"Naturschutz ist ein Thema, das nicht nur die große Politik betrifft, sondern im kleinen Rahmen vor der eigenen Haustür beginnt." Unter diesem Motto stand die Hauptversammlung des Nabu-Ortsverbandes Waldshut und Umgebung. Rund 20 Aktionen wie der Kiesgruben-Pflegeeinsatz, die Obstbaum-Pflanzaktion, die Wintervogelkartierung Reckingen, der Bird-Watch-Day sowie zahlreiche Exkursionen, darunter auch ein viertägiger Exkursionsausflug zum Kaiserstuhl zeigten, dass die Mitglieder aktiv sind.

Besonders die Arbeitseinsätze bei der Dummrighütte, die im Wolfserwartungsgebiet liegt, wurden von Kreisforstamtsleiter Helge von Gilsa lobend und mit Dank erwähnt. In Bezug auf die Wolfsthematik stellte er fest, dass es ein Gebot der Sachlichkeit sei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. "Die Debatte ist stark angeheizt, aber es darf nicht vergessen werden, der Mensch hat in der Vergangenheit eigentlich ganz gut mit dem Wolf gelebt, bis er ausgerottet wurde", erklärte von Gilsa. Besonders wichtig seien die Kommunikation und die Information. "Es ist notwendig mit den Jägern, den Landwirten und dem Tourismus einen guten Dialog zu führen", betonte der Forstamtsleiter.

Mit zwei Praktikanten gelang es dem Nabu, wichtige Kartierungen und auch landschaftsökologische Planungen sowie die Projektplanung "Grünes Klassenzimmer" für Lauchringen vorzunehmen. "Durch weiteren Landkauf wollen wir der Großlandwirtschaft mit Kleinparzellen als Buntbrachen und Obstwiesen entgegenwirken", erklärte der Vorsitzende Hauke Schneider. Diese beiden Aktivitäten des Vereins stellten auch die größten Ausgabeposten im Kassenbericht dar. Eine umfangreiche Dokumentation über die Naturschutzprojektarbeit des Regionalen Naturparks Schaffhausen präsentierte Bernhard Egli. Die angestoßenen Naturschutzprojekte sollen weiter vertieft und ausgeweitet werden. Mit 100 Zielarten, die nach Lebensräumen gruppiert und nachgewiesen werden konnten, seien stolze Erfolge bekannt zu geben. "Und wenn es sogar eine Wildbienenart gibt, die wieder entdeckt wurde, obwohl sie als ausgestorben galt, dann sind wir mit den Buntbrachen sicher auf dem richtigen Weg", freute sich Egli.