Waldshut/Hochrhein SPD-Schienengipfel: Landrat bezeichnet Elektrifizierung der Hochrheinstrecke als "Muss"

Beim Schienengipfel, zu dem die SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter geladen hatte, bezeichnete Landrat Martin Kistler die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke als "Muss". Die Redner, Vertreter der Deutschen Bahn und des Verkehrsministeriums, betonten die Priorität des Vorhabens. Die von den Zuhörern angesprochenen Missstände bedauerten die Vertreter der Bahn und räumten hier Versäumnisse ein.

Kreis Waldshut – Hochkarätig besetzt war der Schienengipfel, zu dem die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter eingeladen hatte. An der Runde nahmen Landrat Martin Kistler, Sven Hantel von der Deutschen Bahn AG, Jens Heinrich von der DB Regio, Wolf Dieter Sutter von der DB Station und Service sowie Georg Keitel vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg teil. Karin Rehbock-Zureich, SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, moderierte.

„Der Verkehrsträger Schiene ist auch im 21. Jahrhundert ein wichtiges und umweltfreundliches Verkehrsmittel“, sagte Rita Schwarzelühr-Sutter bei der Begrüßung. Leider sei die Bahn bei vielen Kunden in Misskredit geraten, „weil wichtige Qualitätskriterien nicht eingehalten werden“. Wer von den rund 50 Besuchern jedoch mit einem konkreten Zeitplan und einer zeitnahen Realisierung der Pläne gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Bis neue Züge über die Hochrheinstrecke rollen, kann es noch zehn, zwölf oder auch 15 Jahre dauern, jedenfalls nicht vor 2026, so lange die aktuellen Verträge mit der DB Regio laufen. In der Zwischenzeit neues und zuverlässigeres Zugmaterial einzusetzen, mache wirtschaftlich keinen Sinn, so die Fachleute.

Seitens der Zuhörer wurden, neben Verspätungen und Zugausfällen, die oft unzumutbaren hygienischen Verhältnisse kritisiert. Dazu wurde von den Vertretern der Bahn klargestellt, dass die Mängel bekannt seien und man alles tun werde, um die Qualitätsstandards sukzessive zu verbessern. „Da kam vieles zusammen, und dafür möchten wir uns auch entschuldigen“, sagte Sven Hantel. Martin Kistler erklärte: „Die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke ist ein Muss. Sie ist letztendlich die Voraussetzung dafür, dass moderne, elektrische und umweltfreundliche Fahrzeuge in einem elektrischen Gesamtnetz eingesetzt werden.“ Die Bahn biete derzeit auf der Hochrheinstrecke nicht das, was man von einem modernen Verkehrsmittel erwarte. „Wir hoffen, dass die Bahn die aktuellen Probleme bald in den Griff bekommt, mit Fahrzeugen, die pünktlich und zuverlässig sind.“ Alle Akteure seien sich einig, „wir sind zuversichtlich, bald mit der Bahn zu einem Vertragsabschluss zu kommen“, sagte Kistler und fügte hinzu: „Aber es darf keine 15 Jahre dauern.“

Sven Keitel versicherte, auch aus Landessicht sei es ein absolut prioritäres Projekt: „Wir sitzen mit der Region in einem Boot und rudern auch in die gleiche Richtung.“ Ob allerdings das bisherige Finanzierungsmodell, das von Kosten in Höhe von 160 Millionen Euro ausgehe, auch zukunftstauglich sei, müsse er bezweifeln. „Wir wollen, von den Kosten und vom Zeitrahmen her, keine Erwartungen wecken, die am Ende nicht erfüllbar sind“, sagte er. Rita Schwarzelühr-Sutter regte in ihrem Schlusswort an, sich in einem Jahr wieder zu treffen und Bilanz zu ziehen.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Historische Momente
Neu aus diesem Ressort
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut-Tiengen
Waldshut
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren