Waldshut-Tiengen Sie müssen in Waldshut arbeiten, wenn alle anderen feiern

Viele Menschen sind am heutigen Silvesterabend im Dienst und starten mit der Arbeit in das neue Jahr. Den meisten von ihnen macht der Einsatz aber nichts aus

Die Sektkorken knallen, die Raketen schießen in die Luft und die guten Vorsätze für das neue Jahr werden gefasst. Heute Nacht endet das Jahr 2016 und 2017 beginnt. Doch nicht jeder kann den Start in das neue Jahr gemütlich mit Familie oder Freunden feiern. Ob Rettungskräfte oder Serviceangestellte, zahlreiche Menschen im Landkreis Waldshut verbringen Silvester bei der Arbeit. Während die einen, beispielsweise Ärzte im Spital, am Arbeitsplatz anwesend sein müssen, sind andere in Bereitschaft. Sie können zwar zu Hause feiern oder sogar ins Theater gehen, müssen aber immer auf den Ernstfall vorbereitet sein, mit dem sie das neue Jahr begrüßen könnte.

<strong>Winterdienst:</strong> Thomas Amann wird sich in der Silvesternacht bereit halten, um spontan zu sehen, ob er Straßen räumen und streuen muss. Seit 32&nbsp;Jahren arbeitet er beim Baubetriebshof der Stadt Waldshut-Tiengen. "Es kann schon sein, dass man gegen 2&nbsp;Uhr raus muss, um eine Kontrollfahrt zu machen", erklärt er. Silvester feiert er daher ganz in Ruhe und ohne Alkohol. In der Regel seien die Mitarbeiter nur alle fünf Jahre an Silvester in Bereitschaft. Bei ihm ist es nun aber das zweite Jahr in Folge: "Ich habe mit einem Kollegen getauscht, weil ich Mitte Januar Urlaub habe." Während ihm kein Silvester-Einsatz besonders in Erinnerung blieb, erinnert er sich noch gut an Weihnachten mit Orkan Lothar 1999. "Das war außergewöhnlich. Ich habe zweieinhalb Stunden für zwölf Kilometer zum Bauhof gebraucht", blickt Thomas Amann zurück.
Winterdienst: Thomas Amann wird sich in der Silvesternacht bereit halten, um spontan zu sehen, ob er Straßen räumen und streuen muss. Seit 32 Jahren arbeitet er beim Baubetriebshof der Stadt Waldshut-Tiengen. "Es kann schon sein, dass man gegen 2 Uhr raus muss, um eine Kontrollfahrt zu machen", erklärt er. Silvester feiert er daher ganz in Ruhe und ohne Alkohol. In der Regel seien die Mitarbeiter nur alle fünf Jahre an Silvester in Bereitschaft. Bei ihm ist es nun aber das zweite Jahr in Folge: "Ich habe mit einem Kollegen getauscht, weil ich Mitte Januar Urlaub habe." Während ihm kein Silvester-Einsatz besonders in Erinnerung blieb, erinnert er sich noch gut an Weihnachten mit Orkan Lothar 1999. "Das war außergewöhnlich. Ich habe zweieinhalb Stunden für zwölf Kilometer zum Bauhof gebraucht", blickt Thomas Amann zurück. | Bild: Dana Coordes
<strong>Stadtwerke:</strong> Den Silvesterabend verbringt Franz Welte als Besucher bei einer Vorstellung im Ali-Theater in Tiengen. "Da hoffe ich, dass es keine Stromstörungen gibt", erklärt der verantwortliche Teamleiter für das Stromnetz Tiengen bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen. Über den Jahreswechsel wird er Bereitschaftsdienst für den Stromsektor der Stadtwerke, bei denen er seit 45&nbsp;Jahren tätig ist, haben. Das bedeutet für ihn, dass er möglichst keinen Alkohol trinken darf, im näheren Umkreis bleiben und immer mit dem Handy erreichbar sein muss. Sollte es größere Hochspannungsstörungen geben, muss Welte die Koordination übernehmen und Mitarbeiter mobilisieren, die sich um das Problem kümmern. Mit erhöhter Störungsgefahr aufgrund der Neujahrsfeier rechnet er nicht. "In dieser Hinsicht ist es ein Tag wie jeder andere", sagt er.
Stadtwerke: Den Silvesterabend verbringt Franz Welte als Besucher bei einer Vorstellung im Ali-Theater in Tiengen. "Da hoffe ich, dass es keine Stromstörungen gibt", erklärt der verantwortliche Teamleiter für das Stromnetz Tiengen bei den Stadtwerken Waldshut-Tiengen. Über den Jahreswechsel wird er Bereitschaftsdienst für den Stromsektor der Stadtwerke, bei denen er seit 45 Jahren tätig ist, haben. Das bedeutet für ihn, dass er möglichst keinen Alkohol trinken darf, im näheren Umkreis bleiben und immer mit dem Handy erreichbar sein muss. Sollte es größere Hochspannungsstörungen geben, muss Welte die Koordination übernehmen und Mitarbeiter mobilisieren, die sich um das Problem kümmern. Mit erhöhter Störungsgefahr aufgrund der Neujahrsfeier rechnet er nicht. "In dieser Hinsicht ist es ein Tag wie jeder andere", sagt er. | Bild: David Rutschmann
<strong>Krankenhaus: </strong>Seit zehn Jahren arbeitet Nicole Jäger als Krankenschwester bereits im Spital Waldshut, dieses Jahr wird sie zum ersten Mal den Nachtdienst an Silvester miterleben. "Wer diesen Beruf lernt, weiß, dass man auch mal an Feiertagen arbeiten muss", erzählt sie. Von Kollegen hat sie gehört, dass in der Silvesternacht meistens viel los ist: "Erkrankte Menschen kommen immer, ich denke, dass es zusätzlich viele alkoholbedingte Vorfälle geben wird. Die Leute müssen dann auch Verständnis dafür haben, wenn sie unter Umständen länger warten müssen." Zwischen 20&nbsp;Uhr am 31.&nbsp;Dezember 2016 und 6.30&nbsp;Uhr am 1.&nbsp;Januar 2017 wird Nicole Jäger Patienten betreuen und behandeln. Sie hofft, dass zum Jahreswechsel mit einem Glas alkoholfreien Sekt angestoßen werden kann – jedoch nur, wenn sich Zeit dafür findet.
Krankenhaus: Seit zehn Jahren arbeitet Nicole Jäger als Krankenschwester bereits im Spital Waldshut, dieses Jahr wird sie zum ersten Mal den Nachtdienst an Silvester miterleben. "Wer diesen Beruf lernt, weiß, dass man auch mal an Feiertagen arbeiten muss", erzählt sie. Von Kollegen hat sie gehört, dass in der Silvesternacht meistens viel los ist: "Erkrankte Menschen kommen immer, ich denke, dass es zusätzlich viele alkoholbedingte Vorfälle geben wird. Die Leute müssen dann auch Verständnis dafür haben, wenn sie unter Umständen länger warten müssen." Zwischen 20 Uhr am 31. Dezember 2016 und 6.30 Uhr am 1. Januar 2017 wird Nicole Jäger Patienten betreuen und behandeln. Sie hofft, dass zum Jahreswechsel mit einem Glas alkoholfreien Sekt angestoßen werden kann – jedoch nur, wenn sich Zeit dafür findet. | Bild: David Rutschmann
<strong>Taxi: </strong>Für Martin Uecker gibt es nichts Schöneres als Taxifahren. Den Beruf übt er seit 14&nbsp;Jahren aus. Er hat auch schon einige Silvesternächte, in denen er seine Kundschaft als "netter" empfindet, im Personenbeförderungsdienst verbracht. Da sein Arbeitgeber Taxi Neumann dieses Jahr besonders viele Aufträge hat, fängt Uecker seine Arbeit eine Stunde früher als regulär an. "Zwischen 23.30&nbsp;Uhr und 0.30&nbsp;Uhr ist weniger los", erzählt er. "In dieser Zeit kann ich mit meiner Frau, die auch Taxifahrerin ist, vielleicht anstoßen. Ab 1&nbsp;Uhr gibt es dann viele Aufträge." Er erinnert sich, dass er in einer Silvesternacht einen Kunden in einer Waldshuter Gaststätte abholen sollte, der auf der einen Seite in sein Taxi einstieg, auf der anderen Seite wieder ausstieg und zurück in das Lokal wanderte. Uecker: "Wer was erleben will, muss Taxifahrer werden."
Taxi: Für Martin Uecker gibt es nichts Schöneres als Taxifahren. Den Beruf übt er seit 14 Jahren aus. Er hat auch schon einige Silvesternächte, in denen er seine Kundschaft als "netter" empfindet, im Personenbeförderungsdienst verbracht. Da sein Arbeitgeber Taxi Neumann dieses Jahr besonders viele Aufträge hat, fängt Uecker seine Arbeit eine Stunde früher als regulär an. "Zwischen 23.30 Uhr und 0.30 Uhr ist weniger los", erzählt er. "In dieser Zeit kann ich mit meiner Frau, die auch Taxifahrerin ist, vielleicht anstoßen. Ab 1 Uhr gibt es dann viele Aufträge." Er erinnert sich, dass er in einer Silvesternacht einen Kunden in einer Waldshuter Gaststätte abholen sollte, der auf der einen Seite in sein Taxi einstieg, auf der anderen Seite wieder ausstieg und zurück in das Lokal wanderte. Uecker: "Wer was erleben will, muss Taxifahrer werden." | Bild: David Rutschmann
<strong>Rotes Kreuz: </strong>In der Silvesternacht hat Christian Scheuble dieses Jahr keinen Dienst. Groß gefeiert werden kann jedoch trotzdem nicht: um 6&nbsp;Uhr morgens wird er die Schicht in der Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Waldshut übernehmen. Scheuble: "Mit ziemlicher Sicherheit werde ich vor Mitternacht ins Bett gehen, schließlich muss man am nächsten Morgen konzentriert sein." Mit dem Nachtdienst in der Silvesternacht hat der Teamleiter der Leitstelle trotzdem schon Erfahrung gesammelt. "Zum Jahreswechsel gratuliert man sich und sieht sich kurz das Feuerwerk an, fünf Minuten nach Mitternacht gehen dann über 112 frequentierter Anrufe ein – meist Feuerwerk-bezogene Unfälle", erklärt er. Die beiden Disponenten im DRK vermitteln dann die Notrufe an die verschiedenen Rettungsdienste im Landkreis.
Rotes Kreuz: In der Silvesternacht hat Christian Scheuble dieses Jahr keinen Dienst. Groß gefeiert werden kann jedoch trotzdem nicht: um 6 Uhr morgens wird er die Schicht in der Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Waldshut übernehmen. Scheuble: "Mit ziemlicher Sicherheit werde ich vor Mitternacht ins Bett gehen, schließlich muss man am nächsten Morgen konzentriert sein." Mit dem Nachtdienst in der Silvesternacht hat der Teamleiter der Leitstelle trotzdem schon Erfahrung gesammelt. "Zum Jahreswechsel gratuliert man sich und sieht sich kurz das Feuerwerk an, fünf Minuten nach Mitternacht gehen dann über 112 frequentierter Anrufe ein – meist Feuerwerk-bezogene Unfälle", erklärt er. Die beiden Disponenten im DRK vermitteln dann die Notrufe an die verschiedenen Rettungsdienste im Landkreis. | Bild: David Rutschmann
<strong>Feuerwehr:</strong> Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind 365&nbsp;Tage im Jahr in Bereitschaft, erklärt Ralf Rieple, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waldshut-Tiengen. An Silvester habe man aber als besondere Maßnahme im Vorfeld abgeklärt, wer in der Gegend ist und sich für einen möglichen Einsatz bereit halten kann. "In allen fünf Abteilungen stehen damit Leute zur Verfügung. Es war gar kein Problem, Freiwillige zu finden", sagt Rieple. Sie könnten alle ganz normal Silvester feiern, auch mal ein Glas Sekt trinken, aber man müsse sich eben zurückhalten. Meist sind es kleinere Einsätze, die die Feuerwehr an Silvester beschäftigen: ein brennender Mülleimer oder Unterstützung für eine Feuerwehr in der Umgebung. "Einen ausufernden Brand hat es schon längere Jahre nicht mehr gegeben", so Ralf Rieple.
Feuerwehr: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind 365 Tage im Jahr in Bereitschaft, erklärt Ralf Rieple, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waldshut-Tiengen. An Silvester habe man aber als besondere Maßnahme im Vorfeld abgeklärt, wer in der Gegend ist und sich für einen möglichen Einsatz bereit halten kann. "In allen fünf Abteilungen stehen damit Leute zur Verfügung. Es war gar kein Problem, Freiwillige zu finden", sagt Rieple. Sie könnten alle ganz normal Silvester feiern, auch mal ein Glas Sekt trinken, aber man müsse sich eben zurückhalten. Meist sind es kleinere Einsätze, die die Feuerwehr an Silvester beschäftigen: ein brennender Mülleimer oder Unterstützung für eine Feuerwehr in der Umgebung. "Einen ausufernden Brand hat es schon längere Jahre nicht mehr gegeben", so Ralf Rieple. | Bild: Dana Coordes
<strong>Gastronomie:</strong> Cocktails mixen, Essen servieren, Gäste bedienen – die Gastronomie steht an Silvester ebenfalls nicht still. Auch Jorgos Palaiologos kennt die Arbeit an Silvester. Der gebürtige Grieche kam vor fünf Jahren nach Deutschland und arbeitet seit drei Jahren als Koch im Lokal Stellwerk und dem Restaurant Metropol in Waldshut. Auch als Kellner und organisatorisch kommt er zum Einsatz, gerade bei Großereignissen wie Silvester. "An Silvester ist hier alles voll, es ist kein Platz mehr frei", erzählt er. Ihn stört die Arbeit beim Jahreswechsel nicht, schließlich sei das Kollegium "fast wie eine Familie". Beim Jahreswechsel um Mitternacht wird die Belegschaft sich das Feuerwerk ansehen. Das Anstoßen mit Sekt ist erlaubt, Jorgos Palaiologos findet jedoch, dass man Alkohol lieber am Feierabend trinken sollte.
Gastronomie: Cocktails mixen, Essen servieren, Gäste bedienen – die Gastronomie steht an Silvester ebenfalls nicht still. Auch Jorgos Palaiologos kennt die Arbeit an Silvester. Der gebürtige Grieche kam vor fünf Jahren nach Deutschland und arbeitet seit drei Jahren als Koch im Lokal Stellwerk und dem Restaurant Metropol in Waldshut. Auch als Kellner und organisatorisch kommt er zum Einsatz, gerade bei Großereignissen wie Silvester. "An Silvester ist hier alles voll, es ist kein Platz mehr frei", erzählt er. Ihn stört die Arbeit beim Jahreswechsel nicht, schließlich sei das Kollegium "fast wie eine Familie". Beim Jahreswechsel um Mitternacht wird die Belegschaft sich das Feuerwerk ansehen. Das Anstoßen mit Sekt ist erlaubt, Jorgos Palaiologos findet jedoch, dass man Alkohol lieber am Feierabend trinken sollte. | Bild: David Rutschmann

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