Der Tourismus ist ein veritabler Wirtschaftsfaktor in Waldshut-Tiengen, hat aber noch Luft nach oben. Dies gilt insbesondere für Tagestouristen und Radwanderer. Diese Erkenntnis geht aus dem Tourismuskonzept hervor, das vom Gemeinderat gut geheißen wurde.

Ja zu Arbeitsgruppe Tourismus

Gleichzeitig stimmte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung einer Arbeitsgruppe Tourismus zu. Das städtische Kulturamt mit der Tourist-Information hat bereits begonnen, erste Ideen umzusetzen.

Bislang fehlte der rote Faden

Beim Blick auf den Ist-Zustand ist den Experten von Kohl & Partner, der dafür engagierten Beratungsgesellschaft aus Stuttgart, sowie den in mehreren Workshops mitarbeitenden Bürgern und lokalen Experten deutlich geworden, dass der Stadt ein roter Tourismus-Faden fehlt.

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In mehreren Werkstätten wurde an diesem Manko gearbeitet. Das Ganze mit dem Ergebnis, dass die Stadt nun einen Markenkern in Sachen Tourismus hat. Dieser lautet, insbesondere mit Blick auf die beiden Kernstädte Waldshut und Tiengen: „konstrastreich verbunden“.

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Dieser Markenkern soll nun als Basis für die weitere touristische Entwicklung dienen. Klar ist bereits, dass die Stadt insbesondere bei Tagestouristen und Fahrradtouristen punkten kann. Für beide Zielgruppen sollen die Angebote ausgebaut werden.

Sechs Starterprojekte

Dazu wurden sechs Schlüssel- und sechs Starterprojekte definiert. Hierzu zählen unter andere die Einführung der Konus-Gästekarte, die sich im Südschwarzwald bereits bewährt hat, und die Aufwertung des Rheinufers als Schlüsselprojekte. Kurzfristig umgesetzt werden sollen vier Kurzwanderungen, die die Erlebnisräume Stadt, Wald, Fluss, also dem Stadtlogo entsprechend, erschließen sollen.

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Kerstin Simon, Leiterin des städtischen Kulturamts, sagte im Rahmen der Gemeinderatssitzung hierzu, dass die erste Wanderschleife bereits realisiert sei. Sie verbinde Waldshut und Tiengen. Zudem arbeite die ihr unterstellte Tourist-Information an der Einführung der Konuskarte und der Realisierung einer Ortstaxe (Kurtaxe). Diese Einnahmen sollen helfen, weitere Maßnahmen zu finanzieren.

Viel Lob von den Stadträten

Aus den Reihen der Stadträte gab es überwiegend positive Rückmeldungen zu den Ideen, wie Waldshut-Tiengen für Gäste attraktiver werden könnte. Für Peter Kaiser (CDU) spiegle das Konzept die Arbeit der Werkstätten wieder.

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Rundum zufrieden zeigte sich aus FDP-Stadtrat Raimund Walde, der die Tourist-Info 38 Jahre lang geleitet hatte. „Das Tourismuskonzept ist unheimlich wichtig für Waldshut-Tiengen.“ Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass inzwischen extrem viele Radtouristen die Stadt ansteuerten. Deshalb forderte Grünen-Fraktionssprecherin Petra Thyen, mehr Übernachtunsmöglichkeiten für diese Gäste zu schaffen.

Harald Würtenberger, Sprecher der Freien Wähler, fragte sich, wie das Juwel Wildgehege, wie vorgeschlagen, noch mehr aufgewertet werden könne. CDU-Sprecher Philipp Studinger nannte das Konzept schlüssig, wünschte sich aber Antworten auf die Frage, „welche Schlüsse wir daraus ziehen?“. Die Forderung von Claudia Hecht (SPD), die Stadt solle sich alle Rechte für eine eigene App sichern, entkräfte OB Philipp Frank.

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„Die Namensrechte haben wir uns schon vor zwei Jahren sichern lassen.“ Sobald die neue Homepage stehe, gehe es an die Realisierung der App.

 

Das Konzept

Das Tourismuskonzept für Waldshut-Tiengen mündet in sechs Schlüsselprojekte (sie sollen dauerhaften Erfolg garantieren) sowie in sechs Starterprojekte (schnell umsetzbar).

  • Schlüsselprojekte: Hierzu zählen die Einführung einer Ortstaxe (Kurtaxe) und der Konus-Gästekarte, die Schaffung von Loungemöbeln im öffentlichen Raum, die Aufwertung des Rheinufers, digitale Infopoints, ein Informations- und Beschilderungssystem sowie die Schaffung einer Personalstelle Stadtmarketing/Citymanagement.
  • Starterprojekte: Vier Wanderschleifen unter dem Motto „Stadt, Wald, Fluss“, Aufwertung des Wildgeheges, eine neue Webseite der Stadt, Fotoshooting und Fotowettbewerb für Imagekampagnen, eine Werbekampagne und die Vernetzung von Tourismus und Handel sowie bessere Services für Radfahrer.