Dass dies nicht immer der Fall sein muss, zeigt ein Gasthaus in Rietheim gegenüber der Gemeinde Küssaberg. Dort kostet das Znüni, wie das vormittägliche Vesper im Volksmund genannt wird, gerade einmal fünf Franken.

Dafür bekommt der hungrige Gast Wienerli, Brot, Senf und ein Getränk – wahlweise Kaffee oder Mineralwasser. Mit diesem Angebot können noch nicht mal die Sparmenüs der amerikanischen Fast-Food-Ketten diesseits der Grenze mithalten.

Überhaupt gehört das Znüni zum Eidgenossen wie die Siesta zum Spanier. Daher ist es verwunderlich, dass die traditionelle Zwischenmahlzeit noch nicht offiziell zum Kulturgut zählt.

In Rietheim wirbt eine Tafel für einen preiswerten Imbiss.
In Rietheim wirbt eine Tafel für einen preiswerten Imbiss. | Bild: Juliane Schlichter

Einen Schritt weiter ist da Deutschland: 2014 nahm die Unesco die sogenannte Deutsche Brotkultur in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Denn deutsches Brot werde weltweit für seine Vielfältigkeit geschätzt. Dies kann jeder bestätigen, der im Auslandsurlaub zum Frühstück schon mal labberige, weiße Toastscheiben vorgesetzt bekommen hat.

Aber zurück zum Znüni: Vielleicht ist es ganz gut, dass das offizielle Unesco-Siegel fehlt. Erreicht der Schweizer Pausensnack erstmal weltweiten Kult-Status, wird er sicherlich mehr als fünf Franken kosten.

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