Die Gewerblichen Schule Waldshut wollen am Dienstag, 26. Februar, mit ihrer mittlerweile dritten Typisierungsaktion erneut auf die Möglichkeit der Stammzellenspende aufmerksam machen. In den bisherigen zwei Aktionen in Kooperation mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) wurden rund 600 Schüler registriert und bereits acht passende Spender aus der Schule ermittelt. Einer von ihnen war Maximilian Jehle.

Der Schüler hat daraufhin zwei Mal gespendet, einmal waren es seine Stammzellen aus dem Blut, einmal eine Knochenmarkspende. Heute weiß er, dass er damit einem Kind mit Leukämie in Kanada das Leben gerettet hat. "Es fühlt sich gut an, ein Leben gerettet zu haben ohne groß was dafür getan zu haben", sagt Jehle, der die 13. Klasse des Technischen Gymnasiums besucht. Ohne die Aktion der Schule wäre er nie darauf gekommen. In dem Moment, als er sich in der Schule registrierte, habe er noch nicht daran gedacht, dass ausgerechnet er passen könnte. Bei der Typisierungsaktion wurde ihm mit einem Stäbchen ein Abstrich von der Wangenschleimhaut gemacht. Mehr passierte da noch nicht. Dann wurden seine Gewebemerkmale in einem Labor analysiert und für die weltweite Spendersuche zur Verfügung gestellt. Nach dem ersten Anruf, dass er passen könnte, musste Jehle noch zu einer Überprüfung ins Entnahmezentrum nach Tübingen. Erst dann war vollständig geklärt, dass er für einen bestimmten Patienten geeignet war. "Ich hatte keine Angst, weil alles so ausführlich erklärt wurde", erzählt Jehle heute über die Betreuung der gemeinnützigen DKMS und die folgenden kleinen Eingriffe unter Narkose. "Wenn es mir selbst so gegangen wäre, hätte ich auch gewollt, dass man mir hilft", so der Schüler. Das Kind aus Kanada kann er übrigens im nächsten Jahr kennenlernen, was er auch gerne möchte.

Die Heilungschancen von Blutkrebs sind mit Stammzellenspenden am höchsten. "Es ist heilbar, doch es braucht einen Spender", sagt Guido Fuchs, Lehrer der Gewerblichen Schule, der die Aktion betreut. So wie Maximilian Jehle kann auch jeder andere ein Lebensretter werden. Dafür braucht es aber zuerst eine Registrierung. Alle Schüler hören am 26. Februar erst einen Vortrag zum Thema Blutkrebs und Stammzellenspende. "Das ist Allgemeinbildung und Pflicht", sagt Fuchs. Dann können sich die Schüler ab 17 Jahren registrieren lassen, aber keiner ist verpflichtet. Die Daten der 17-Jährigen werden bis zu ihrem 18. Geburtstag gesperrt und erst dann für den Suchlauf freigegeben. Die Typisierung wird von den Schülern selbst betreut, und zwar von den angehenden zahnmedizinischen Fachangestellten. Organisiert wird das Ganze von der SMV. Die Schülersprecher Susann Ketterer, Lea Mutschler und Dennis Orak rühren kräftig die Werbetrommel.

Jede Typisierung kostet die DKMS 35 Euro, der Teilnehmer selbst muss nichts bezahlen. Die Schule hat aber nun die Firmen, bei denen ihre Berufsschüler ausgebildet werden, in einem Schreiben um Spenden gebeten. Damit soll die Registrierung neuer Stammzellenspender unterstützt werden. Auch der Erlös eines Hallenfußballturniers und des Kuchenverkaufs der Schule fließt auf das Spendenkonto der DKMS. Wenn es am 26. Februar in Waldshut wieder heißt "Stäbchen rein – Spender sein" können übrigens auch Schulfremde mitmachen. Eine erkrankte Schülerin hatte die erste Typisierungs-Reihe initiiert. Die Schule war dann so von der Aktion angetan, dass eine Wiederauflage organisiert wurde, erzählt Guido Fuchs. Hier habe man kurze Wege, die DKMS komme direkt vor Ort und somit sei die Chance größer, dass die Schüler mitmachen. Momentan seien in Deutschland rund drei Prozent der Menschen registriert. Wenn sich diese Zahl auf 30 Prozent ausweiten würde, wäre die Situation eine ganz andere, so Fuchs.

Primäres Ziel der Aktion sei, auf die Möglichkeit der Stammzellenspende aufmerksam zu machen, meint SMV-Verbindungslehrer Philipp Sattler.