Schwarze Löcher gibt es nicht nur im Weltall. Auch im schönen Nachbarstädtchen von Waldshut befindet sich – oder besser gesagt, befand sich – ein Ort mit unergründlichem dunklem Schlund. Die Rede ist von der städtischen Schlossgarage Tiengen. Deren Einfahrt präsentierte sich bislang als düsteres Loch und ohne plakativen Hinweis darauf, dass man hier sein Auto abstellen kann.

Seit Mittwochabend ist das anders: Ein sechs mal 0,4 Meter großes Banner macht groß und deutlich auf die Funktion des öffentlichen Parkhauses aufmerksam. Aus gut informierten Kreisen wissen wir, dass die Verbesserung nicht vom Rathaus realisiert wurde, sondern auf privaten Einsatz zurückgeht. In einem Schreiben an die Redaktion lassen die Initiatoren, die in aller Bescheidenheit anonym bleiben möchten, unter anderem wissen: „Die Schlossgarage war für ortsfremde Autofahrer bisher praktisch nicht als öffentliche Parkgarage wahrzunehmen. Von Seiten der Stadtverwaltung gab es zwar mal eine Willenserklärung, dem Abhilfe zu schaffen, jedoch wurde auf die Verkehrsschau im Herbst 2019 verwiesen. Wer könnten die Schildbürger gewesen sein, die der Stadt diese großzügige Spende zukommen ließen?“

Damit das Rätselraten etwas leichter fällt, nennen die Urheber mögliche Auflösungen: War es die Aktionsgemeinschaft, um Besuchern des Jazzfestes die Parkplatzsuche zu erleichtern? Oder war es die Interessengemeinschaft Obere Hauptstraße, die schon vor längerer Zeit auf den Missstand hingewiesen habe? Ganz gleich, wer es nun wirklich war: Dass die fleißigen Heinzelmänner demnächst auch noch mit dem Bagger am Sulzerring anrollen, um den Start des verspäteten Geschäftshauses Klettgau-Carree in die eigenen Hände zu nehmen, ist eher unwahrscheinlich.