Trotz Corona-Krise bleibt Spazierengehen zumindest vorerst erlaubt – und damit auch die Möglichkeit, mehr als nur einen hastigen Blick auf die blühenden Blumen im Stadtgebiet von Waldshut-Tiengen zu werfen. Während für die Frühlings-Zierpflanzen das Saison-Ende naht, werden hinter den Kulissen die Vorbereitungen für den sommerlichen Schmuck der öffentlichen Anlagen geschaffen.

„Im Gewächshaus ist Hochbetrieb„, berichtet Leiter Bernd Kramm über die Arbeiten auf dem Gelände der Stadtgärtnerei in der Waldshuter Schmittenau. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für das Einpflanzen der Sommerblumen, das wie jedes Jahr für Mitte bis Ende Mai geplant ist. Auf den öffentlichen Anlagen im Stadtgebiet, hinzu kommen noch diverse Kübel, sollen dann bis in den Oktober hinein die Blüten beispielsweise von Begonien, Geranien und Salvien leuchten. Dazu werden jetzt nicht weniger als 20.000 Jungpflanzen eingetopft, die zum Teil selbst gezogen sind und zum Teil von externen Lieferanten stammen.

Aus den Brunnen wie etwa vor dem Rathaus in Tiengen und vor dem Oberen Tor in Waldshut, die jährlich mit Frühlingsblumen geschmückt sind, nehmen die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei im April die Erde und die verblühten Pflanzen heraus. Dann übernimmt der Baubetriebshof, reinigt die Tröge und nimmt die Wasserspeier wieder in Betrieb. Nach Auskunft von Gärtnermeister Kramm ist die Vegetationsperiode in diesem Jahr bislang normal verlaufen. Jedoch: „Wir sind durch das schlechte Wetter im Februar etwas in Verzug“, sagt Kramm zu den üblichen Arbeiten am Jahresbeginn. Pflegeschnitte an mehrjährigen Staudenpflanzen wie etwa Storchschnabel, Wolfsmilch und Bergminze, die zum Beispiel an den Kreisverkehrsanlagen in Gurtweil und Tiengen das Auge erfreuen, mussten später als sonst angesetzt werden. Dafür konnten während der Regenfälle Überstunden abgebaut werden. Auch bei den Hochgewächsen war die Stadtgärtnerei aktiv. „Wir haben einige Bäume gepflanzt“, berichtet Kramm.

Kommt es eigentlich auch vor, dass jemand sich an städtischen Pflanzen bedient, um sein Heim oder seinen Garten zu schmücken? Diebstahl sei in den vergangenen zwei Jahren, genauso wenig wie Sachbeschädigungen, nicht als besonderes Problem aufgefallen, meint Bernd Kramm. Jedoch sind die Leute von der Stadtgärtnerei derzeit mit einer Herausforderung konfrontiert, die mit der Corona-Krise zu tun hat. Wegen der Staus durch die Grenzschließung kommen sie nur schwer zu ihren Arbeitsorten bei den Anlagen im Stadtgebiet. Bernd Kramm: „Die Verkehrssituation ist eine Katastrophe.“