Fahrradwege bekommen durch die Zunahme von E-Bikes und Pedelecs wieder größere Bedeutung. Neben vielen anderen Maßnahmen stehen ein Radweg von Dogern nach Waldshut und eine Ver-besserung entlang der Kreisstraße bei Degernau aktuell auf dem Plan. Doch wenn es ums Geld geht, braucht der Landkreis auch die Mitwirkung von Gemeinden, Land oder Bund. Der Bauausschuss des Kreistags hörte einen Zwischenbericht der Verwaltung über den Stand des langjährigen Konzeptes.

Für den lange diskutierten Radweg von Dogern zur Kreisstadt läuft derzeit die Planung, berichtete Straßenbauamtsleiter Oliver Gassenmeier den Kreisräten. Der Weg wird nördlich der Kreisstraße von Dogern bis zur B 34 geführt und soll die Bundesstraße östlich der Schnöt-Kreuzung unterqueren. Kreisrat Harald Würtenberger (FW) bat um Absprache mit der Stadt Waldshut-Tiengen wegen der Anbindung der Liedermatte und des Schüler-Radverkehrs.

Leichter sollen die Radler künftig bei Hauenstein über die Bundesstraße 34 kommen, dank einer Aufstellfläche vor der Kreuzung auch ohne Benutzung des Gehwegs. Marita Höckendorff (Grüne) forderte im Hinblick auf die Steigungen, den Radweg von Albbruck nach Laufenburg auf lange Sicht nicht mehr über Albert, sondern entlang der Bundesstraße zu führen. Ein Anliegen, für das auch Landrat Martin Kistler Verständnis äußerte.

Konzept für 15 Jahre

Das Radverkehrskonzept, das der Kreistag im Mai 2016 beschloss, ist auf einen Zeitraum von 15 Jahren angelegt. Der Zeitpunkt der Umsetzung ist nicht zuletzt wegen der verschiedenen Zuständigkeiten schwierig. Trotzdem plädierten die Kreisräte Manfred Weber (CDU) und Karin Rehbock-Zureich (SPD) für den Versuch, mit den zuständigen Baulastträgern einen Zeitplan zu erstellen.

Derzeit warten etwa die Fortführung des Radwegs Dogern-Liedermatte zur Innenstadt; ein Radweg vom Südbaden-Busplatz Waldshut bis zum Zoll – auf der Trasse des ehemaligen Lonza-Industriegleises; ein Radweg von der Tiengener Heckerstraße bis Lauchringen; eine Verbindung Jestetten-Dettighofen; ein Radweg an der B 27 von Jestetten bis zum Zoll und ein Fahrradweg Rothaus-Amertsfeld, entlang der Landesstraße 170, unter "weitere Projekte". Vorerst "nicht vorangetrieben" werden die Radweg-Projekte Erzingen-Weisweil und Schluchsee-Bonndorf wegen der hohen Kosten von 0,5 Millionen beziehungsweise 1,7 Millionen Euro.

Kreisrat Erhard Graunke (FDP) sieht im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Elektrofahrräder die Notwendigkeit, entlang der Radwege auch die Energieversorgung der Fahrzeuge sicherzustellen. Verkehrsdezernent Walter Scheifele verwies dazu auf das Vorhaben, im Raum St. Blasien-Häusern-Höchenschwand Fahrradboxen mit Ladestationen für E-Bikes aufzustellen.

Aktuelle Radwegpläne

Für den Radweg von Dogern bis Waldshut-Liedermatte rechnet der Landkreis Waldshut mit 250 000 Euro Kosten, für die man Zuschüsse erwartet. Der Radweg an der K 6570 in Degernau wird für 70 000 Euro verbreitert. Für die Markierung von Schutzstreifen, neue Beschilderung und Bordsteinabsenkungen will der Landkreis Waldshut im nächsten Jahr 60 000 Euro ausgeben.

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