Nun hat der gemeine Eidgenosse ja nichts gegen Ausländer, solange sie als Touristen (Einkaufstouristen inklusive) Geld in Schweizer Kassen spülen. Auch die Ansiedlungs-Wünsche von Millionären stoßen im Lande Tells meist auf Wohlwollen. Was aber mit dem Schweizer Nationalstolz nicht in Einklag zu bringen ist, das ist, sich im eigenen Land von Ausländern sagen lassen zu müssen, wo‘s lang geht. Wenn dann auch noch ausgerechnet „Sauschwobe“ den Ton angeben, erreicht der Blutdruck schweizerseits oft sehr schnell Hochrisiko-Zonen.

Da ist es doch schön zu sehen, dass es im Kernkraftwerk Leibstadt auch anders geht. Dort hat mit Thomas Franke seit dem 1. November ein Deutscher als Kraftwerksleiter Befehlsgewalt über eine gut 500-köpfige Belegschaft. Und die Erfahrungen mit einem deutschen KKL-Leiter sind offenbar so gut, dass Franke seit 2010 schon der dritte Deutsche in dieser Position ist.

Das Kernkraftwerk Leibstadt bei Waldshut (Archivbild).
Das Kernkraftwerk Leibstadt bei Waldshut. | Bild: Juliane Schlichter

Da drängt sich einem irgendwie die Frage auf, warum sich auf dem Schweizer Stellenmarkt keine Eidgenossen für diesen Posten finden lassen. KKL-Sprecher Thomas Gerlach räumt ein, dass sich die inner-schweizerische Spezialisten-Suche schwierig gestaltet und man deshalb im deutschsprachigen Ausland die Fühler ausstreckt.

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Wahr ist, dass aktuell auch gut ein Viertel der KKL-Belegschaft einen deutschen Pass hat. Unwahr ist, dass der deutsche Kraftwerks-Chef vor diesem Hintergrund als Erstes verfügt hat, dass der 144 Meter hohe Kühlturm bis in 38 Meter Höhe in Schwarz-Rot-Gold angemalt wird.

Wahr ist übrigens auch, dass Hochdeutsch im leistungsstärksten Schweizer Atommeiler Deutsch die offizielle Dienstsprache ist. Unwahr ist, dass nicht einmal im Fall von Pannen oder spektakulären Greenpeace-Protestaktionen am Kühlturm auf Schwiizer-Dütsch geflucht werden darf...

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