Nur ein paar wenige Regentropfen, schön anzusehende traditionelle und moderne Darbietungen, gekonnte Moderation und eine humor- und gehaltvolle Festrede – all dies machte den Heimatabend des 602. Tiengener Schwyzertags zu einer ebenso kurzweiligen wie stimmungsvollen Abendunterhaltung im Wetterglück.

Alle Stuhlreihen auf dem Kirchplatz waren besetzt, als die mitmachenden Gruppen, allen voran die Gruppen der Bürgerzunft 1503 Tiengen, aufmarschierten und danach Zunftmeister Ralf Siebold und Oberbürgermeister Philipp Frank die Gäste begrüßten. Unter ihnen der Festredner Thomas Strobl (CDU), stellvertretender Ministerpräsident und Innenminister Baden-Württembergs. Die einzelnen Programmpunkte sagte erstmals Kerstin Simon, Mitarbeiterin des städtischen Kulturamtes, an.

Mit Bravour meisterte sie ihre Aufgabe. Wie immer spielte die Stadtmusik Tiengen auf und neben den Zunftgruppen, sprich Bürgerwehr- und Spielmannszug, Fahnenschwingerinnen und Historische Trachtengruppe, stand die Klettgauer Heimattracht mit Darbietungen auf der Bühne. Ebenso gefeiert wurde vom Publikum das Alphorn-Akkordeon Duo Matthias Bögle und Waldemar Werner, sowie der Fanfarenzug der Stadtkapelle Markgröningen und als Vertreter des modernen Schwyzertags, die jungen Bläser des Class-Brass-Ensembles.

Gespannte Erwartung lag in der Luft, als Festredner Thomas Strobl, der sich vor dem Heimatabend bei einem Empfang im Schlosshof ins Goldene Buch der Stadt Waldshut-Tiengen eingetragen hatte, ans Mikrofon trat. Mit launigen Worten über Liechtenstein, verbunden mit einem mehrmals gerufenen „Hoi Liechtenstein“, machte er mehr als wett, dass der anvisierte Festredner aus dem diesjährigen Gastland Liechtenstein abgesagt hatte. Strobl spannte in seiner lebendigen Rede den Bogen von Tiengens Geschichte über Liechtenstein bis zu Europa und würdigte die Rolle der Ehrenamtlichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Bestehen kommender Herausforderungen. „Europa wird nicht funktionieren ohne engagierte Bürger“, sagte Thomas Strobl.

Gegen Ende des Heimatabends spielte die Stadtmusik Tiengen wie immer die Nationalhymnen Deutschlands und des Gastlandes. Das letzte, mit tiefer Stimme gesungene Wort, hatte Hubert Baumgartner mit seinem Wächterruf. Mit zwei Fackelträgern an der Seite führte er danach Akteure und Publikum zum Marktplatz, wo die Öschmusik von der Baar Stimmung machte.