Die zweite Rheinbrücke bei Waldshut – seit vielen Jahren oder gar schon seit Jahrzehnten immer wieder gefordert – scheint endlich im Fokus der verantwortlichen Politiker in Bund und Land angekommen zu sein. Uwe Lahl, Ministerialdirektor und damit ständiger Vertreter des Ministers im grün-geführten Verkehrsministerium in Stuttgart, sagte im Redaktionsgespräch im SÜDKURIER Medienhaus, dass es nicht mehr eine Frage des Ob, sondern eine Frage des Wie sei. Das klingt vielversprechend.

Nicht ohne die Schweiz

Aber zu einer weiteren Rheinquerung zwischen Waldshut und Tiengen braucht es neben dem spürbaren Rückenwind aus Stuttgart und Berlin eben auch die Schweiz. Denn ohne Eidgenossen keine zweite Waldshuter Rheinbrücke. Doch auch die Signale aus dem Nachbarland stehen derzeit gut. Die Bundesregierung in Bern hat die zusätzliche Verbindung bereits in ihre Bauleitplanung aufgenommen.

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Eine grenzüberschreitende Kommission berät das Bauvorhaben ebenfalls. Die Ergebnisse einer groß angelegten Verkehrsuntersuchung für den gesamten Hochrhein dürfte die Forderung nach einer Brücke ebenfalls bestätigen.

Alle Worte, Ankündigungen und Zahlen sollen noch in diesem Jahr in einen sogenannten Letter of Intent, also in eine ernst gemeinte Absichtserklärung, unterschrieben von Vertretern aus Deutschland und der Schweiz, münden. Damit einhergehen soll auch der Startschuss für die Planungen der zweiten Waldshuter Rheinbrücke. Das verspricht zumindest der zweite Mann im Stuttgarter Verkehrsministerium, Uwe Lahl.

Die Region ist sich einig

Da sich die Region im Fall eines weiteren Brückenschlags durchaus einig präsentiert, hätten Bund und Land keine Ausreden, das Projekt tatsächlich aufzugleisen und voranzutreiben. Da auch der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Steffen Bilger, bereits 2018 seine Sympathie für die Brücke bekundet hatte, scheinen die Signale also auf grün stehen.

Viele wichtige Schritte

Signale, an denen die Region die Verantwortlichen in Stuttgart und Berlin indes messen wird. Denn Ankündigungen und Versprechungen in Sachen Verbesserung der Verkehrssituation entlang des Hochrheins hat es in der Vergangenheit schon genügend gegeben. Und allzu oft verpufften sie im Rauch jener Abgase, die die vielen tausend Autos und Lastwagen täglich auf der Rumpf-Autobahn A 98 und der Bundesstraße B 34 in die Luft blasen. Abgase, die die Menschen ebenso belasten, wie die täglichen Staus rund um Waldshut-Tiengen. Eine zusätzliche Rheinbrücke wäre also ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Der Weiterbau der A 98 der nächste, mindestens so wichtige.