Pfarrer Johannes Gut verlässt die katholische Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena zum 31. Januar. Das hat der Geistliche nach der Messe am vergangenen Sonntag überraschend kurzfristig in der Tiengener Stadtpfarrkirche angekündigt. Es gebe verschiedene Gründe für die Entscheidung, die er aber nicht nennen könne, erklärte Gut den rund 100 Anwesenden seiner Gemeinde.

Einzelne von ihnen berichteten später, Pfarrer Gut habe für kommenden Sonntag seine letzte Messe in Tiengen angekündigt und lediglich sachlich geäußert, dass er seine Vorstellungen vom Priesterberuf in dieser Seelsorgeeinheit nicht umsetzen könne. Auch er habe sich das anders vorgestellt und eigentlich länger bleiben wollen, so Anwesende über seine Äußerungen.

Pfarrer Sickinger überrascht

Öffentlich wollte sich Gut gegenüber dieser Zeitung zu den Gründen für seine Entscheidung nicht äußern und verwies auf die Stellungnahme des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg. Dessen Pressesprecher Michael Hertl äußert sich darin nur knapp: "Pfarrer Gut verlässt die Seelsorgeeinheit auf eigenen Wunsch. Er steht mit dem Ordinariat in Gesprächen, wie und an welchem Ort er seinen priesterlichen Weg in Zukunft fortsetzen wird."

Johannes Gut, scheidender Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena. Bild: Privat
Johannes Gut, scheidender Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena. Bild: Privat | Bild: Peter Rosa

"Ich bin überrascht", sagt Pfarrer Ulrich Sickinger, Leiter der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena. Denn das Wirken Pfarrer Guts am Hochrhein endet ziemlich genau nur zwei Jahre, nachdem es begonnen hatte – und das äußerst kurzfristig: Gut habe ihn erst vergangene Woche über seine Entscheidung, bis Monatsende fortzugehen, informiert.

"Bis zu einem gewissen Sinn kann ich das nachvollziehen, aber letztendlich ist es die eigene Entscheidung", so Sickinger weiter. Auch ihm gegenüber habe Gut geäußert, dass er priesterlich-seelsorgerisch derzeit nicht so wirken könne, wie er sich das vorstelle. Zu den Gründen, warum Pfarrer Johannes Gut die Seelsorgeeinheit so kurzfristig verlässt, gibt es keine Informationen.

Wie es ab Februar in der Seelsorgeeinheit konkret weitergeht, ist derzeit noch unklar. Laut Sickinger habe das Ordinariat aber bereits zugesagt, dass die Kooperatorenstelle in Tiengen wiederbesetzt werden soll. Pressesprecher Hertl bestätigt: Beratungen mit der Seelsorgeeinheit über ihre personelle Versorgung nach Pfarrer Guts Ortswechsel sind im Gange.

Pater Bernhard springt ein

Wann ein Nachfolger nach Tiengen kommt, stehe laut Pfarrer Sickinger aber noch in den Sternen. Bis dahin werden er und Pater Bernhard einspringen. "Wir müssen überlegen, was in dieser Zeit reduziert werden muss", so Sickinger weiter.

Hängt hier der Haussegen schief? Pfarrer Johannes Gut verlässt überraschend kurzfristig die katholische Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena und damit auch seinen Hauptwirkungsort, die Tiengener Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie das Pfarramt, links im Bild.
Hängt hier der Haussegen schief? Pfarrer Johannes Gut verlässt überraschend kurzfristig die katholische Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena und damit auch seinen Hauptwirkungsort, die Tiengener Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt sowie das Pfarramt, links im Bild. | Bild: Peter Rosa