Die Stadt plant, die stillgelegte Gleistrasse parallel zur B 34 in einen Radweg zu verwandeln. Ziel des Vorhabens ist es, eine durchgängige Verbindung für Fahrradfahrer zwischen dem Waldshuter Bahnhof und dem Gewerbepark Hochrhein zu schaffen. Die Pläne dafür stellte Thomas Kuhn, stellvertretender Tiefbauamtsleiter, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats vor.

„Das ist eine ganz tolle Geschichte für die Stadt Waldshut-Tiengen„, sagte Thomas Kuhn über das Vorhaben, das bisher an den zu hohen Kosten gescheitert war. Denn um die Gleise queren zu können, muss eine Unterführung unter der Bahntrasse gebaut werden, was das Projekt „technisch und finanziell sehr anspruchsvoll mache“, so Kuhn. Der Bund habe sich jedoch nun bereit erklärt, die Kosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro zu übernehmen.

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Das alte Industriegleis der früheren Lonza-Werke Waldshut, die sich im heutigem Gewerbepark Hochrhein befanden, führt zwischen den Gleisen der Schweizerischen Bundesbahnen und der Deutschen Bahn in Richtung Waldshut. Westlich der geplanten Unterführung, die sich etwa auf Höhe der Stadtgärtnerei befände, müsste der Radweg rechts am Hang entlang weiter Richtung Robert-Gerwig-Straße nördlich des Bahnhofs geführt werden.

Das alte Industriegleis der früheren Lonza-Werke Waldshut führt zwischen den Gleisen der Schweizerischen Bundesbahnen (links) und der Deutschen Bahn (rechts) in Richtung Stadt. Bei der Nutzung als Radweg müsste die Velo-Trasse das DB-Gleis mit einer Unterführung unterqueren und dann rechts am Hang entlang weitergeführt werden.
Das alte Industriegleis der früheren Lonza-Werke Waldshut führt zwischen den Gleisen der Schweizerischen Bundesbahnen (links) und der Deutschen Bahn (rechts) in Richtung Stadt. Bei der Nutzung als Radweg müsste die Velo-Trasse das DB-Gleis mit einer Unterführung unterqueren und dann rechts am Hang entlang weitergeführt werden. | Bild: Archiv Südkurier

Als weitere Maßnahme des städtischen Radwegekonzepts stellte Thomas Kuhn zwei Entwürfe einer Rad- und Fußgängerbrücke über die Schlücht in Tiengen in Höhe der vorhandenen Eisenbahnbrücke vor. Damit strebe die Verwaltung den Lückenschluss zwischen dem bereits erstellten Radweg entlang des Gewerbegebietes und dem Freibad in Tiengen an. Eine Vorstudie und eine erste Kostenschätzung über 470.000 Euro liegen vor, sagte der stellvertretende Tiefbauamtsleiter. Auch für dieses Projekt seien Fördermittel von 50 Prozent möglich, fügte Kuhn hinzu.

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Reaktionen aus dem Gremium

Zustimmung gab es für beide Maßnahmen vonseiten des Gemeinderats – sowohl für den geplanten Radweg auf der ungenutzten Bahntrasse als auch für den Entwurf einer Bogenbrücke über die Schlücht. „Ich finde toll, was da entsteht“, lobte Harald Würtenberger, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, das Radverkehrskonzept. „Das macht die Stadt fortschrittlich“, fügte er hinzu. Eine durchgängiger Radweg bis zum Tiengener Bahnhof wäre für ihn „das Nonplusultra“. Kuhn bezeichnete eine Radverbindung von Bahnhof zu Bahnhof als „großes Ziel“.

Die CDU-Stadträtin Nathalie Rindt lobte die Pläne, wünscht sich aber eine bessere Pendleranbindung für Radfahrer von Gurtweil. Dort sei der Radweg beim Schloss unterbrochen. Thomas Kuhn bestätigte dies, derzeit sei ein Lückenschluss an dieser Stelle jedoch nicht vorgesehen.

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SPD-Fraktionsvorsitzender Gerhard Vollmer begrüßte ebenfalls die vorgestellten Maßnahmen und wollte von Kuhn wissen, ob das „Nadelöhr Altstadt Waldshut„, in der das Radwegenetz unterbrochen ist, durch einen Radweg in der Kaiserstraße gelöst werden könnte. „Die Innenstadt von Waldshut ist nicht toll für Radfahrer“, räumte Kuhn ein. Im Gegensatz zur Einrichtung eines Radwegs in der Kaiserstraße sei es denkbar, eine Verbindung für Fahrradfahrer während der geplanten Sanierung der Rheinstraße zu integrieren.

Der Beschluss zugunsten der vorgestellten Radwegeprojekte fiel im Gemeinderat einstimmig aus. Oberbürgermeister Philipp Frank sprach von einem „gewaltigen Paket“.