Waldshut-Tiengen Stoll-Vita-Stiftung: Quartett betrachtet Tod melancholisch und heiter

Jan-Martin Mächler, Christian Seidel, Anne Lindenberg und Adelheid Kummle haben mit ihrem musikalisch-literarischen Streifzug zum Thema Tod in der Stoll-Vita-Stiftung das Publikum amüsiert.

Waldshut – Kann man das Thema Tod auch heiter und humorvoll angehen? Ja, man kann! Zumindest Adelheid Kummle von der Stoll-Vita-Stiftung kann das! Sie hatte zu einem musikalisch-literarischen Streifzug rund um das Thema Tod in das Haus der Stiftung eingeladen. Und sie hatte – bereits zum vierten Mal – großartige Unterstützung gefunden: durch den Tenor Jan-Martin Mächler aus Bern, durch den in der Region bekannten Pianisten Christian Seidel und durch die Moderatorin Anne Lindenberg aus Lörrach, die die rund 60 Besucher mit viel Charme durch den Abend führte. Und auch Adelheid Kummle selbst engagierte sich mit eigenen Beiträgen, darunter die Uraufführung von vier Eigenkompositionen.

Gleich vorneweg: Dieses Zusammenspiel wurde ein restlos gelungener Abend. In ständigem Wechsel zwischen Text und Musik berührte Anne Lindenberg alle Facetten des Todes: Sie zitierte etwa Hermann Hesses ergreifendes Gedicht „Auf den Tod eines kleinen Kindes“, plaudert über Todeserfahrungen und letzte Worte von geschichtlichen Persönlichkeiten wie Marie Antoinette oder Anna Boleyn und leitete geschickt über zu den musikalischen Vertonungen großer Literatur. Dazu gehörten etwa Texte von Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Storm, Matthias Claudius oder Börries von Münchhausen, vertont von Carl Loewe, Franz Schubert, Fanny Hensel und immer wieder auch von Adelheid Kummle.

Doch das kam nicht todernst daher, sondern stand im Wechsel mit Chansons, Schlagern und Musicals. Oder mit frechen Zitaten, etwa von Karl Valentin: „Ich weiß, dass alle Menschen sterben müssen. Vielleicht sogar ich?“ Man erlebte den Tod als Person und erfuhr, dass er sogar eine Frau hat – die Tödin. Man amüsierte sich über skurrile oder makabre Todesanzeigen und über dramatische Todesursachen. Doch bei all diesen heiter und geistvoll zusammengestellten Texten von Adelheid Kummle stand doch die Musik im Mittelpunkt. Jan-Martin Mächler sang mal ergreifend in leisen Tönen, dann wieder humorvoll oder höchst dramatisch etwa in Georg Kreislers Chanson „Zu Hause ist der Tod“. Dabei wurde er gekonnt einfühlsam begleitet von Christian Seidel. Adelheid Kummle dankte für den begeisterten Beifall mit den Worten: „Genieße das Leben ständig, denn du bist länger tot als lebendig.“

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