Er war der Verfasser der damals zur unterhaltenden Lektüre im Alb-Bote zählenden Artikel, der Autor der Berichte aus den Verhandlungen des seit 1864 bestehenden Kreisgerichts Waldshut, aus dem 1879 das Landgericht wurde. Denn er beließ es nicht allein bei den Anklagepunkten, sondern philosophierte zum Ergötzen der Alb-Bote-Leser dieser als "Gerichtszeitung" bezeichneten Rubrik humorvoll, manchmal auch bissig, über Gott und die Welt und die menschlichen Schwächen. Anfang Mai 1867 verabschiedete sich der namenlos gebliebene Autor mit seinem letzten Bericht.

"Die Gerichtszeitung des Alb-Bote hat, in ihrer bisherigen Gestalt, ausgelebt, wozu es allgemach auch Zeit gewesen ist, gerade wie mit dem schlechten Wetter der letzten Wochen", beginnt die Schilderung. "Doch ein Wetter muss immer sein, für den einen, dass sein Gras wachsen, für den anderen, dass er spazieren gehen und für den Dritten, dass er Wetter machen oder es doch wenigstens prophezeien kann. So ist es auch mit unserer Gerichtszeitung: die Idee dazu war recht, wenngleich die Ausführung vieles zu wünschen übrig gelassen haben mag, und darum wird der Alb-Bote auch fernerhin seinen Lesern, die den Gerichtssaal nicht selber besuchen können, die Hauptsache daraus berichten."

So lautete weitgehend die Einleitung des Artikels, um dann schleißlich zur Strafsache zu kommen: "Nur ein Angeklagter stand vor den Schranken, nämlich der junge Florian E. von Gaiß, welcher eines Betrugsverbrechens angeklagt war. Der ,Betrug' ist ein Verbrechen, das noch nicht so alt ist wie der Diebstahl, der Totschlag und dergleichen", fährt unser Autor mit seinen abschweifenden Betrachtungen fort, "und man kann sich auch vorstellen, dass, als unsere Ur-Ur-Ahnen sich aus dem Stande der Gorilla in den schon gesitteteren der Pfahlbauern begeben hatten, sie einander wohl totgeschlagen oder doch bestohlen, aber kaum, dass sie sich auch betrogen haben; der Betrug wurde erst erfunden, als die Menschheit pfiffiger und die Verkehrsverhältnisse mannigfacher wurden. (...) Noch die alten Israeliten hatten in ihren ,zehn Geboten' (oder richtiger: Verboten) kein besonderes Betrugsverbrechen, sondern es heißt darin nur im Allgemeinen: ,Lass dich nicht gelüsten nach allem, was dein Nächster hat'. Die alten Römer gar hatten das Sprichwort: ,mundus vult decipi, ergo decipiatur', zu Deutsch: Die Leute wollen durchaus angeschmiert werden, also tut ihnen den Gefallen! Und das ist denn ein feststehender römischer Satz geblieben, den man noch heute befolgt."

Jetzt allmählich näherte sich der Autor dem Kern der Sache: "Unser Strafgesetz sagt, dass der, welcher einen anderen durch arglistige Entstellung der Wahrheit zu einer sein Vermögen beschädigenden Handlung verleitet, als Betrüger gestraft werden soll, und das ist denn unserem Florian E. passiert, der nach Amerika hinüber wollte, und um noch ein wenig Taschengeld für Zigarren und Tabak zu kriegen, tags vorher noch zu einem Holzhändler ging und sagte: ,Ein schöner Gruß von meinem Vater, dem Kranzwirt in Birndorf, und die Nussbäume sind jetzt zu haben, aber er möchte gleich 25 Gulden darauf haben.' Der Holzhändler, der schon mit dem Kranzwirt wegen der Bäume gesprochen hatte, war froh und gab dem vermeintlichen Sohne gerne drei Zehnguldenscheine."

Und Florian E. war noch nicht fertig, sondern wollte dem Zuckerbäcker und schließlich einem Privatmann Holz auf Vorkasse verkaufen, wurde jedoch vom Hof gejagt und im zweiten Fall der Obrigkeit gemeldet, worauf er "statt augenblicklich nach Amerika abzufahren, sich abfassen ließ und heute dafür seine vier Monate Kreisgefängnis erhielt".

Damit endete der eigentliche Gerichtsbericht, für den der Autor wie stets weniger Zeilen verwendete als für seine amüsanten Plaudereien über den Zustand der Welt. Er habe "während der bald drei Jahre, dass hier in Waldshut ein Kreisgericht besteht und damit auch eine Gerichtszeitung, in dieser manches erzählt von solchen, die man gepackt hat. (...) Nun mach's inskünftig ein andrer besser, denket ihr wenigstens, der Erste hat's doch nicht gar zu schlecht gemacht".