Inzwischen ist es eine Woche her, dass ich meinen Selbstversuch gestartet habe. Bis Ostern möchte ich testen, ob es möglich ist, mich ausschließlich von Produkten zu ernähren, die in einem Umkreis von maximal 100 Kilometern produziert wurden. Zeit für eine erste Bilanz.

Mit Kartoffeln und Zwiebeln aus Stühlingen, Äpfeln aus Birkingen, Salat, Gemüse und Eiern aus Dogern, Käse aus Lenzkirch, Fleisch aus dem Waldshuter Umland, Brot mit Mehl aus der Albtalmühle in Görwihl sowie Honig aus Krenkingen enthält mein Speiseplan die wichtigsten Grundnahrungsmittel, und bislang habe ich Spaß daran, aus den einzelnen Zutaten, einfache aber schmackhafte Gerichte zu kochen.

Aus Kartoffeln, Rosenkohl und Eiern vom Wochenmarkt lässt sich ein schnelles und schmackhaftes Mittagessen zubereiten.
Aus Kartoffeln, Rosenkohl und Eiern vom Wochenmarkt lässt sich ein schnelles und schmackhaftes Mittagessen zubereiten. | Bild: Juliane Schlichter

Zugegeben: Es ist einfacher, sich in der Mittagspause schnell einen Döner zu holen oder eine Fertiglasagne in die Mikrowelle zu schieben. Sich an den Herd zu stellen – insofern man die Möglichkeit hat, wie ich mittags nach Hause gehen zu können – und beispielsweise Kartoffeln zu kochen, Rosenkohl zu dünsten und Spiegeleier zu braten, dauert allerdings auch nicht viel länger, wie ich festgestellt habe.

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Auf dem Waldshuter Wochenmarkt habe ich mich mit Feldsalat, Rosenkohl, Pastinaken, Karotten und Grünkohl eingedeckt. Obwohl wir Spätwinter haben, ist das Angebot am Stand von Ulrike Ehnes, die mit ihrem Mann Markus Uhlenbrock-Ehnes die Gemüsegärtnerei Eulenhof in Dogern betreibt, erstaunlich groß. Sie erklärt mir, dass Gemüsesorten wie Wirsing, Lauch, Pastinaken, Karotten, Grün- und Rosenkohl sowie Kohlrabi frostfest sind und auch im Winter geerntet werden.

Salat und Spinat wachsen im Gewächshaus. Zum Angebot gehören auch Hokkaido-Kürbisse, Rettich und Sellerie. "Das ist Lagerware. Das Gemüse haben wir bereits letztes Jahr geerntet", sagt Ehnes und fügt hinzu: "Wenn das Lager leer ist, dann ist Feierabend." Dann gibt es bis zum Herbst keinen Hokkaido.

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Beim Blick in die Auslage springen mir aber auch Tomaten, Paprika und sogar Bananen ins Auge. Letztere wachsen aber kaum auf dem Eulenhof? "Nein, die kaufen wir dazu", sagt Ehnes. Genau wie Tomaten, Paprika und Rotkohl. Die Gemüsegärtnerin erklärt wieso: "Man kann heutzutage nicht mit reinem Wintergemüse die Kundschaft ernähren." Die Sorten, die derzeit nur in südlichen Ländern wachsen, werden von den Kunden nachgefragt. "Wenn ich die nicht anbieten würde, gehen sie zur Konkurrenz", sagt Ulrike Ehnes.

Ihre Devise beim hinzugekauften Obst und Gemüse lautet deshalb: "So nah wie möglich und so weit weg wie nötig kaufen wir ein." Nur eines komme für sie nicht in die Tüte: Flugware. "Unsere Bananen werden mit dem Containerschiff aus der Dominikanischen Republik transportiert."