Wie viele Generationen von Kindern auf dem „Lange Stein“ herum geklettert sind, ist nicht überliefert. Und auch über die Herkunft des Steines sind sich die Gelehrten nicht einig. Die einen meinen, dass der Menhir ein Überrest aus der Eiszeit und der sich zurückbildenden Gletscher ist. Viel spannender und mythenhafter ist die Version, dass der „Lange Stein“ in der Jungsteinzeitzeit von Menschenhand herbeigeschafft und nahe der Wutach aufgestellt wurde.

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Erstmals wurde der „Lange Stein“ im Jahr 858 erwähnt. Hier wurde bis ins 17. Jahrhundert das Kaiserliche Klettgauer Landgericht abgehalten. Einer Legende nach soll in dem Stein eine Fee wohnen, welche bei Unfruchtbarkeit ihre Hilfe anbieten soll. Bedeutung hatte der Stein vor allem für den FC Tien-gen. Jahrzehnte lang war er das Wahrzeichen des alten Langensteinstadions.

Natur erkämpft sich das Gelände zurück

Inzwischen hat sich die Natur das Sportgelände zurück erkämpft. Hohe Sträucher und Gräser lassen kaum noch erkennen, dass hier einst Fußball gespielt wurde. Selbst aus dem Stein wachsen bereits Gestrüpp und Moos und drohen diesen zu zerstören.

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Dies hat den SPD Ortsverein Tiengen auf den Plan gerufen. Zu einer Ortsbegehung fanden sich der Vorsitzende Dieter Flügel, der stellvertretende Fraktionssprecher Gerhard Vollmer und Markus Jäger ein. Als Gast war auch der Ehrenvorsitzende des FC Tiengen, Wolfgang Hörr, eingeladen.

Teil der Tiengener Geschichte

„Wir wollen den Langen Stein wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Der Stein ist ein Teil der Tiengener Geschichte und sollte dies auch bleiben“, eröffnete Dieter Flügel sein Plädoyer. Markus Jäger hatte gleich konkrete Vorschläge mitgebracht. Nach seiner Vorstellung soll ein kleiner Platz um den Menhir entstehen. Eine Umrandung mit Kies und einem Zaun soll der Stätte ein angemessenes Umfeld schaffen. Zusätzlich soll eine Tafel erstellt werden, die die geschichtliche Herkunft darstellen soll.

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Unterstützung für die Idee fand er bei Wolfgang Hörr: „Der Lange Stein, ist genau so ein Wahrzeichen der Stadt, wie der Vitibuck“, betonte er. Als erste Maßnahme müsste der Rat eines Spezialisten gesucht werden. Denn die Gefahr, dass die aus dem Stein herauswachsenden Sträucher dem Stein einen unwiederbringbaren Schaden zufügen könnte ist sehr hoch. Schnell war man sich einig, dass ein entsprechender Antrag bei der nächsten Gemeinderatssitzung eingebracht werden soll.

Langenstadion früher: Die Tribüne im alten Langensteinstadion in Tiengen hatte schon bessere Tage gesehen. Im vergangenen Herbst rückten die Bagger an, dann wurde der Platz weitgehend der Natur überlassen.
Langenstadion früher: Die Tribüne im alten Langensteinstadion in Tiengen hatte schon bessere Tage gesehen. Im vergangenen Herbst rückten die Bagger an, dann wurde der Platz weitgehend der Natur überlassen. | Bild: Salzmann, Günter

Geheimnisvolle Kolosse am Wege

Ein Menhir ist laut Duden ein aufrecht stehender, unbehauener kultischer Stein aus vorgeschichtlicher Zeit, oft mit gleichartigen in langen Reihen. Menhire im Kreis Waldshut:

  1. Tiengen: Der „Lange Stein“ ist mit einer Höhe von 5,92 Metern der höchste Menhir am Hochrhein.
  2. Bad Säckingen: Der Stein befindet sich am westlichen Stadtrand auf dem Waldfriedhof. Er befand sich am Rand einer jungsteinzeitlichen Siedlung, wo er 1956 im dichten Unterholz entdeckt wurde. Später wurde er am Fundort wieder aufgerichtet.
  3. Degernau: Als Menhir von Degernau wird ein vorgeschichtlicher Menhir auf der Gemarkung des Wutöschinger Ortsteils bezeichnet. Der Stein steht auf dem höchsten Punkt einer Bergkuppe auf der Flur „Bühlhölzle“.
  4. Nöggenschwiel: Der Megalith ist knapp zwei Meter hoch, besteht aus Buntsandstein und befindet sich an einem Feldrand unterhalb der Kuppe der Anhöhe. (Quelle: Wikiwand)