Waldshut-Tiengen Rassistische Todesdrohung im Briefkasten eines Geschäftsmanns

Erst wurde zwei Mal sein Auto beschädigt, dann erhielt ein Geschäftsmann aus Tiengen per Brief eine anonyme und rassistische Todesdrohung. Die Polizei ermittelt.

Wegen einer anonymen Todesdrohung per Brief mit rassistischen Schmähungen gegen einen Geschäftsmann aus Tiengen sowie Sachbeschädigungen an dessen Auto ermittelt die Polizei. Möglicher Hintergrund ist ein Nachbarschaftsstreit um die Benutzung privater Parkplätze.

Zunächst, so berichtet der 44-Jährige, hätten Angriffe seinem Auto gegolten. Zwei Mal seien alle Scheibenwischer abgebrochen worden, im jüngsten Fall in der Nacht auf 4. Januar zusätzlich die Reifen zerstochen. Wegen der Sachbeschädigungen erstattete der Mann, dessen Name der Redaktion bekannt ist, Anzeige bei der Polizei Waldshut-Tiengen. Seit vergangenem Sonntag fühlt der Geschäftsmann sich auch persönlich massiv gefährdet. In seinem Briefkasten habe er ein anonymes Schreiben mit Todesdrohungen vorgefunden.

Der 44-jährige Deutsche, der in der Bundesrepublik als Sohn türkischer Einwanderer geboren und aufgewachsen ist, hat den Brief der Redaktion zur Einsicht gegeben. In Schreibmaschinenschrift steht darin unter anderem zu lesen: „Leute wie Du sind in Deutschland nicht erwünscht. Typen wie Dich brauchen wir hier nicht. Zuerst Deine Fahrzeuge, dann Deine Wohnungen und dann brennst Du!!!!“. Anstelle eines Absenders angegeben ist „NSDAP“.

Auffallend ist laut dem Bedrohten, dass der Verfasser des Briefs offenbar über seine persönlichen Verhältnisse als Immobilieneigentümer und Besitzer mehrerer Autos informiert ist. Und auffällig sei auch, dass Nachbarn mit ebenfalls ausländischem Namen keine Drohbriefe erhalten hätten. Das gibt Raum für die Annahme, dass Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nicht die eigentlichen Tatmotive sind.

Der Geschäftsmann nannte im Gespräch mit dieser Zeitung den möglichen Hintergrund der Bedrohungen und Sachbeschädigungen. Bei einem Wohnblock in Tiengen sei er Eigentümer mehrerer Parkplätze, von denen ein Teil nicht vermietet sei. Nachdem diese Stellflächen wiederholt durch Unberechtigte benutzt worden seien, habe er im Dezember bei der Stadtverwaltung unter Vorlage von Beweisfotos Anzeige erstattet. Ob ein Zusammenhang mit den darauf folgenden Straftaten besteht, müssen nun die Ermittlungen gegen den oder die unbekannten Täter ergeben.

Der Betroffene jedenfalls sagt: „Ich habe noch nie vorher erlebt, dass ich bedroht wurde.“ Paul Wißler, Sprecher der Polizei Waldshut-Tiengen, bestätigte das Vorliegen der Anzeigen wegen des Drohbriefs und der Sachbeschädigungen. Nähere Einzelheiten zum weiteren Vorgehen der Polizei nannte er, wie in solchen Fällen üblich, aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

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