„In den schönsten Kirchenbezirk der Landeskirche Baden, in dem Milch und Honig fließen“ (Zitat Dekanin Christiane Vogel) hat es den neuen evangelischen Pfarrer Wieland Hartwig-Bopp verschlagen. Seit zwei Wochen füllt er die seit 2016 vakante Stelle des evangelischen Pfarrers in Waldshut aus. Viele Gäste und Gläubige wohnten der Amtseinführung des neuen Pfarrers in der Waldshuter Versöhnungskirche bei. Mit einem Bildband über den Hochrhein herzlich willkommen geheißen wurde er unter anderem von Oberbürgermeister Philipp Frank. Dieser beglückwünschte ihn zu der Wahl für eine „wunderbare Region und wunderbare Stadt“.

Begrüßt wurde der neue Pfarrer auch von seinem katholischen Amtskollegen Ulrich Sickinger, der ihm als Willkommensgeschenk die Heilige Schrift überreichte. Olivenöl, Milch und Honig hatte Schuldekanin Martina Dinner im Gepäck. Diese Gaben drückten aus, dass Waldshut sein Sehnsuchtsort werden solle, erklärte Dinner. Auch der Kirchengemeinderat hatte ein Willkommensgeschenk für den Neuzugang in der evangelischen Kirche dabei. Gemeindediakonin Angelika Gehrcke überreichte dem passionierten Fahrradfahrer ein Buch mit den schönsten Fahrradtouren samt einem Gutschein.

Von der Vorsitzenden des Förderkreises für Kirchenmusik, Johanna Pick, bekam er eine CD mit Bachkantaten. Nachdem er 18 Jahre in seiner vorigen Pfarrei in Boxsberg gewesen sei, erklärte Bopp-Hartwig, habe er das Bedürfnis verspürt, in eine ganz neue Pfarrgemeinde zu wechseln. Er freue sich, hier zu sein, habe in der kurzen Zeit schon viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Gaben kennengelernt. „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht und einem jeden untertan“, zitierte er Luther. Das wolle er sein und sich mit seinen Fähigkeiten dafür einsetzen. Jeder in der Gemeinde trage zu diesem Dienst bei. Sie sei sehr froh, dass die vakante Pfarrstelle wieder besetzt sei, ergänzte Dekanin Vogel. Sie hoffe und zähle auf viele Jahre der Zusammenarbeit. Seine Einführungsurkunde bekam Bopp-Hartwig dann von seinem ehemaligen Studienkollegen und Pfarrer Markus Wagenbach aus Höchenschwand, der die Gemeinde um Beistand und Gebet für den neu angekommenen Pfarrer bat.

Sein Herz schlägt für den Kindergottesdienst

Pfarrer Wieland Bopp-Hartwig (55) ist neuer Leiter der evangelischen Kirchengemeinde in Waldshut. Zur Gemeinde gehören rund 3000 Mitglieder aus Waldshut und den umliegenden Dörfern. Predigen wird Bopp-Hartwig in Waldshut und Dogern. Materiallastig will der in Darmstadt geborene Theologe arbeiten. "Ich habe eine große Sammlung an Materialien mitgebracht, um Dinge anschaulich zu gestalten. Das zeichnet mich vielleicht aus", erklärt er.

Einen besonderen Stellenwert nehme dabei der Kindergottesdienst ein, hierfür schlage sein Herz. Außerdem könne er sich vorstellen, ein Bibeltheater wie in seiner vorigen Stelle zu organisieren.

Wieland Bopp-Hartwig verbrachte seine Kindheit und Jugend in Furtwangen. Seinen Zivildienst leistete er in der psychiatrischen Klinik auf der Bodenseeinsel Reichenau. Im Anschluss studierte er Theologie in Tübingen, Heidelberg und Durham in England, wo er auch seine Frau kennenlernte.

18 Jahre lang leitete er mit Ehefrau Renate Hartwig die Kirchengemeinde Boxberg-Wölchingen im Nordosten Baden-Württembergs. Bereits seit Anfang September lebt das Ehepaar Bopp-Hartwig nun in Waldshut. Drei Kinder haben sie, zwei von ihnen sind bereits von zu Hause ausgezogen. Die Stelle in Waldshut übernimmt Wieland Bopp-Hartwig aber alleine. "Meine Frau möchte zunächst pausieren", sagt er. "Wir wurden sehr gut empfangen in diesem schönen Ort, jetzt müssen wir uns hier erstmal zurecht wühlen."

Wieland Bopp-Hartwig folgt auf Pfarrer Hartwig Warnke, der 2016 krankheitsbedingt seinen Wirkungskreis in Waldshut aufgeben musste. Das vergangene Jahr über leitete Pfarrer Matthias Hasenbrink die Gemeinde. Er wird nun in Tiengen und Lauchringen aushelfen. Die Stellen dort sind derzeit ebenfalls unbesetzt.

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