daneben. Von dieser erwartungsvollen Sexbombe (köstlich parodiert von Sabine Kaack mit Sonnenbrille, schwarz dekolletiertem Kleid und ungeheurem Whisky-Verbrauch) ist der unsichere, höchst nervöse Barney heillos überfordert: "Das habe ich wohl total vermasselt!" Und kommt zu dem Schluss: "Nie wieder!" Doch er versucht es noch zweimal, wieder im Appartement der Mutter: zuerst mit der zauberhaft überdrehten, hysterischen Bobbi Michele (Yvonne Hotz als kurzfristiger Ersatz für die erkrankte Marie-Anne Suttner), die ihn zu einem Joint verführt und schließlich im dritten Versuch mit Jeannette (Sabine Kaack), der besten Freundin seiner Frau. Doch die ist zutiefst depressiv und überhäuft ihn nicht nur mit eigenen Problemen sondern gleich dem Leid der ganzen Welt.

Diese teils bizarre Komödie mit ihrem Tumult der Gefühle und aberwitzigen, schnellen Dialogen will zunächst nichts weiter als unterhalten. Sie arbeitet mit Klischees und Übertreibungen. Und sie steht und fällt mit ihren Schauspielern. Die waren – neben dem gelungenen Bühnenbild in Rottönen von Zoltan Labas – exzellent: Vor allem Grimme-Preisträger Martin Lindow als Barney überzeugte: mal hilflos und jungenhaft, lausbübisch und draufgängerisch oder fast väterlich als Berater von Jeannette. Die wiederum war großartig in ihrer kontrastreichen Doppelrolle als Jeannette und Elaine. Viel Beifall.

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