Waldshut-Tiengen Podiumsdiskussion: Wie EU-Politik sich nachhaltig für Landwirte in der Region einsetzen kann.

Die Grünen-Europaabgeordnete Maria Heubuch diskutierte in Waldshut mit lokalen Akuteuren über abnehmende Artenvielfalt, die Agrarindustrie, die Not bäuerlicher Betriebe und eine nachhaltigen EU-Politik.

"Kein stummer Frühling am Hochrhein" war das Thema einer Podiumsdiskussion mit der Europaabgeordneten Maria Heubuch (Grüne), der Landwirtin Christina Burkard, dem Imker Rolf Briegel und Ulrich Drescher, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Regionalwert AG. Mit rund 50 Gästen diskutierten sie im Musiksaal des Hochrhein-Gymnasiums Waldshut über die Zusammenhänge zwischen einer abnehmenden Artenvielfalt, der Agrarindustrie, der Not bäuerlicher Betriebe und einer nachhaltigen EU-Politik. Eingeladen hatte der Kreisverband der Grünen um Vorsitzende Petra Thyen.

Maria Heubuch, Europa-Abgeordnete (Grüne) pädierte während der Podiumsdiskussion für eine "echte Agrarreform". Bild. Peter Rosa
Maria Heubuch, Europa-Abgeordnete (Grüne) pädierte während der Podiumsdiskussion für eine "echte Agrarreform". Bild. Peter Rosa

Deutlich wurde vor allem die Komplexität der Thematik, besonders im Hinblick auf den anstehenden Beschluss des EU-Finanzrahmens 2021 bis 2027. Unterm Strich aber waren sich sowohl Heubuch als auch die hiesigen Dozenten und das Publikum einig, dass im Kampf gegen Preis-Dumping und Bienensterben vor allem der Verbraucher am längsten Hebel sitze. Durch bewussten Einkauf von – besonders regionalen – Lebensmitteln und das Hinterfragen von Preisen würde die Landwirtschaft zum Teil entlastet.

Bei der Podiumsdiskussion "Kein stummer Frühling am Hochrhein" diskutierten (von links) Moderatorin und Kreisvorsitzende der Grünen Petra Thyen, Europa-Abgeordnete Maria Heubuch (Grüne), Imker Rolf Briegel aus Laufenburg, Landwirtin Christina Burkard aus Wutöschingen sowie Ulrich Martin Drescher, Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalwert AG aus Kirchzarten. Bild: Peter Rosa
Bei der Podiumsdiskussion "Kein stummer Frühling am Hochrhein" diskutierten (von links) Moderatorin und Kreisvorsitzende der Grünen Petra Thyen, Europa-Abgeordnete Maria Heubuch (Grüne), Imker Rolf Briegel aus Laufenburg, Landwirtin Christina Burkard aus Wutöschingen sowie Ulrich Martin Drescher, Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalwert AG aus Kirchzarten. Bild: Peter Rosa

Wie Christina Burkard, Landwirtin aus Wutöschingen, berichtete, sei es vor allem dieser Preisverfall, der Landwirte dazu zwingen, ihre Höfe massiv zu vergrößern, was in einer sich immer schneller drehenden Preisverfall-Spirale resultiere. Die entstehenden Monokulturen kritisierte wiederum der Laufenburger Imker Rolf Briegel. Bienen würden darin nicht genügend Nahrung finden. Sollte ihre Zahl drastisch abnehmen, sei durch fehlende Bestäubung auch die Versorgung mit Lebensmitteln nicht mehr gesichert. Ebenfalls kritisierte er die Wandlung hochwirksamer Pestizide von der Notlösung zur gängigen Präventiv-Praxis. Aus dem Publikum meldete sich unter anderem Oswald Tröndle vom Hauptverband Badischer Landwirte und kritisierte, dass immer mit dem Finger auf Landwirte gezeigt werde, während in den Gärten auch nichts blühe.

Bei der Podiumsdiskussion "Kein stummer Frühling am Hochrhein" diskutierten gemeinsam mit rund 50 Gästen (von links) Imker Rolf Briegel aus Laufenburg, Landwirtin Christina Burkard aus Wutöschingen, Moderatorin und Kreisvorsitzende der Grünen Petra Thyen, Europa-Abgeordnete Maria Heubuch (Grüne) sowie Ulrich Martin Drescher, Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalwert AG aus Kirchzarten. Bild: Peter Rosa
Bei der Podiumsdiskussion "Kein stummer Frühling am Hochrhein" diskutierten gemeinsam mit rund 50 Gästen (von links) Imker Rolf Briegel aus Laufenburg, Landwirtin Christina Burkard aus Wutöschingen, Moderatorin und Kreisvorsitzende der Grünen Petra Thyen, Europa-Abgeordnete Maria Heubuch (Grüne) sowie Ulrich Martin Drescher, Aufsichtsratsvorsitzende der Regionalwert AG aus Kirchzarten. Bild: Peter Rosa

"Wir brauchen auch eine echte Agrarreform", mahnte die Europaabgeordnete, durch die jene landwirtschaftlichen Betriebe noch stärker als bisher gefördert würden, die sich – zum Beispiel in Form von blühenden Grünstreifen – in den Bereichen der Biodiversität einsetzten und Pestizide vermieden. Die Zulassung des umstrittenen Pestizids Glyphosat durch den ehemaligen Agrarminister Christian Schmidt bezeichnete Heubuch als "Geschenk an die Pestizid-Industrie". In diesem Sinne wolle sie den starken Lobbys in Brüssel Mehrheiten in der Bevölkerung entgegensetzen. Auch das vom Publikum angesprochene Problem der übermäßigen Bürokratie sei "in der Politik angekommen", dass sich daran in naher Zukunft etwas ändern würde, sieht sie jedoch skeptisch. Ulrich Martin Drescher stellte das Konzept der Regionalwert AG vor, die als Lösungsmöglichkeit funktioniere, indem Betriebe mit dem Ziel regionaler Wertschöpfungskreisläufe in allen Stufen der Wertschöpfungskette unterstützt werden.

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