Kreis Waldshut – Der Wahlkreis 288 Waldshut bestätigt gestern Abend nach Auszählung aller Wahllokale den Bundestrend. CDU und SPD werden abgestraft und die vier kleinen Parteien gehen als Sieger vom Platz. Einen deutlichen Unterschied gibt es allerdings mit Blick auf die AfD. Während die Rechtspopulisten auf Bundesebene Platz drei holen, kommen sie im hiesigen Wahlkreis lediglich auf Platz fünf. Den Wahlkreis Waldshut werden künftig die beiden Lauchringer Felix Schreiner (CDU) als Direktkandidat sowie Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) in Berlin vertreten.

Mit der Wahl von Felix Schreiner kommt es auch zu einer Zäsur im Wahlkreis. Denn seit 1980 war er fest in der Hand der Familie Dörflinger. Zunächst vertrat Vater Werner Dörflinger die Region, damals noch in Bonn. Danach holte Sohn Thomas fünf Mal in Folge das Direktmandat für die CDU. Nach fünf Wahlperioden hatte Thomas Dörflinger im Vorfeld dieser Bundestagswahl auf eine erneute Kandidatur verzichtet und machte somit den Weg für Felix Schreiner frei. Dem 31-Jährigen gelang so der Sprung vom Land- in den Bundestag. Allerdings mit deutlich weniger Stimmen als sie Dörflinger vor vier Jahren holte. Dennoch ist das Projekt fliegender Parlamentswechsel für den Lauchringer gut gegangen. Schreiner holt für die CDU 39,3 Prozent, was ein deutliches Minus von 10 Prozentpunkten bei den Zweitstimmen bedeutet.

Dank ihres sehr guten Listenplatzes zieht Rita Schwarzelühr-Sutter für die SPD erneut in den Bundestag ein. Nach vier Jahren als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium wird sie in der neuen Legislaturperiode allerdings von der Regierungsbank auf die vermutlich etwas härteren Bänke der Opposition wechseln müssen. SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz hatte ja noch am Wahlabend erklärt, seine Partei wolle sich nicht wieder an der Regierung beteiligen. Noch am Wahlabend wertete Rita Schwarzelühr-Sutter ihr persönliches Ergebnis und jenes ihrer Partei als "enttäuschend und furchtbar". Schwarzelühr-Sutter holt für die SPD 16,4 Prozent. Das bedeut ein Minus von 2,6 Prozentpunkten bei den Zweitstimmen. Wie auch Felix Schreiner holte Rita Schwarzelühr-Sutter deutlich mehr persönliche, wie Parteistimmen.

Der Enttäuschung bei den beiden großen Parteien steht der Jubel der kleineren Parteien gegenüber. Grüne, FDP und Linke legen im Vergleich zu vor vier Jahren zu. Ulrich Martin Drescher holt für die Grünen 13,9 Prozent, was einem Plus von 2,9 Prozentpunkten gegenüber 2013 entspricht. Daniel Poznanski sammelt für die FDP 10,8 Prozent, ein Plus von 5,8 Prozentpunkten. Lothar Schuchmann holt für die Linke 5,5 Prozent der Zweitstimmen, ein Plus von 1,2 Prozentpunkten.

Dem Trend auf Bundesebene nicht ganz folgen kann die AfD im Wahlkreis Waldshut. Während die Gesamtpartei im künftigen Bundestag drittstärkste Kraft hinter CDU und SPD wird, reicht es im Wahlreis Waldshut nur zu Platz fünf. Martina Böswald holt für die AfD 9,8 Prozent, plus 5,1 Prozentpunkte.