Er will nur spielen, beschwichtigen Frauchen oder Herrchen, wenn ihr Hund auf einem zuspringt. Was ja meist auch stimmt. Doch nicht immer. Wie ein elfjähriges Mädchen in Waldshut im September vor 25 Jahren leidvoll erfuhr, als es von einem Hund am ganzen Körper durch Bisse verletzt wurde. Vor lebensgefährlichen Verletzungen bewahrt wurde es durch das beherzte Eingreifen eines 51-jährigen Lehrers. Er kam zufällig vorbei und verjagte das wildgewordene Tier.

Erst tollt der Hund herum, dann beißt er zu

Die Elfjährige ging mit ihrer gleichaltrigen Freundin spazieren, die den Hund ihrer Familie dabei hatte. Der erst neun Monate alte, zutraulich wirkende Schäfer-Rottweiler-Mischling war ein kräftiges Tier mit einer Schulterhöhe von fast 60 Zentimetern. Mit ihm tollten die Mädchen am Waldrand des Kalvarienbergs herum. Warum sich der eben noch mitspielende Vierbeiner auf einmal zum zubeißenden Angreifer entwickelte, blieb unklar.

Laut Polizeibericht gab es keinen ersichtlichen Grund, weshalb der Hund die Schülerin zu Boden riss und zu beißen begann. Die Freundin, deren Eltern der Hund gehörte, hatte keine Chance, das rasende Tier zu beruhigen oder von dem Mädchen wegzuziehen.

51-Jähriger greift beherzt ein

Weshalb es wohl weit schlimmer geendet hätte, wäre nicht ein 51-jähriger Lehrer auf dem Nachhauseweg gewesen. Er hörte das Mädchen schreien: „Hilfe, der beißt mich tot!“ Der Mann eilte an den Ort des Geschehens und zögerte auch nicht, als ihm angesichts des wütenden Hundes zunächst mulmig zumute wurde. Er ging auf das Tier zu, das dann tatsächlich von dem Mädchen abließ. Jetzt konnte sich der Lehrer um die aus zahlreichen Bisswunden blutende und mit zerrissenem Jeansrock am Boden liegende Elfjährige kümmern. Er trug das zitternde Mädchen zu einer nahegelegenen Fahrschule, von wo aus der Krankenwagen verständigt wurde. Die Elfjährige wurde zur mehrtägigen Behandlung ins Spital eingeliefert.

Welpe griff schon mehrmals Kinder an

Als die Polizei beim Halter des Hundes vorbeischaute, erfuhr sie von ihm, dass das Tier schon mehrfach seine eigenen Kinder angegriffen hatte. Jetzt war das Maß voll – ein Tierarzt schläferte den aggressiven Hund ein.