Streichwquartett gibt einen beeindruckenden Konzertabend zum Abschluss der Waldshuter Konzertreihe. Die Ausnahmekünstler interpretieren große Komponisten.

Einen beeindruckenden Konzertabend erlebten die nahezu 300 Besucher zum Abschluss der jährlichen Waldshuter Konzertreihe in der evangelischen Versöhnungskirche. Das mehrfach preisgekrönte Mannheimer Streichquartett mit Daniel Bell (1. Violine), Shinkyung Kim (2. Violine), Sebastian Bürger (Viola) und Armin Fromm (Violoncello) zauberte mit der Interpretation klassischer Werke großer Komponisten eine oft berauschende Konzertatmosphäre in den Kirchenraum, die wiederholt Gänsehaut verursachte.

Schwungvoll begann das Konzertprogramm mit dem Streichquartett C Dur op. 76, Nr. 3 von Joseph Haydn. Schon hier beeindruckte das routinierte und perfekte Zusammenspiel und die überaus filigrane und gefühlvolle Spielweise der Künstler, vor allem im zweiten Satz, der als Grundlage für die deutsche Nationalhymne besonders ins Ohr ging. Im Streichquartett F Dur, op. 135 von Ludwig van Beethoven wurde bei hohem Schwierigkeitsgrad des letzten Werkes des bereits gehörlosen Komponisten die hohe Spielkunst der Akteure sehr deutlich. Hier konnten die Ausnahmekünstler die ganze Bandbreite ihres perfekten Zusammenspiels in den verschiedenen Rhythmen, bei teilweise atemberaubend hohen Tempi, sowie in ausdrucksstarken und gefühlvollen Passagen meisterlich zum Besten geben. Immer wieder gab es zum Ende der verschiedenen Sätze und der Gesamtwerke wuchtige und klangvolle Schlussakkorde, die das Publikum zwischen den einzelnen Komponisten zu heftigem Beifall verleitete. Nach der Pause erklang, wieder mehr unter folkloristischen Gesichtspunkten, das Streichquartett F Dur op. 96 von Antoni Dvoák, auch als amerikanisches Streichquartett bezeichnet. In vier sehr unterschiedlichen Sätzen kam hier immer wieder die außergewöhnlich ausdrucksstarke Spielweise der Streicher zum Ausdruck, die letztlich im vierten Satz „Finale, Vivace ma non troppo“ in einem wahren Klangrausch der Künstler endete. Nach lange anhaltendem Beifall und Überreichung von Blumen bedankten sich die Akteure ebenfalls mit Blumen, so Armin Fromm, nämlich mit dem Stück „Chrysanthemen“ von Giacomo Puccini, ein wahrlich bemerkenswerter Konzertabend.