Waldshut (jls) „Viele Fragen lassen sich im direkten Gespräch einfacher klären“, sagte der Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger. Anlässlich des bundesweiten EU-Projekttages stellte sich der CDU-Politiker im Unterricht der neunten Klasse der Christlichen Schule Hochrhein den Fragen der 25 Schüler. Neben den Rettungspakten für Griechenland und den persönlichen Aufgaben des Bundestagsabgeordneten interessierten sich die Schüler besonders für die Migrationsbewegung und die damit verbundene Flüchtlingspolitik.

Auf die Frage, ob es richtig sei, Migrationsbewegungen in die Türkei umzulenken, sagte Thomas Dörflinger: „Das scheint gut zu funktionieren, ich persönlich habe allerdings ein Problem, mit Präsident Erdogan Geschäfte zu machen, da wir hinsichtlich unserer Ansichten zur Demokratie nicht auf Augenhöhe sind.“ Man müsse darauf achten, dass an bestehenden Verträgen keine Abstriche gemacht werden. Über einen Beitritt der Türkei in die Europäische Union äußerte sich Thomas Dörflinger kritisch: „Ich will nicht ausschließen, dass die Türkei Mitglied der EU wird. Aber nicht in den nächsten zehn Jahren, mit dem aktuellen Präsidenten geht das eher in die umgekehrte Richtung.“ Insgesamt sei die Migrationsbewegung erst in den Griff zu kriegen, wenn „wir die Situation in den Herkunftsländern verbessert haben“.

Die Fragen der Schüler gestalteten sich sehr vielfältig. Eine Schülerin wollte wissen, was Thomas Dörflinger tun würde, wenn er die alleinige Macht über Europa hätte. Der CDU-Politiker antwortete: „Ich würde das Parlament so umgestalten, dass es in seiner Kompetenz mit dem Bundestag vergleichbar ist, beispielsweise beim Thema Demokratisierung ist noch Luft nach oben.“ Außerdem müsse es im Parlament verstärkt um das „Große und Ganze“ und weniger um Detailfragen gehen.

Des Weiteren interessierten sich die Schüler für Thomas Dörflingers Lebensweg und Arbeit, sie waren sichtlich beeindruckt von der Fülle des Terminkalenders eines Politikers. Sie erkundigten sich auch nach dem Privatleben des Politikers. Er gab den Schülern offen über seine Tätigkeiten und seine Wohnsituation in Berlin, den Umgang mit seinem Parteikollegen und Namensvetter Thomas Dörflinger sowie zu vielen weiteren Themen Auskunft.

Der Bundestagsabgeordnete zeigte sich am Ende zufrieden mit der Veranstaltung: „Der Projekttag ermöglicht, mit Schülern ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich immer, bei jungen Menschen auf politisches Interesse zu stoßen, und zu sehen, welche Themen sie beschäftigen.“