Waldshut (ufr) Mit einer leichten Handbewegung gab Pascal Marsault den großen Schlussapplaus des Publikums an die Marc Garnier Orgel weiter: Er und die Orgel der evangelischen Versöhnungskirche hatten einen gelungenen und abwechslungsreichen Auftakt der 22. Internationalen Orgelwoche geboten. Dass mit gut 60 Besuchern ein eher kleines Publikum die Freude hatte, dem international bekannten französischen Organisten zuzuhören, dürfte parallel stattfindenden anderen Klassik-Musikveranstaltungen geschuldet gewesen sein. Matthias Flierl, Bezirkskantor der evangelischen Kirche Hochrhein, versprach in seiner Begrüßung ein vielseitiges Programm voller verschiedener Klangfarben und Pascal Marsault erfüllte dieses Versprechen überzeugend.

Der in Blois geborene Organist und die Orgel bildeten eine Einheit. Man hatte das Gefühl, Marsault spielte nicht "einfach" nur auf der Garnier-Orgel, sondern "erfühlte" sie und interpretierte in der Folge die Werke mit ruhiger, souveräner Ausdruckskraft. Dabei waren dem Preisträger renommierter Orgelwettbewerbe hektische Bewegungen fremd. Das filigrane Spiel der Hände auf der Klaviatur, das sichere Spiel der Füße auf dem Pedalwerk, geschmeidig fügte sich ein Ton in den anderen und blieb doch für sich in aller Klarheit bestehen. Mühelos und ohne jede Theatralik gelang es Pascal Marsault, das Publikum je nach Werk mitzunehmen in vielschichtige Klangwelten voller ätherischer Zartheit, perlender Tonkaskaden oder dramatischer Spannungen.

Der Titularorganist an der Pariser Kirche Saint-Ignace und am Konservatorium Toulon unterrichtende Künstler spielte Werke aus mehreren Jahrhunderten. Er startete mit der reich verzierten, erhabenen "Toccata Quinta" des italienischen Komponisten Girolamo Frescobaldi (1583 bis 1643). Die schnellen, harmonischen Läufe in Johann Sebastian Bachs (1685 bis 1750) Präludium und Fuge in d-moll meisterte Marsault ebenso virtuos wie die kühnen, zerrissenen Harmonien in Nikolaus Bruhns (1665 bis 1697) Präludium e-moll. Weiterhin spielte er Werke von Anthoni van Noordt, Johann Gottlieb Homilius, Louis Couperin, Carl Philipp Emmanuel Bach und Max Reger. Mit Orgelbearbeitungen von Werken von Johann Sebastian Bach wie dem Konzert für 4 Cembali und Streicher a-moll und zwei Zugaben endete das vom Publikum gefeierte Konzert.

Weitere Konzerte

Weitere Höhepunkte der Internationalen Orgelwoche stehen vor der Türe: Am Mittwoch, 3. Mai, spielt ab 20 Uhr Leo van Doeselaar niederländische Orgelmusik und am Sonntag, 7. Mai, ab 17 Uhr, werden 40 Jahre Kantorei Hochrhein mit einem großen Jubiläumskonzert gefeiert.