Tiengen THW veranstaltet Tag der offenen Tür im Gewerbegebiet Kaitle in Tiengen

Sie sind zur Stelle, wenn Keller überfluten, Menschen eingeklemmt sind oder Chemikalien in die Umwelt gelangt sind. Das THW Waldshut-Tiengen leistet in vielen Bereichen Hilfe. Am Sonntag zeigen beim Tag der offenen Tür die unerlässlichen Helfer, was alles in ihnen steckt – und in ihren technischen Geräten.

Das Technische Hilfswerk Waldshut-Tiengen veranstaltet mitsamt all seiner "technischen Spielzeuge für große Jungs" einen Tag der offenen Tür. Am Sonntag, den 17. Juni, können Besucher ab 11 Uhr nicht nur die vielen Gerätschaften und Fahrzeuge auf dem THW-Gelände in der von-Opel-Straße (Gewerbegebiet Kaitle) bestaunen. Im Laufe des Tages erleben Interessierte auch, was die taffe Technik-Truppe so alles draufhat, wo andere Rettungsdienste bereits an ihre Grenzen stoßen. Die Einsatzmannschaft demonstriert dabei die Rettung einer Person, die von schweren Trümmern getroffen und eingeklemmt wurde.

Zwei Atemschutzgeräteträger erkunden bei einer Übung in einem Steinbruch ein illegal entsorgtes Fass.
Zwei Atemschutzgeräteträger erkunden bei einer Übung in einem Steinbruch ein illegal entsorgtes Fass. | Bild: Peter Rosa

Leistungsstarke Technik

<strong>Leistungsstarke Pumpen</strong>, aber auch Lichtmasten und mobile Stromgeneratoren sind das Spezialgebiet des THW Waldshut-Tiengen.
Leistungsstarke Pumpen, aber auch Lichtmasten und mobile Stromgeneratoren sind das Spezialgebiet des THW Waldshut-Tiengen. | Bild: Peter Rosa

Und auch der Nachwuchs sammelt beim THW früh Einsatzerfahrung. So führt die Jugendgruppe die Rettung einer Person aus einem Tunnelsystem vor. Aber auch über den Adrenalinkick der Show-Einsätze hinaus kommen große und kleine Technikaffine auf ihre Kosten. Fahrzeuge und Ausrüstung können aus der Nähe bestaunt und angefasst werden. Für die Jüngsten hat sich die Jugendgruppe verschiedene Spiele einfallen lassen. Auch andere Helferdienste werden vor Ort vertreten sein und für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Musikalisch wird die Veranstaltung von den "Polkarebellen" aus Hüfingen untermalt.

<strong>Teamwork ist alles:</strong> Bei Einsätzen zählt beim THW nicht nur die umfangreiche Ausrüstung, sondern auch das gemeinsame Anpacken.
Teamwork ist alles: Bei Einsätzen zählt beim THW nicht nur die umfangreiche Ausrüstung, sondern auch das gemeinsame Anpacken. | Bild: Peter Rosa

Das THW und seine Aufgaben

Der charakteristische blaue Helm des THW.
Der charakteristische blaue Helm des THW. | Bild: Peter Rosa

Das Technische Hilfswerk leistet technische Hilfestellung im Zivilschutz, im Katastrophen- und im Verteidigungsfall. Das Einsatzportfolio ist vielfältig: Neben dem direkten Rettungseinsatz von Mensch, Tier und Sachwerten steht der Sicherungs- und Unterstützungseinsatz im Vordergrund. Die Ausstattung der Bergungsgruppen in den technischen Zügen ist sehr universell und macht sie flexibel. Neben dem blauen Overall und gelben Schutzhelm verfügen die Helfer über Atemschutzgeräte und leichtes Werkzeug. Sie retten aus Gefahrenlagen, leisten Sicherungs- und leichte Räumarbeiten und richten Wege und Übergänge her.

Wasser ist das Spezialgebiet

Das Spezialgebiet des THW-Ortsverbands Waldshut-Tiengen sind leistungsstarke Pumpen. Hier bei einer Übung in Gurtweil.
Das Spezialgebiet des THW-Ortsverbands Waldshut-Tiengen sind leistungsstarke Pumpen. Hier bei einer Übung in Gurtweil. | Bild: Peter Rosa

Der Ortsverband Waldshut ist auf das Bewegen von Wasser spezialisiert und verfügt über zwei Hochleistungspumpen, die bis zu 10 000 Litern pro Minute regelmäßig überflutete Keller von Wasser und Schlamm befreien. "Es ist nicht nur die Faszination am Helfen und der Technik – es ist ein Hobby in toller Kameradschaft", sagt Alexander Schmidt, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Waldshut-Tiengen. Im Rahmen der Aktion "Der Blaue Schlauch" lädt der Ortsverband jeden Montag, ab 18.30 Uhr alle Interessierten zum Besuch des THWs im Kaitle ein, um sich davon selbst zu überzeugen, in den Dienst reinzuschnuppern und die Kameradinnen und Kameraden kennenzulernen. Mitmachen kann jeder ab zehn Jahren. Kinder und Jugendliche werden spielerisch an die Technik herangeführt.

Einsätze des Technischen Hilfswerks

<strong>Die Truppe des Ortsverbands Waldshut-Tiengen:</strong> Nach den Übungen ist Zeit für Geselligkeit.
Die Truppe des Ortsverbands Waldshut-Tiengen: Nach den Übungen ist Zeit für Geselligkeit. | Bild: Peter Rosa
  • Weltweit: Bei einem Auslandseinsatz war das THW Waldshut-Tiengen im Rahmen einer UN-Friedensmission in Liberia. Dort waren einige Helfer an der Installation der Infrastruktur in Flüchtlingscamps und bei der Versorgung mit Wasser- und Strom beteiligt. Auch nach Südfrankreich waren bereits Helfer des THW entsandt worden, als dort nach langanhaltenden Regenfällen Landunter gemeldet wurde.
  • Deutschland: Die beiden längsten Einsätze der letzten zehn Jahre waren das Hochwasser von Elbe und Oder 2013. Dort waren die Helfer zur Unterstützung der Katastrophenschutzbehörden eine Woche lang in einem Bereitstellungsraum, um von dort aus bei der Sicherung von Deichen, dem Auspumpen von Kellern und sonstigen Hilfeleistungen zu helfen.
  • Umgebung: Im Juli 2014 wurde der komplette Waldshuter Ortsverband mit der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen nach einem schweren Unwetter über dem Stadtgebiet nach Tuttlingen alarmiert. Dort wurden zahlreiche Einsatzstellen abgearbeitet, u.a. eine Tiefgarage ausgepumpt.
  • 2016 wurde die Fachgruppe WP nach Zollhaus alarmiert, wo ein Behälter mit 10 000 Litern Chromsäure ausgelaufen war, und Säure in das Kanalisationssystem gelangte. Mit Kräften des Technischen Hilfswerks aus Tuttlingen, Radolfzell, Waldshut und Villingen-Schwenningen wurde die Feuerwehr bei den Maßnahmen vor Ort unterstützt.
  • 2018 ist bis dato eines der einsatzintensivsten Jahre mit bisher 17 Alarmierungen. Die Winterstürme Friederike und Burglind sorgten Anfang des Jahres für mehrere Ausrückungen. Auch war das THW bei dem Großeinsatz in St. Blasien eingesetzt, als die Alb über das Ufer getreten war. Der Hangrutsch in Menzenschwand wurde mit einem Fachberater betreut. Besonders langanhaltend erwies sich der Einsatz in Wutöschingen, wo eine unter der Wutach verlaufende Abwasserleitung gebrochen war. Dort wurde eine 400 Meter lange Schlauchstrecke aufgebaut, über welche das Abwasser mit einer Hochleistungspumpe aus der Kanalisation entnommen und über eine Brücke auf der anderen Seite des Flusses wieder in das Abwassernetz eingespeist wurde.

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